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Ochs-Wechsel nach Schalke geplatzt: Der rote Renner im Rückwärtsgang

Nach einer Nacht guter Gespräche mit dem Schalker Trainer Felix Magath weiß Patrick Ochs, dass er nach Frankfurt gehört − zumindest bis zum Sommer.

Saß schon auf gepacktem Koffer: Eintracht-Verteidiger Patrick Ochs.
Saß schon auf gepacktem Koffer: Eintracht-Verteidiger Patrick Ochs.
Foto: Heiko Rhode

Die Nacht nach der bitteren 0:1-Heimschlappe gegen das Tabellen-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach hat Patrick Ochs in München verbracht, im Kempinski Airport-Hotel. Unmittelbar nach Spielschluss am Sonntag war der rechte Flügelspieler von Eintracht Frankfurt in die bayerische Kapitale geflogen. Es galt, noch ein paar Details eines spektakulären Wechsels zum FC Schalke 04 zu klären. Ochs traf dort am Abend gemeinsam mit seinem Berater Gunther Neuhaus die Schalker Allmacht Felix Magath. Bis ein Uhr in der Nacht wurde diskutiert und verhandelt, „es waren gute Gespräche“, sagte Ochs anderntags der FR.

Da war der Transfer aber schon geplatzt. Ochs: „Ich habe Schalke am Montagmorgen gegen zehn Uhr abgesagt.“

Am Montagvormittag, die Profis von Eintracht Frankfurt joggten gerade ohne den freigestellten Ochs durch den eisigen Stadtwald, trat der Frankfurter Klubchef Heribert Bruchhagen im dünnen Pullover vor die Presse und verkündete sachlich, aber anders als der Spieler: Felix Magath habe ihn gerade darüber in Kenntnis gesetzt, dass Schalke 04 das Angebot an Ochs zurückgezogen habe, weil sich der Transfer von Jefferson Farfan zum VfL Wolfsburg zerschlagen habe. „Es ist gut, dass Ochs bleibt“, zeigte sich der Vorstandsvorsitzende mit der dann doch eher überraschenden Wendung zufrieden. „Ich bin froh über diese Entwicklung.“

Die teuersten Wintertransfers der Frankfurter

Caio: Januar 2008 von Palmeiras São Paulo für 3,8 Millionen Euro

Martin Fenin: Januar 2008 von FK Teplice für 3,5 Millionen Euro

Tommy Berntsen: Januar 2001 von Lillestrom SK für 1,875 Millionen Euro

Pawel Kryszalowicz: Januar 2001 von Amica Wronki für 1,4 Millionen Euro

Thomas Sobotzik: Januar 2000 aus Kaiserslautern für 1,25 Millionen Euro

Nikola Petkovic: Januar 2009 von Roter Stern Belgrad für 500000 Euro

Ioannis Amanatidis: Januar 2004 vom VfB Stuttgart für 100000 Euro

Thomas Doll: Dezember 1993 von Lazio Rom für 350000 Euro. prsw

Auch Trainer Michael Skibbe war ein Stein vom Herzen gefallen. „Ohne Ochs wäre es sehr schwer gewesen, unsere Ziele zu erreichen. Er gehört mit Chris und Pirmin Schwegler zu den absoluten Leistungsträgern bei uns. Sein Weggang wäre ein großer Verlust gewesen.“

Patrick Ochs legte am Montag großen Wert darauf, dass die Absage an die Gelsenkirchener ganz allein von seiner Seite ausgegangen war. „Ich habe am Montagmorgen nichts von dem geplatzten Farfan-Transfer gewusst. Das kann man mir glauben oder nicht. Ich weiß aber, wie es war. Ich wollte die Mannschaft in der jetzigen Phase, da es nicht so gut läuft, nicht im Stich lassen. Ich habe die klare Entscheidung getroffen, dass ich in Frankfurt bleiben will. Hinzu kommt, dass ich bei der Eintracht Kapitän bin. Mir ging das jetzt alles viel zu schnell.“ Am Freitag hatte der 26-Jährige, der seit der E-Jugend bei der Eintracht spielt, erst von der Schalke-Offerte erfahren. In den Gesprächen in München war es nur um einen sofortigen Wechsel nach Schalke gegangen. Was am Saisonende passiere, sei nicht Gegenstand der Beratungen gewesen.

Berater Gunther Neuhaus dementierte, dass der Spieler in Frankfurt für eine Verlängerung seines Vertrags über 2012 hinaus rund 2,5 Millionen Euro gefordert habe. Das Angebot der Eintracht sei „ambitioniert“, könne aber mit dem von Schalke nicht mithalten. Neuhaus bestätigte indes, dass „der Ochs-Transfer am Farfan-Transfer hängt“.

Auch HSV hat Interesse

Ochs wird der Eintracht also mindestens noch bis Sommer dieses Jahres erhalten bleiben. Dann kann er für eine festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von drei Millionen Euro aus seinem bis 2012 datierten Vertrag aussteigen. Neben Schalke hat auch der Hamburger SV seine Fühler ausgestreckt.

Wird Bruchhagen also die Zeit nutzen können, dem Spieler, über den Skibbe sagte, er sei „eine Identifikationsfigur“, ein neues Angebot machen? Bruchhagen reagierte ein wenig angefressen: „Das weiß ich jetzt noch nicht. Ich muss auch mal nachdenken und mich betraten. Ochs hat ja einen sehr guten Vertrag.“ Bruchhagen hat aber keinen Hehl daraus gemacht, dass ihm die Arbeit als Vorstandsvorsitzender auch deswegen so viel Spaß bereite, weil „wir Spieler wie Ochs, Amanatidis, Köhler oder Meier in der Mannschaft haben. Das hängt auch mit dem Charakter dieser Spieler zusammen. Das sind Spieler, die glaubwürdig sind“, hatte Bruchhagen schon am Sonntag nach dem Spiel gesagt.

Eintracht Frankfurt und Bruchhagen haben jetzt ein halbes Jahr Zeit gewonnen, die Leistungsträger Ochs und auch Pirmin Schwegler vielleicht doch noch an den Klub zu binden. Dies war auch ausdrücklicher Wunsch von Skibbe bei dessen Vertragsverlängerung gewesen. Schwegler hatte Ende vergangener Woche mitgeteilt, das vorgelegte Angebot über 2012 hinweg nicht zu verlängern. „Das Paket hat nicht gestimmt.“

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Ob Bruchhagen die Stammkräfte binden kann, ist offen. Die Kassen sind leer. Die Eintracht wird diese Saison mit einem Minus von bis zu fünf Millionen Euro abschließen. Auch deswegen fuchst es den Klubchef, dass der Königstransfer von Caio nach Moskau nicht geklappt hat. Dabei gehörte just Caio am Sonntag zu den besten Spielern. Womöglich kann er für die Eintracht noch einmal wertvoll werden, wenn er so spielt wie gegen Gladbach. Denn nicht nur Heribert Bruchhagen macht sich in diesen Tagen „sportlich Sorgen“ um die Eintracht. „Dieses Recht nehme ich mir heraus.“ Auch Skibbe erneuerte am Montag seine Sicht der Dinge. „Nach drei Niederlagen ist einiges in Schieflage geraten. Angst und Sorge habe ich nicht, aber der Blick muss auch in die andere Richtung gehen“, ans Tabellenende. Sieben Punkte sind es nur bis zu einem Relegationsplatz. Wenigstens bleibt Patrick Ochs weiter an Bord. Zumindest vorerst.

Autor:  Thomas Kilchenstein
Datum:  31 | 1 | 2011
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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