Die Winterpause kommt für die Mannschaft von Trainer Armin Veh gelegen.
Foto: dpa
Die Winterpause kommt für die Mannschaft von Trainer Armin Veh gelegen.
Foto: dpa
Die leicht schwächelnde Frankfurter Eintracht hangelt sich mit dem Unentschieden gegen Greuther Fürth der Winterpause entgegen, muss sich bei St. Pauli aber noch einmal am Riemen reißen. Sorgen bereitet vor allem die Abwehr.
Dieses Mal hatte es der leicht angesäuerte Armin Veh eilig. Auf die Auswertung der Laufleistung seiner Mannschaft wollte der Trainer von Eintracht Frankfurt nach diesem rassigen Zweitligaduell im Stadtwald gegen Greuther Fürth nicht bis zum nächsten Morgen warten, wenn die Daten „auf meinem Schreibtisch liegen“.
Also besorgte sich der Fußballlehrer direkt nach dem Abpfiff die Werte und sah seine subjektive Einschätzung durch harte Fakten untermauert: Das Team aus Fürth war insgesamt 14 Kilometer mehr gelaufen als seine Elf, jeder Spieler, wenn man so will, einen Kilometer mehr als sein Pendant. „Das ist ein Batzen, das ist extrem“, urteilte Veh. „Wenn du so viel weniger läufst, siehst du natürlich schlecht aus.“
Klassenbuch Eintracht gegen Fürth
Bildergalerie ( 15 Bilder )
Klassenbuch Eintracht gegen Fürth
Ganz okay - Sebastian Rode: Kurbelte unentwegt an, brachte auch mal Galligkeit ins Spiel. Die ging den Frankfurtern lange ab. Mit mehr Linie als zuletzt. Nach 66 Minuten verletzt ausgetauscht.
Foto: E. Krieger
Ganz okay - Constant Djakpa: Ordentliche Partie, mit viel Power im Spiel nach vorne, auch die Flanken kamen etwas besser. Hinten auch sehr solide. Mit seiner größten Leistung, als er das sichere 0:1 verhinderte: Da kratzte er den Ball von der Linie (19.). Und in einer weiteren Kategorie ganz vorne dabei: mit drei Beinschüssen für die Fürther. Total überflüssig: Seine Tätlichkeit.
Foto: E. Krieger
Ganz okay - Oka Nikolov: Erhielt den Vorzug vor Konkurrent Kessler, war gleich im Spiel, als er einen Schuss von Prib parierte, fälschte den Schuss von Sararer noch ab, sodass Djakpa noch klären konnte.
Foto: E. Krieger
So lala - Benjamin Köhler: Nicht wirklich in der Partie, einige leichte Ballverluste. Schwache Ecken, aber mit einer guten Flanke auf Gekas. Kam später besser in die Partie.
Foto: E. Krieger
So lala - Pirmin Schwegler: Dem Strategen fehlten dieses Mal die zündenden Ideen, er war allerdings auch mehr mit Defensivarbeit beschäftigt, als ihm lieb sein konnte. Bekam die Partie kaum in den Griff. Das kann er sehr viel besser.
Foto: E. Krieger
So lala - Karim Matmour: Führte sich ein, indem er gleich mal in drei Mann hineindribbelte. Dieses Mal keine echte Bereicherung.
Foto: E. Krieger
So lala - Theofanis Gekas: Mit einem guten Zuspiel auf Meier, mit einem brauchbaren Kopfball. Rieb sich ansonsten im Angriff auf und in einigen Rededuellen mit Schiedsrichter Kinhöfer.
Foto: E. Krieger
So lala - Ümit Korkmaz: Wirrer Auftritt, dribbelte sich nach seiner Einwechslung öfter mal fest.
Foto: E. Krieger
Schwächelnd - Alexander Meier: Nicht wirklich präsent, tauchte förmlich ab. So richtig auffällig wurde er nur zwei Mal: Bei einem Schuss und einem Kopfball – beide schrammten am Gehäuse vorbei.
Foto: E. Krieger
Schwächelnd - Gordon Schildenfeld: Wirkt immer etwas hüftsteif, etwas behäbig. Das fiel am Montag umso mehr auf, weil die wieselflinken Fürther enormes Tempo gingen. Manches Mal um Orientierung bemüht. Nicht wirklich souverän.
