Im Training am Mittwoch, dem ganz genau acht gesunde Frankfurter Feldspieler beiwohnten, machte Markus Steinhöfer eine gute Figur. Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler der Eintracht spielte im Kleinfeldspielchen kluge, raffinierte Bälle, er drehte mächtig am Schwungrad. Später sagte Steinhöfer: „Ich weiß, dass ich locker mithalten kann.“ Er weiß aber auch: Er spielt keine große Rolle. Bisher sogar gar keine.
Und doch zog es der Rechtsfuß vor, den Verein nicht zu wechseln. Es habe einige Anfragen gegeben, erzählt er, aber das Richtige war nicht dabei: „Ich konnte da nicht mit Überzeugung rangehen.“ Deshalb bleibt er auf der Frankfurter Gehaltsliste. „Natürlich ist meine Situation nicht toll. Aber ich bin überzeugt davon, dass ich irgendwann meine Chance bekommen werde.“ Steinhöfer fügt, womöglich auch mit Blick auf den bisherigen Saisonverlauf mit null Punkten, an: „Man muss ja immer sehen, wie die Saison läuft. Ich gebe jedenfalls in jedem Training Gas.“
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Trainer Michael Skibbe kann dem vor zwei Jahren aus Salzburg gekommenen Freistoßspezialisten keine allzu großen Hoffnungen machen. „Alle, die hier sind, haben theoretisch die Chance zu spielen“, sagt der 45-Jährige, fügt indes einschränkend an: „Aber er war jetzt dreimal nicht im Kader, es wäre besser gewesen, wenn er woanders seine Chance gesucht hätte, da hätte er höhere Spielmöglichkeiten gehabt.“ Steinhöfer wollte sich aber nicht verschlechtern, auch finanziell nicht.
So gar nicht nach Wunsch läuft die Saison bisher auch für Ümit Korkmaz. Der Österreicher wurde im ersten Spiel in Hannover eingewechselt, trat an der Leine völlig indisponiert auf und schaffte es am folgenden Spieltag gegen den HSV nicht einmal in den Kader. Skibbe macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: „Er hat es noch nicht so richtig hingekriegt.“
Vielleicht liegt’s an der Tolle
Dem Linksaußen fehle die Unbekümmertheit, „die Leichtigkeit“ (Skibbe). Weshalb das so ist, wisse selbst der Spieler nicht, „vielleicht liegt es ja doch an seiner neuen Frisur“, scherzt Skibbe. Korkmaz trägt die Haare zur Tolle gestylt. Der Nationalspieler befindet sich zurzeit im Kreise der österreichischen Länderauswahl, „vielleicht kommt er gelöster und lockerer zurück“, hofft Skibbe.
Der Trainer hatte bisher auch für Korkmaz’ Pendant auf der anderen Seite, Marcel Heller, keine Verwendung. Der schnelle Mann, der nach gutem Zureden Skibbes seinen Vertrag nach Ablauf der zurückliegenden Saison doch verlängerte, hat keine einzige Minute gespielt, gestern lief er auf eigenen Wunsch sogar bei der U23 der Eintracht in Kassel auf, um Spielpraxis zu sammeln. Skibbe ließ bei der Personalie Heller keine allzu große Diskussion zu: „Da drehen wir uns im Kreis. Natürlich hat es sich Marcel anders vorgestellt, wie einige andere Spieler auch. Aber ich habe mir die ersten beiden Spiele vom Ergebnis her auch anders vorgestellt.“
Eine gute Nachricht gibt es noch: Chris soll heute wieder ins Training einsteigen und womöglich gegen Gladbach verteidigen. Anders sieht es bei Torwart Oka Nikolov aus. „Bei ihm“, sagt Skibbe, „wird es für Gladbach eng.“
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