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Interview mit Patrick Ochs: „Wir können uns oben festbeißen“

Eintracht-Vize-Kapitän Patrick Ochs über Europapokal-Ambitionen, die Suche nach dem Killerinstinkt und seine unklare Zukunft.

Patrick Ochs beim Eintracht-Sieg gegen Dortmund.
Patrick Ochs beim Eintracht-Sieg gegen Dortmund.
Foto: Bongarts/Getty Images

Herr Ochs, Trainer Skibbe und Boss Bruchhagen sind sich einig: In der Rückrunde soll die Mannschaft versuchen, die Europa League anzupeilen. Wie kommt das bei den Spielern an?

Sehr gut. Es ist genau das, was wir auch wollen. Wir können uns doch jetzt schlecht hinstellen und sagen: „Super, wenn wir am Ende Zehnter werden.“ Nein, als Sportler hat man immer das Ziel, so weit wie möglich nach oben zu kommen. Und deshalb bekennen wir uns auch zu unseren Ambitionen. Wir sind jetzt Siebter, und ich wage zu behaupten: Freiburg und Hannover sind nicht besser als wir. Warum sollten wir diese beiden nicht noch abfangen können? Das wird kein Spaziergang. Aber gerade deshalb müssen wir hart arbeiten, hochkonzentriert sein und nicht nachlassen. Wir müssen jetzt richtig Gas geben. Dann können wir uns oben festbeißen.

Der Routinier

Patrick Ochs ist ein Dauerbrenner der Eintracht. Seit der 26-Jährige im Jahr 2004 zurückkehrte, ist er Stammspieler. Er hat mittlerweile 161 Bundesligaspiele auf dem Buckel.

Der gebürtige Frankfurter ist auch zum Führungsspieler gereift, sein Wort hat Gewicht, er ist stellvertretender Kapitän. „Die Spieler können immer zu mir kommen“, sagt Ochs zu seiner neuen Aufgabe. „Aber es ist nicht so wichtig, ob man die Binde trägt. Ich bin so wie immer.“

Aber in der Vergangenheit war es oft so, dass die Mannschaft immer dann, wenn sie den nächsten Schritt hätte machen können, versagt hat. Letzte Saison in Gladbach, diese Runde in Köln.

Versagt würde ich nicht sagen. Ich würde eher sagen, uns fehlt dieser Killerinstinkt. Dass man auch diese Spiele gewinnt, die man einfach gewinnen muss. Das unterscheidet die richtig guten von den guten Mannschaften. In Köln etwa, das war die ärgerlichste Niederlage überhaupt. Wie man so ein Spiel verlieren kann.

Diese Niederlage taucht in der Rückbetrachtung bei allen Spielern und beim Trainer immer wieder auf. Weshalb?

Weil das geschmerzt hat. Wir hatten die voll im Griff, dann haben wir unsere Linie verloren. Wir haben nur noch lange Bälle gespielt, das Spiel aus der Hand gegeben. Wir können aber nur erfolgreich sein, wenn wir unser Konzept von der ersten bis zur letzten Minute durchziehen. Also einfache, kluge Pässe spielen, unser Kombinationsspiel durchbringen, schnell und geradlinig am Boden spielen. Wenn wir davon abweichen, wird es für uns schwer, weil wir diese Spielweise verinnerlicht haben. Und wenn wir wirklich was reißen wollen, dürfen solche Spiele wie gegen Köln nicht mehr vorkommen. Denn wir hätten uns da ja auch tabellarisch einiges kaputt machen können. Es konnte ja keiner damit rechnen, dass wir dann am letzten Hinrundenspieltag tatsächlich Dortmund schlagen.

Das Hinspiel in Hannover war ähnlich schlecht. Das war auch so ein Spiel, das die Eintracht nicht hätte verlieren müssen.

Das war fast genauso wie in Köln. Deshalb haben wir da auch jetzt etwas gutzumachen. Es wird nicht leicht, ich denke, es wir eine zähe, enge Kiste, wie fast alle Bundesligaspiele. Aber Hannover ist schlagbar. Und dieser Vergleich ist für uns doppelt wichtig, weil die Hannoveraner ja fünf Punkte vor uns stehen. Wenn wir gewinnen, hätten wir den Rückstand auf zwei Zähler verkürzt. Den umgekehrten Fall klammern wir hier mal aus (lacht). Im Ernst: Bei einem Sieg hätten wir gute Chancen, uns vorne festzusetzen.

Sind Sie mit Ihrer persönlichen Entwicklung zufrieden?

Ja. Ich denke, ich habe eine Hinserie auf hohem Niveau gespielt, natürlich mit einigen Hängern. Aber das ist normal. Ich arbeite daran, dass meine Flanken noch präziser kommen. Mit meiner Torausbeute von zwei Treffern bin ich nicht zufrieden. Aber sonst passt das schon ganz gut.

Die rechte Seite gilt so ein bisschen als Geheimwaffe. Sehen Sie das auch so?

Geheimwaffe? Na ja, es hat sich ja rumgesprochen, dass da bei uns auf rechts nicht die langsamsten Spieler auflaufen. Ich bin ganz zufrieden, ich habe zusammen mit Sebastian Jung ordentlich Alarm gemacht. Wir haben relativ viele Tore oder Torchancen vorbereitet.

Nach dieser Saison können Sie die Eintracht für eine festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von drei Millionen Euro verlassen. Der Verein will mit Ihnen verlängern. Wie ist der Stand?

Dazu möchte ich mich nicht äußern. Entweder sage ich irgendwann: „Ich gehe.“ Oder: „Ich bleibe.“ Ich möchte da auch nicht so herausgehoben werden, die Mannschaft ist wichtiger. Alles geht seinen Weg.

Geht es ums Geld oder die Perspektive? Oder beides?

Geld ist wichtig, da müssen wir uns nicht in die Tasche lügen. Aber es geht auch darum, dass wir Spieler Perspektiven haben, dass wir wissen, wohin der Weg geht. Das ist doch völlig legitim, oder? Dass jetzt schon Leistungsträger wie Köhler oder Schwegler gehalten werden, ist auf jeden Fall das richtige Signal. Was aus mir wird, entscheidet sich irgendwann.

Interview: Ingo Durstewitz

Datum:  14 | 1 | 2011
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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