Foto: E. Krieger
Schwächelnd - Bamba Anderson: Auch er mit großen Schwierigkeiten, zu zaudernd und zögernd, auch bei Sararers Chance nur Begleitservice (19.). Ob er wegen seiner Knieverletzung vielleicht doch etwas gehemmt und unsicher war?
Foto: E. Krieger
Schwächelnd - Sebastian Jung: Bekam gerade zu Beginn des Spiels kein Bein auf den Boden. Fing sich zwischenzeitlich, doch gegen Ende kamen die Fürther wieder vermehrt über seine Flanke.
Foto: E. Krieger
Schwächelnd - Mohamadou Idrissou: Nach Blitzheilung überraschend in der Startelf. Doch die drei Wochen Pause machten sich bemerkbar, nicht so spritzig und schnell wie sonst. Nur selten torgefährlich.
Foto: E. Krieger
Zu spät gekommen - Erwin Hoffer.
Foto: E. Krieger
Gut dabei - Kein Eintrag.
Sport
Sport
Sport
Fotostrecken Sport
Fotostrecken Sport
Fußball
Im Lager der Eintracht herrschte nach dem 0:0 gegen Fürth die einhellige Meinung, einen Punkt gewonnen und ganz sicher nicht zwei Zähler verloren zu haben − und das lag nicht nur am denkwürdigen Fehlschuss von Edgar Prib, der über Nacht Berühmtheit erlangte. Die Hessen waren den Franken in vielen Belangen unterlegen, ein Gefühl, das sie nur aus dem unglückseligen Bundesligahalbjahr 2011 noch kennen.
Natürlich fiel die geringere Laufleistung ins Gewicht, vor allem aber das höhere Tempo der Gäste, die eine weitaus schnellere Mannschaft beisammen haben und die Frankfurter mehrfach alt aussehen ließen. In punkto Tempo hat die Eintracht auf vielen Positionen Defizite.
Abwehr ist die Achillesferse
Zudem bleibt die Abwehr die Achillesferse: Sebastian Jung auf rechts findet nicht zu seiner Form, und die Innenverteidigung mit Bamba Anderson und Gordon Schildenfeld schwimmt von einer Verlegenheit in die nächste. Beide stoßen schon in Liga zwei manches Mal an die Grenzen, die Bundesliga, diese These sei gewagt, würde zu einem echten Abenteuer werden.
Statistik
Blog G - mitreden!
Video
Live!
Spielplan
Mehr
Wo steht die Eintracht? Ergebnisse, Heim-, Auswärts- und Kreuztabelle sowie weitere Statistik zur 2. Fußball-Bundesliga.
Anmerkungen zum Verein des Herzens - subjektiv, unqualifiziert, völlig unreflektiert. Reden Sie mit! Im Blog-G.
Verfolgen Sie die Eintracht im Live-Ticker zur 2. Fußball-Bundesliga. Und wenn Sie möchten, andere Begegnungen gleich mit. Auch auf dem Handy unter mobil.fr-online.de/liveticker. In Twitter berichtet unsere Sportredaktion aktuell unter FR_Sport.
Wer sind die nächsten Gegner? Der Spielplan der Eintracht.
Lesen Sie viele weitere Berichte - gesammelt in unserer Eintracht-Rubrik auf FR-Online.de
Nur Constant Djakpa wartete am Montag auf links mit einer ordentlichen Leistung auf, der Ivorer fiel dennoch negativ auf: mit einem dämlichen Tritt in den Unterleib von Sercan Sararer. Eine Tätlichkeit, die ungeahndet blieb. Bis gestern hatte die Eintracht vom DFB keine Nachricht über eine etwaige Nachverfolgung. Veh kündigte dennoch einen Gespräch mit Djakpa an. „Da soll der Fuß nicht hin“, sagte der Trainer, schränkte aber ein: „Es war auch nicht so dramatisch.“
Nullnummer: Eintracht gegen Fürth
Bildergalerie ( 86 Bilder )
Nullnummer: Eintracht gegen Fürth
Zum Spitzenspiel Frankfurt gegen Fürth sorgte Eintracht-Trainer Armin Veh für eine faustdicke Überraschung:
Foto: E. Krieger
Nach mehr als drei Wochen Pause stand Mohamadou Idrissou in der Startformation.
