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SGE-Trainer fordert Verstärkungen: Armin Veh macht mächtig Druck

Finanzielle Zwänge engen den Spielraum der Eintracht in Sachen Neuzugänge ein. Trainer Veh weiß drum - sieht aber auch das große Ziel Wiederaufstieg in Gefahr. Erste Priorität hat ein Stürmer. Ein Kandidat ist Rob Friend.

        

Steht auf Vehs Wunschliste ganz oben: Rob Friend.
Steht auf Vehs Wunschliste ganz oben: Rob Friend.
Foto: getty
Frankfurt –  

Der Frankfurter Trainer Armin Veh lässt sich nicht blenden, nicht von elf Punkten aus fünf eher schweren Spielen, nicht von dem 4:0-Erfolg im prestigeträchtigen Stadtduell gegen den kleinen Nachbarn FSV Frankfurt. Armin Veh denkt weiter, an die Zeit, wenn die Tage kürzer und dunkler werden, wenn der Boden tief und die Saison verdammt lang wird. „Dann musst du oben dabei sein, du darfst da nicht abfallen, musst immer in Schlagweite sein“, betont der 50 Jahre alte Eintracht-Coach.

Und damit er das mit seinem Team gewährleisten kann, fordert Veh nach wie vor und unbeirrt einen weiteren Stürmer. „Ich dränge da weiter drauf“, sagt er fast schon trotzig. Groß soll er sein, der neue Mann, bullig und kopfballstark. „Ich muss ja auch mal ein Spiel mit einem Standard gewinnen, wenn spielerisch nichts läuft“, bekundet Veh.

Finanzvorstand Thomas Pröckl hat bisher kein grünes Licht gegeben, erst müssen einige Spieler von der Gehaltsliste. Das Kardinalproblem: Es gibt keinen Markt für die Spieler, die die Eintracht gerne abgeben würde.

Veh weiß um die finanziellen Zwänge, aber er sieht das große Ziel in Gefahr. Und ein Nichtaufstieg würde die Eintracht ganz sicher teuer zu stehen kommen. Sehr viel teurer als eine Investition in einen zusätzlichen Angreifer. Im Fall des Klassenverbleibs in der zweiten Liga würde bei der Eintracht in der kommenden Saison einiges zusammenbrechen, dann könnte sie allenfalls noch einen Mittelfeldetat stemmen und stünde weitgehend ohne Mannschaft da, weil sehr viele Verträge auslaufen. „Mit einem neuen Stürmer kann ich zwar keine Garantie geben, dass wir aufsteigen. Aber die Wahrscheinlichkeit erhöht sich“, befindet Veh.

Stürmer wichtiger als Innenverteidiger

Die Eintracht hofft auf einen Transfer in letzter Sekunde, einen Spieler habe der Klub in der Hinterhand, den er längere Zeit auf der Liste habe. „Damals hat es nicht geklappt, aber vielleicht geht noch mal eine Tür auf“, sagt Veh. Ob es sich dabei um Rob Friend handelt, den Stürmer von Hertha BSC, wollte er nicht verraten. Er hält aber große Stücke auf den den 30-jährigen Kanadier. „Er ist ein guter Typ“, urteilt Veh. Das Pokerspiel hat begonnen.

Kein Investor

Mit einiger Verwunderung hat der Frankfurter Finanzvorstand Thomas Pröckl auf eine Meldung im Boulevard-Blatt Express aus Köln reagiert, wonach Eintracht Frankfurt beim Investor Franz-Josef Wernze vorstellig geworden sein soll. Der Kölner Millionär soll sich jüngst mit Darlehen an Transfers von FC-Profis − etwa Lukas Podolski − beteiligt haben. Auch die Eintracht soll laut Express bei Wernze angefragt haben.
„Davon ist mir nichts bekannt“, sagte Pröckl der FR. Die Eintracht habe nicht vor, ihre strategische Ausrichtung zu ändern. Klub-Politik sei es, nicht auf Gelder von Darlehensgebern zurückzugreifen. „Daran hat sich nichts geändert.“

Auf Vehs Wunschliste, das ist bekannt, steht ja auch noch ein Innenverteidiger, aber der Stürmer habe Priorität. „Ganz klar.“ Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass Veh einen eigentlich schon Aussortierten für recht tauglich erklärt hat: Habib Bellaid. Zwar könne er, Veh, nach zwei, drei Wochen Training noch kein abschließendes Urteil abgeben. „Aber ich glaube schon, dass er uns helfen kann. Er hat eine gewisse Klasse. Und er steht, wie ein Innenverteidiger stehen muss.“ Hört sich an, als könne Bellaid zumindest das Rennen gegen Stefan Bell aufnehmen, um sich als Stopper Nummer drei hinter Gordon Schildenfeld und Bamba Anderson zu positionieren.

Die Frage bleibt, ob Bell, seit gestern 20 Jahre alt, überhaupt in Frankfurt bleibt. Sein alter Klub 1860 München hat Interesse bekundet. Veh positioniert sich da recht klar: „Jetzt, da er besser wird, gebe ich ihn nicht ab.“ Und der Markt gebe ja ohnehin kaum etwas her: „Da behalte ich lieber einen ehrgeizigen Stefan Bell, als einen zu holen, den keiner will.“

Autor:  Ingo Durstewitz
Datum:  25 | 8 | 2011
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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