Marcel Titsch-Rivero ist von seinen Qualitäten überzeugt. Der Frankfurter Bub will sich nicht länger mit der Reservistenrolle zufriedengeben. Im FR-Interview erzählt der 21-Jährige von Enttäuschungen.
Jung, ehrgeizig, hungrig: Marcel Titsch-Rivero (li.), im Zweikampf mit Kollege Alexander Meier.
Foto: Jan Hübner
Jung, ehrgeizig, hungrig: Marcel Titsch-Rivero (li.), im Zweikampf mit Kollege Alexander Meier.
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Marcel Titsch-Rivero, 21, linkes Mittelfeld, Frankfurter Bub, gehört seit zwei Jahren zum Profi-Kader von Eintracht Frankfurt. Er kam bislang nur auf zwei Einsätze von insgesamt neun Minuten. Aufsehen erregte er im letzten Bundesliga-Spiel, als er in Dortmund nach 43 Sekunden die Rote Karte sah.
Herr Titsch-Rivero, Sie haben neun Minuten in der Bundesliga gespielt. Fühlen Sie sich als Bundesligaspieler?
Nicht wirklich. Erst ab 20, 25 Spielen würde ich mich als Bundesligaspieler sehen.
Sie haben zwei Einsätze hinter sich, einer in Hoffenheim und der berühmte in Dortmund, als Sie nach 43 Sekunden die Rote Karte sahen.
Ja, das war sehr unglücklich. Ich dachte, das ist ein schlechter Traum, zumal ich den Dortmunder gar nicht berührt habe. Wenigstens gab es noch einen schnelleren Platzverweis. Ich habe nachgeguckt, nach drei Sekunden. Ich habe es also nicht ins Guinness Buch der Rekorde geschafft. Aber die Zeit danach war hart, da gab es so manche schlaflose Nacht.
Was fehlt Ihnen, um den Sprung nach ganz oben zu schaffen?
Ich bin jetzt schon eine gewisse Zeit dabei, um sagen zu können dass nicht nur das Talent ausschlaggebend ist. Sondern es gehört auch sehr viel Glück dazu, um seine Chance zubekommen.
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Ihnen ist das Glück also nicht hold gewesen?
Das kann man so nicht sagen. Ich muss mir mein Glück halt noch mehr erzwingen als vielleicht manch anderer. Zudem braucht man einen Trainer, der einen jungen Spieler einfach mal reinschmeißt und nicht immer nur auf die Etablierten setzt.
Fühlen Sie sich da bei der Eintracht links liegen gelassen?
Michael Skibbe hat es uns jungen Spieler schon sehr schwer gemacht. Er hat uns nicht die Chance gegeben, uns zu zeigen. Aber das ist jetzt Vergangenheit. Unter meinem neuen Trainer Armin Veh bin ich sehr zuversichtlich, dass ich meine Chance bekommen werde.
Klassenbuch: Eintracht siegt in Braunschweig
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Klassenbuch: Eintracht siegt in Braunschweig
Gut dabei - Benjamin Köhler: Fühlte sich zuletzt als Prügelknabe. Gab seine Antwort auf dem Platz. Traf nach feiner Einzelaktion mit rechts zur Führung, auch danach drehte er mächtig am Schwungrad. Mit viel Spielverständnis und guten Flanken von links, die alle gefährlich waren. Zumindest eine davon hätte Gekas per Kopf verwerten müssen. Scheiterte später selbst noch einmal alleine vor Braunschweigs Torhüter Petkovic. Der überforderte Gegenspieler Kessel wurde nach einer halben Stunde entnervt ausgewechselt. Das sagt alles. Ist vorne weitaus besser aufgehoben als in der Defensive. Das weiß auch jeder.
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Gut dabei - Pirmin Schwegler: Immer die erste Anspielstation, kluger Dirigent, er sucht immer die spielerische Lösung. Zudem sehr zweikampfstark. Allerdings mit einem bösen Ballverlust, als er sich von Boland den Ball klauen ließ und es plötzlich lichterloh brannte in der Frankfurter Abwehr. Mit den meisten Ballkontakten (97).
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Gut dabei - Oka Nikolov: Erhielt erwartungsgemäß den Vorzug vor Kessler, zahlte das Vertrauen von Trainer Armin Veh mit Ruhe und Sicherheit zurück. Hielt einmal klasse gegen Zimmermann (15.) und ein anderes Mal gegen Kumbela (71.). Und: Auch er beteiligte sich am Spielaufbau, spielte gute und präzise Flugbälle.
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Gut dabei - Karim Matmour: Kam rein, spielte ein bisschen mit und legte dann zweimal klug zurück auf Alex Meier, der zweimal einschoss. So muss ein Joker stechen.