Foto: E. Krieger
In der ersten Hälfte ist Fürth überlegen, spielt Chancen heraus und trifft beinahe zum 1:0.
Foto: E. Krieger
Fürths Edgar Prib hebt den Ball über Nikolov, scheitert dann aber am Pfosten.
Foto: rtr
Wenige Minuten später folgte der nächste Aufreger für Eintracht-Fans...
Foto: E. Krieger
Der Fürther Sercan Sararer spielt halb Frankfurt aus, aber Constant Djakpa rettet den Ball von der Linie. Ein Nachschuss geht dann an den Pfosten. Glück gehabt.
Foto: dpa
Fast hätte es geklingelt, mag sich Fürths Trainer Michael Büskens denken.
Foto: dpa
Früh im Spiel sieht Idrissou Gelb, Gekas (links) bekommt die gelbe Karte wegen Meckerns. In der 70. Minute wechselt Veh den Griechen aus.
Foto: Getty
Anderson sieht für ein Foul gegen Prib den gelben Karton. Auch Schwegler und der eingewechselte Hoffer holen sich im Spielverlauf eine Gelbe ab.
Foto: dapd
Ob Alexander Meier (in der Luft) im nächsten Montagsspiel gegen St. Pauli trifft?
Foto: Getty
Es folgen die Bilder vom Spiel ...
Foto: E. Krieger
Seit Mai 2011 ist Bruno Hübner Sportdirektor bei Eintracht Frankfurt. Der 51-Jährige hat bei der Eintracht seitdem einige Transfers eingefädelt. Wir haben den Umbau der Eintracht nach dem Abstieg zusammengefasst.
Foto: E. Krieger
Zweiter gegen Dritten: Mehr als 35.000 Eintracht-Fans kamen - trotz Nässe und Kälte - zum Spitzenspiel in die Frankfurter Arena.
Foto:
Getty
Sport
Sport
Sport
Fotostrecken Sport
Fotostrecken Sport
Fußball
Anderson und Schildenfeld verfügen überdies nicht über die fußballerische Klasse, um ein Spiel brauchbar zu eröffnen, gerade dann nicht, wenn der Kontrahent früh und bedingungslos attackiert und die eigenen Mitspieler sich nicht schnell genug in die freien Räume bewegen. Die Folge sind viele Quer- und Rückpässe und lange Schläge ins Niemandsland.
Veh ist diese Interpretation des Spiels zuwider: „Es war eine andere Zeit, als die Eintracht lange Bälle gespielt hat“, sagte er in Anspielung an die Abstiegsrückrunde. Der 50-Jährige kann sich nicht erklären, weshalb sich seine Mannen von den stetig attackierenden Fürthern beeindrucken ließen. „Wir sollten die erfahrenere Mannschaft sein“, sagte er. „Da muss man cool bleiben und das Spiel kontrollieren − und nicht die Dinger da rausbolzen. Das geht nicht.“
Überbewerten wollte er die allenfalls mäßige Darbietung nicht: „Es gibt so Tage, an denen man nicht so gut drauf ist. Das kennt jeder, der ins Büro geht.“
Video zum Thema
Nächster heißer Tanz gegen St. Pauli
Am Montag wird sich die Eintracht ausgeschlafener präsentieren müssen, wenn es zum FC St. Pauli geht. Der nächste heiße Tanz. Veh hat aus den beiden Spitzenspielen vier Punkte als wünschenswert erachtet: „Da können Sie sich ja ausrechnen, wie viele wir jetzt bei Pauli holen müssen“, sagte er lächelnd.
Veh sieht sein Team nicht durchhängen, obwohl die vergangenen Wochen Anlass zu dieser Vermutung geben. Die Eintracht hat im letzten Drittel des letzten Halbjahres so wenige Punkte geholt wie zu keinem vergleichbaren Zeitpunkt. Die Leistungen sind schwankend, die Leichtigkeit, mit der die Frankfurter durch den Oktober spazierte, ist schon längere Zeit perdu.
