Wir, die wüsten Söhne, haben uns am Freitag, dem heiligen Sonntag der Muslime, kompakt und in ganzer Mannschaftsstärke verschoben. Von Abu nach Dhabi, äh, Dubai.
Das hatte natürlich damit zu tun, dass Scheich Armins Gefolgschaft dem Ball hinterherlief, in aller Freundschaft die Kräfte gemessen hat mit den Kollegen aus Mönchengladbach. Dazu muss man schon um die halbe Welt fliegen.
Vor Ort werden die Journalisten dann von einem Nicht-Scheich im Anzug erst mal gebrieft, wie sie sich während des Spiels zu verhalten haben. „Nicht die weiße Linie übertreten. Wasser dürft ihr trinken, auch die Toiletten benutzen.“ Danke, super.
Die Anfahrt war entspannter (im Übrigen mit demselben Fahrer, mit dem die Söhne und Häuptling Bruno tags zuvor schon durch Abu irrten), nach 140 Kilometern erreichten wir das aus Funk und Fernsehen bekannte Emirat Dubai.
Nun ja, wir sind ja alte Hasen in Sachen Wüste und Scheichs und so, aber man kann dann doch sagen: Wir waren ein bisschen beeindruckt. Nur ein bisschen.
Das lag in erster Linie an einer durch die guten Freunde Ralf und Andreas eingefädelten Führung durch dieses Hotel, Burj al Arab oder so. Alter Scheich.
Die nette Dame Izabela aus Polen hat uns durch den Palast geführt, hat uns alles gezeigt, das Monster-Aquarium mit Nemo im Restaurant; die lausige 160-Quadratmeter-Bude für 2400 Tacken die Nacht; und die Präsidentensuite – 660 Quadratmeter, zwei Etagen, ein Whirlpool, in dem man locker das Seepferdchen-Abzeichen ablegen könnte.
Macht schlappe 16.800 Euro für ein Mal an der Matratze horchen, die kostet dafür auch 12.000 Euro, die Matratze. Lächerlich. Dafür ist über jedem Bett ein Spiegel angebracht. „Kann aber auch abgehängt werden“, sagt Izabela. „Ist ja nicht jedermanns Sache.“ Aha.
Dubai war ganz nett, aber irgendwie ist ja Abu unsere zweite Heimat. Heute Nacht fliegen die wüsten Söhne wieder heim zu den anderen Türmen am Main. Vielleicht kommen wir ja noch mal wieder zum Vater der Gazelle. Und wenn nicht – scheichegal.
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