Der grimmige Blick des Trainers versprach nichts Gutes. Christoph Daum eilte nach dem Vormittagstraining am Dienstag eiligen Schrittes ins Warme. Was dem Trainer des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt die Stimmung verhagelte, war aber nicht etwa eine mangelhafte Einstellung seiner Mannschaft. „Vom Training her kann ich den Spielern ein sehr, sehr gutes Zeugnis ausstellen. Ich habe selten eine Mannschaft gehabt, die Dinge so gut umsetzt“, sagte ein frierender Daum. Der Mann war vielmehr sauer auf sich selbst. „Es gibt nicht kalt, es gibt nur die falsche Kleidung“, grantelte der nur mit einem dünnen Trainingsanzug bekleidete Fußballlehrer und schob ein sanftes Lächeln nach.
Von guter Laune war der 57 Jahre alte Eintracht-Trainer an diesem Morgen aber noch weit entfernt. Vor dem Training erhielt er schlechte Nachrichten aus der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Frankfurt: Linksverteidiger Georgios Tzavellas wird der Eintracht im Abstiegskampf fehlen. Der Grieche zog sich am Freitag im Heimspiel gegen Werder Bremen (1:1) einen Teilriss des hinteren Kreuzbandes im linken Knie zu. „Wenn alles gut geht, kann er nach acht Wochen wieder mit dem Training beginnen. Rechnen sie aber noch mal vier Wochen drauf, bis er wieder wettkampffähig ist“, sagte Daum hörbar desillusioniert: „Das ist in unserer Situation ein absolut herber Verlust, die personellen Möglichkeiten bei uns sind begrenzt.“
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Damit dürfte am Samstag beim Gastspiel der Hessen in Hoffenheim Benjamin Köhler den Linksverteidiger geben. „Sehr viele Alternativen haben wir nicht, er ist eine“, sagte Daum. Eine andere könnte Aleksandar Vasoski sein. Daum: „Der Vasi sagt, er hätte dort auch schon mal gespielt − in der Nationalmannschaft. Aber vielleicht fällt uns ja auch noch was Überraschendes ein.“ Im nicht öffentlichen Nachmittagstraining beispielsweise.
Denn der Ausfall des im vergangenen Sommer von Panionios Athen nach Frankfurt gewechselten Linksfußes bedeutet auch, dass Daum der wichtigste Mann für die Standards abgeht. „Da müssen wir komplett umdenken“, so Daum vor der geheimen Einheit, in der der Trainer mögliche Frei- und Eckstoßschützen ins Visier nahm.
„Ich habe schon zwei, drei im Auge, aber lassen sie uns noch mal ein bisschen gucken“, sagte Daum vor seiner ganz speziellen Castingshow unter Ausschluss der Öffentlichkeit: DSDS − Daum sucht den Standardschützen.
Tzavellas hatte am Freitag Glück im Unglück. Denn eigentlich wollte der griechische Nationalspieler gar nicht raus. Bei seiner Auswechslung grummelte er in Richtung Bank, war sauer, konnte nicht verstehen, warum er raus musste. Die Schmerzen spürte der Grieche offenkundig nicht. Noch nicht. „Der war noch voll mit Adrenalin“, sagte Daum und erinnerte sich sehr genau an jenen Moment, als „ich sofort reagierte“. Nach einem Zweikampf „humpelte er, und ich habe ihn sofort ausgewechselt. Gott sei Dank“, erzählte Daum: „So ist es nur ein Teilriss, hätte er fünf Minuten länger gespielt, wäre das Kreuzband komplett gerissen und Tzavellas würde sechs Monate ausfallen.“
Menger mit Hexenschuss
Tzavellas war am Dienstag aber nicht die einzige Stammkraft, die entschuldigt fehlte: Ioannis Amanatidis zwickte die Wade, der ebenfalls am Knie verletzte Sebastian Jung soll ebenso wie Sonny Kittel (U 18-Nationalmannschaftslehrgang) am Mittwoch wieder ins Training einsteigen. Torwart Ralf Fährmann sei noch in der Individualtrainingsphase, „damit er nicht wieder auf die Hüfte fällt“, so Daum, der auch im Trainerstab erste Verluste hinnehmen musste: Torwarttrainer Andreas Menger meldete sich krank. „Hexenschuss − aber genau weiß ich das auch nicht“, sagte Daum: „Ich bin ja kein Arzt.“ Stimmt. Er soll die Eintracht nur vor dem Abstieg bewahren.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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