Pleiten vor dem Tor: Prib in Frank-Mill-Manier
Bildergalerie ( 12 Bilder )
Pleiten vor dem Tor: Prib in Frank-Mill-Manier
Zuvor hatte Prib alles richtig gemacht: Nach einem Zuspiel von Stephan Schröck hob er den Ball über Eintracht-Torhüter Nikolov. Den Ball setzte er jedoch mit der Pike an den Pfosten (18.). Mit seiner Slapstick-Nummer steht Prib nicht allein.
Foto: REUTERS
Das Paradebeispiel für vergebene Torchancen dieser Art lieferte Frank Mill. Der BVB-Stürmer bezeichnet die Szene vom ersten Spieltag der Saison 1986/87 im Spiel gegen die Bayern als "denkwürdigsten Moment meiner Karriere".
Foto: imago/Kicker/Liedel
Mill hatte Bayer-Torhüter Pfaff ausgespielt, den Ball dann aber aus drei Meter Entfernung an den Pfosten geschossen. "Ich schoss – und traf den Pfosten. Aus drei Metern! Das war der schlimmste Moment überhaupt: zu begreifen, dass der Ball nicht im Tor lag", erzählte Mill dem Magazin 11Freunde.
Foto: screenshot
15 Tore in 15 Saisonspielen hat Mario Gomez in dieser Saison für die Bayern bereits erzielt. Der Stürmer hat aber auch schon mal ganz schön daneben gelangt:
Foto: imago sportfotodienst
Bei der EM 2008 schaufelte Gomez für die deutsche Nationalmannschaft gegen Österreich den Ball aus gefühlten anderthalb Metern über das leere Tor. Deutschland gewann das einseitige Spiel dennoch.
Foto: screenshot
Als Klassiker unter den Nicht-Torschützen darf auch Jakub Blaszczykowski gelten
Foto: Bongarts/Getty Images
Im November 2010 brachte der Dortmunder es in Freiburg den Ball bei einem Konter über das leere Tor zu dreschen. Der Fehlschuss blieb allerdings ohne Folgen: Dortmund gewann 2:1, hätte beinahe aber den Ausgleich kassiert.
Foto: screenshot
Scheitern in Frank-Mill-Manier und Trauern wie Mario Gomez beherrscht auch dieser, uns leider unbekannte Spieler der Nationalmannschaft von Katar.
Foto: screenshot
Der junge Mann brachte es fertig im Spiel von Katar gegen Usbekistan den Ball vor den Pfosten des leeren Tores zu hämmern - in der 91. Minute, bei einem Spielstand von 0:0 (!).
Foto: screenshot
Dass auch Superstars in dieser Manier versagen können zeigte Diego Forlan im Spiel von Manchester United gegen Juventus Turin. Der Uruguayer schoss den Ball aus fünf lieber direkt neben das Tor.
Der Fehlschuss des für 10,7 Millionen Euro verpflichteten Stürmers hatte zumindest keine sportlichen Folgen: ManUnited führte bereits 4:1.
Foto: REUTERS
Wahrscheinlich DIE verpatzte Chance der Saison: Der Fürther Edgar Prib vergibt im Zweitliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt ein sogenannte 1000-prozentige Torchance.
Foto:
dpa
Sport
Sport
Sport
Fotostrecken Sport
Fotostrecken Sport
Fußball
Einige Spieler laufen seit Wochen ihrer Form hinterher, Alexander Meier, zu Beginn so eminent torgefährlich, ist außer Tritt. Auch Benjamin Köhler ist nicht mehr so spielprägend. Die Eintracht hangelt sich in die Winterpause, sie geht zwar nicht auf dem Zahnfleisch, aber die Beulen und Schrammen nehmen zu.
Die Eintracht wird in der Pause neue Kräfte sammeln, Verletzungen auskurieren oder operative Eingriffe vornehmen lassen. So wird Sebastian Rode, der sich gegen Fürth eine leichte Zerrung zuzog, in Hamburg aber spielen soll, froh sein, wenn sein immer wieder mal zwickendes Knie etwas Ruhe bekommt. Bamba Anderson und Mohamadou Idrissou werden am Außenmeniskus im Knie beziehungsweise am Knöchel operiert. Beide sollen aber nach Winterpause wieder zur Verfügung stehen. Dann, im Februar, soll das Projekt Wiederaufstieg mit einem Neustart vorangetrieben werden.