Zlatan Bajramovic ist die Vorfreude selbst durch die lange Leitung des Telefons anzuhören. "Ich mag es, wenn es hart auf hart geht", sagt der bosnische Nationalspieler. "Ich mag Spiele, in denen es zur Sache geht, in denen es um etwas geht." Am Mittwoch in Zenica steht ein solches Spiel an, dann empfängt die bosnische Auswahl die aus der Türkei. Und nicht nur der Mittelfeldspieler der Frankfurter Eintracht ist der festen Überzeugung: "Das Stadion wird brodeln. Das wird heiß."
Die Voraussetzungen sind klar: Die zuletzt stark auftrumpfenden Bosnier haben die besten Karten, sich in der WM-Quali den zweiten Platz hinter den übermächtigen Spaniern zu sichern. Sie liegen vier Punkte vor den Türken.
Zwei Tage Trainingspause
Bajramovic gehört zu jenem Bundesliga-Quintett, das mit dafür gesorgt hat, dass die Bosnier in die Erfolgsspur zurückfanden. Am Samstag in Armenien spielten die Hoffenheimer Vedad Ibisevic, Sejad Salihovic von Beginn an, genauso wie der Wolfsburger Stürmer Edin Dzeko, Regisseur Zvjezdan Misimovic sah gelbgesperrt nur zu. Bajramovic wurde nach 84 Minuten eingewechselt. "Ein paar Ballkontakte hatte ich aber noch", erzählt er lachend.
Für den 30-Jährigen war ohnehin klar, dass er nicht in der Anfangself stehen würde. Er konnte nämlich am vergangenen Mittwoch und Donnerstag verletzungsbedingt nicht trainieren. Verletzungsbedingt? Da schrillen sofort die Alarmglocken, schließlich blickt er auf eine fast schon unglaubliche Leidenszeit zurück. Seit fast zwei Jahren (24. November 2007) stand er in der Bundesliga bei Anpfiff nicht mehr auf dem Platz. Schuld daran ist die große Zehe des rechten Fußes, an der er sich bereits viermal hat operieren lassen müssen. Nun aber gibt Bajramovic Entwarnung: muskuläre Probleme im Oberschenkel seien für die Trainingspause verantwortlich gewesen, sagt er.
Und die Zehe? "Keine Probleme", antwortet der Profi. Überhaupt keine? "Nein, gar keine. Es wird nie warm, es wird nie dick. Es ist alles gut, ich bin zufrieden." Damit war nicht unbedingt zu rechnen, zu viele Rückschläge musste der Routinier schon wegstecken, zu oft griff er hoffnungstrunken an, nur um dann wieder von den Schmerzen im Zehengrundgelenk gestoppt zu werden, Schmerzen, die er schon mal als höllisch und unerträglich beschrieben hatte. Erst in der Vorbereitung auf die neue Saison musste er abermals einen Comebackversuch abbrechen; nicht wenige rechneten daher damit, dass sich seine Karriere dem Ende entgegen neigen würde. Der Spieler selbst wirkte auch müde des Kämpfens, er schien resigniert und zermürbt.
Skibbe baut auf ihn
Auch jetzt verbittet sich Bajramovic überbordenden Optimismus, weil er schon zu oft auf die Nase gefallen sei. Er sagt nüchtern: "Es gibt keinen Grund, euphorisch zu sein. Es gibt aber auch keinen Grund, pessimistisch zu sein." Und dann, quasi nebenbei, spricht er doch einen Satz, in dem die geballte Hoffnung und Zuversicht steckt: "Ich fühle mich wie früher." Früher, als er sich zu einem ganz hervorragenden Mittelfeldspieler entwickelt hatte, der es bis zum FC Schalke 04 schaffte. Ehe ihn die große Zehe stoppte.
Nun nimmt er einen neuen Anlauf, am Mittwoch in der Nationalelf, am Samstag mit der Eintracht bei seinem alten Verein SC Freiburg. Welch große Verstärkung er sein kann, deutete er zuletzt gegen Dortmund an, als er das Spiel nach seiner Einwechslung beruhigte und lenkte. Ob er nun also in die Startelf dränge? "Natürlich würde ich gerne spielen", sagt er. "Aber ich achte jetzt erst mal auf meine Gesundheit." Trainer Michael Skibbe baut auf ihn, und er freut sich über die Einsatzzeit bei der Länderauswahl: "Jede Minute hilft ihm und hilft uns. Er braucht jetzt Spielpraxis." Über seine große fußballerische Klasse muss man sowieso keine großen Worte verlieren.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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