Herr Bajramovic, Sie waren lange von der Bildfläche verschwunden und melden sich auf europäischer Bühne mit einem Paukenschlag zurück. Erzählen Sie doch mal, wie das war am Samstag, als Sie für Bosnien in Belgien mit einem frechen Lupfer beim 4:2-Sieg das vorentscheidende 3:1 erzielten.
Das war überragend, kaum in Worte zu fassen. Aber ich habe ja immer gesagt: Ich war jetzt zwar 15 Monate weg, aber das Fußballspielen habe ich nicht verlernt. Und für verrückte Sachen wie diesen Lupfer bin ich immer zu haben.
Zlatan Bajramovic war sehr, sehr lange zur Untätigkeit verdammt. Der Mittelfeldspieler, 29, wurde in den vergangenen 15 Monaten dreimal am lädierten rechten Zeh operiert. Die Schmerzen kehrten stets zurück. Gedanken ans Karriereende schossen dem Bosnier durch den Kopf. Und nun dieses Comeback: Er erzielte das 3:1 für Bosnien gegen Belgien und bereitete ein weiteres Tor vor. Die FR erwischte ihn gestern in seiner Heimat am Telefon.
Die Eintracht hat sich die Dienste des gebürtigen Hamburgers bis 2011 gesichert. Trainer Friedhelm Funkel hält große Stücke auf den Familienvater: "Zlatan ist ein klasse Spieler, ein echter Führungsspieler."
Sie haben in der Bundesliga erst zwei Minuten gespielt, dann werden Sie zur Nationalelf eingeladen, nach 70 Minuten eingewechselt, schießen ein Tor und bereiten ein anderes vor. Ist das ein kleiner Traum?
Ein kleiner Traum? Es ist ein großer Traum. Unglaublich. Mehr geht nicht. So viel Glück auf einmal ist nur schwer zu fassen.
Kam die Einwechslung für Sie sehr überraschend?
Nein. Ich konnte mich darauf vorbereiten, schon vor dem Spiel hat mich Trainer Miroslav Blazevic immer gefragt: ,Wie sieht's aus? Wie lange traust du dir zu?' Ich habe ihm geantwortet: ,Trainer, mir fehlt noch die Kraft, aber mit den ganzen Emotionen und der Euphorie wird es schon gehen.' Und dann hat er mich eingewechselt, quasi als zweite Spitze - und auf einmal mussten wir zurück in die Kabine für zehn Minuten. Das hat mir gar nicht gepasst.
Was war passiert?
Die bosnischen Fans haben ein Bengalisches Feuer entzündet, das Spiel wurde unterbrochen - und als es weiterging, haben die Belgier Druck ohne Ende gemacht. Da ließ sich nicht erahnen, dass der Abend für uns und vor allem für mich ein solch phantastisches Ende nehmen würde.
Haben Sie schon realisiert, was da genau geschehen ist?
Nein, das werde ich wohl erst, wenn das Spiel am Samstag mit der Eintracht gegen Cottbus vorüber und ein bisschen Ruhe eingekehrt ist. Sie können sich nicht vorstellen, was hier in Bosnien für eine Euphorie herrscht, die Menschen sind völlig aus dem Häuschen. Aber ich warne immer: Wer himmelhochjauchzend unterwegs ist, kann auch ganz schnell ganz tief fallen.
Wie kam es, dass Sie so schnell wieder für die Nationalmannschaft nominiert wurden?
Ich hatte erst viermal wieder mit der Eintracht trainiert, als bei mir nachts, nach Mitternacht, das Telefon klingelte. Ein Mitarbeiter des Verbandes war dran und sagte nur: ,Zlatan, der Trainer will dich unbedingt dabei haben.' Das hat mich tierisch gefreut.
Haben Sie noch Schmerzen am schon dreimal operierten Zeh?
Wenn ich mich beeinflusst fühlte, würde ich abbrechen. Aber zufrieden bin ich nicht, ich spüre etwas. Und die Angst spielt mit, sie ist im Kopf. Da denkt man oft: Was passiert jetzt bei der Bewegung, kann ich dieses oder jenes machen? Damit muss ich klarkommen.
Wie stark ist die Beeinträchtigung?
Ich habeProbleme nach der Belastung, währenddessen geht es eigentlich. Aber es ist nicht mehr so schlimm wie zuvor. Als ich im Winter wieder anfing, musste ich ja schon nach einer Woche wieder abbrechen. Und auch aus dem Trainingslager in Portugal musste ich abreisen. Da war ich schon verzweifelt. Jetzt geht es ganz gut, aber es könnte halt besser sein. Ich stehe in ständigem Kontakt mit meinem Arzt, wir wollen die Sache ganz in den Griff kriegen.
Welche Ziele haben Sie noch für diese Saison?
Keine großen. Die Mannschaft spielte zuletzt super, auch ohne mich. Wir sind auf einem guten Weg. Und ganz ehrlich: Für mein Spiel brauche ich extrem viel Kraft. Und die fehlt mir einfach. Da werde ich bestimmt keine Ansprüche stellen.
Interview: Ingo Durstewitz
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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