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Ganz okay - Gordon Schildenfeld: Sehr umsichtig, souverän und sicher, auch in der Luft stark. Nur einmal mit Mühe, da musste er ohne Absicherung in eine Eins-gegen-eins-Situation. Das mag er gar nicht. Und später mit zu viel Langholz. Der Zweikampfstärkste auf dem Platz (73 Prozent aller Duelle gewonnen).
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Ganz okay - Sebastian Rode: Auch er zwang die Braunschweiger immer wieder zu Fehlern, weil er aggressiv die Gegner attackierte. Mit großem Pensum, aber einigen Ballverlusten zu viel. Musste später mit leichter Oberschenkelblessur raus.
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Ganz okay - Theofanis Gekas: Ist das der Gekas, der kaum mehr lief in der Rückserie, der nur noch stand und lauerte und Unlust verströmte? Am Sonntag stand da ein anderer Gekas auf dem Feld, einer, der so viel lief wie selten zuvor, der sogar ganz weit hinten aushalf, der die Bälle holte und prallen ließ, der sich beteiligte am Spiel. Nur vor dem Tor fehlte ihm ein wenig Fortune. Ein Treffer, ganz früh im Spiel, wurde ihm zurückgepfiffen – nur warum? Der Treffer war korrekt.
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Ganz okay - Bamba Anderson: Ohne großen Fehler, ließ eigentlich nichts anbrennen, auch wenn es nicht immer souverän wirkte. Auch im Luftkampf mit Problemen im Timing. Aber es war auch erst sein zweites Spiel im Trikot von Eintracht Frankfurt.
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Ganz okay - Constant Djakpa: Spielte ein paar lange Bälle zu viel, wirkte zudem etwas ungeordnet und ungeschliffen im Spielaufbau. Aber mit Willen und Herz, darüber hinaus sehr robust und physisch stark.
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So lala - Matthias Lehmann: Verbessert, aber noch weit weg von gut. Ohne große Linie. Beschränkte sich erst mal auf die Kärrnerarbeit in der Defensive, das muss nicht verkehrt sein. Spielt aber immer noch zu viele Quer- oder Rückpässe.
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So lala - Sebastian Jung: Sucht weiterhin seine Form. Im zweiten Abschnitt mit einigen Problemen da hinten rechts. Wo ist seine Wucht und Präzision im Spiel nach vorne? Zu ungenaue Bälle, leichte Abspielfehler.
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Zu spät gekommen - Erwin Hoffer
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Zu spät gekommen - Ümit Korkmaz
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Gut dabei - Alexander Meier: Überall zu finden, mit einem fast schon unglaublichen Laufpensum. Setzte immer nach, zwang die Braunschweiger zu Ballverlusten. Kluger Ballverteiler. Schlug zum Schluss dann natürlich auch noch zweimal zu. Hat nun schon fünf Tore auf dem Konto. Eine Klasse für sich.
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Klarer Sieg für die Eintracht in Braunschweig
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Klarer Sieg für die Eintracht in Braunschweig
Soares Anderson (l.) im Duell mit dem Braunschweiger Domi Kumbela.
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Benjamin Köhler (l.) kämpft mit dem Braunschweiger Jan Washausen um den Ball.
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Alexander Meier (l.) beim Kopfballduell gegen den Braunschweiger Norman Theuerkauf.
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Trainer Armin Veh weist den Weg.
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Pirmin Schwegler (l.) liefert sich ein Duell mit Mirko Boland.
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Der Braunschweiger Nico Zimmermann (l.) fährt Alexander Meier in die Parade.
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Frankfurter Fans zünden Feuerwerkskörper an.
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Sebastian Rode versucht den Braunschweiger Ken Reichel aufzuhalten.
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Alexander Meier setzt sich gegen Marcel Correia durch.
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Auch am Boden liegend gibt Pirmin Schwegler keinen Ball verloren, hier gegen den Braunschweiger Damir Vrancic.
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Alexander Meier bejubelt seinen Treffer zum 3:0.
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So sehen Verlierer aus: Spieler von Eintracht Braunschweig.
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Verdienter Jubel: Die Eintracht freut sich über den klaren Sieg.
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Benjamin Köhler erzielt das 1:0 für die Eintracht.
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Glauben Sie, dass Sie den Sprung in die erste Liga noch packen?
Ich bin von meinen Qualitäten felsenfest überzeugt. Ich habe auch entsprechendes Feedback bekommen, nur das ist bislang noch nicht belohnt worden. Mein Ziel ist es zu spielen, und zwar in der ersten Mannschaft, egal ob erste oder zweite Liga.
Es bleibt Ihnen aber nur noch diese Saison?
Gerade als junger Spieler muss man spielen, spielen, spielen. Ich habe mich verbal immer zurückgehalten, habe versucht, sportlich zu überzeugen. Ich will natürlich nicht alles schlucken. Aber im Fussball geht alles sehr schnell. Wenn ich allerdings sehe, dass ich am Ende doch keine Chance bekomme, ist klar, dass ich mein Glück woanders suchen muss.