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Eintracht: Winterpause kommt gelegen: Mit Beulen und Schrammen

Die Winterpause kommt für die Mannschaft von Trainer Armin Veh gelegen.
Die Winterpause kommt für die Mannschaft von Trainer Armin Veh gelegen.
Foto: dpa

Die leicht schwächelnde Frankfurter Eintracht hangelt sich mit dem Unentschieden gegen Greuther Fürth der Winterpause entgegen, muss sich bei St. Pauli aber noch einmal am Riemen reißen. Sorgen bereitet vor allem die Abwehr.

Dieses Mal hatte es der leicht angesäuerte Armin Veh eilig. Auf die Auswertung der Laufleistung seiner Mannschaft wollte der Trainer von Eintracht Frankfurt nach diesem rassigen Zweitligaduell im Stadtwald gegen Greuther Fürth nicht bis zum nächsten Morgen warten, wenn die Daten „auf meinem Schreibtisch liegen“.

Also besorgte sich der Fußballlehrer direkt nach dem Abpfiff die Werte und sah seine subjektive Einschätzung durch harte Fakten untermauert: Das Team aus Fürth war insgesamt 14 Kilometer mehr gelaufen als seine Elf, jeder Spieler, wenn man so will, einen Kilometer mehr als sein Pendant. „Das ist ein Batzen, das ist extrem“, urteilte Veh. „Wenn du so viel weniger läufst, siehst du natürlich schlecht aus.“

Klassenbuch Eintracht gegen Fürth

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Im Lager der Eintracht herrschte nach dem 0:0 gegen Fürth die einhellige Meinung, einen Punkt gewonnen und ganz sicher nicht zwei Zähler verloren zu haben − und das lag nicht nur am denkwürdigen Fehlschuss von Edgar Prib, der über Nacht Berühmtheit erlangte. Die Hessen waren den Franken in vielen Belangen unterlegen, ein Gefühl, das sie nur aus dem unglückseligen Bundesligahalbjahr 2011 noch kennen.

Natürlich fiel die geringere Laufleistung ins Gewicht, vor allem aber das höhere Tempo der Gäste, die eine weitaus schnellere Mannschaft beisammen haben und die Frankfurter mehrfach alt aussehen ließen. In punkto Tempo hat die Eintracht auf vielen Positionen Defizite.

Abwehr ist die Achillesferse

Zudem bleibt die Abwehr die Achillesferse: Sebastian Jung auf rechts findet nicht zu seiner Form, und die Innenverteidigung mit Bamba Anderson und Gordon Schildenfeld schwimmt von einer Verlegenheit in die nächste. Beide stoßen schon in Liga zwei manches Mal an die Grenzen, die Bundesliga, diese These sei gewagt, würde zu einem echten Abenteuer werden.

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Nur Constant Djakpa wartete am Montag auf links mit einer ordentlichen Leistung auf, der Ivorer fiel dennoch negativ auf: mit einem dämlichen Tritt in den Unterleib von Sercan Sararer. Eine Tätlichkeit, die ungeahndet blieb. Bis gestern hatte die Eintracht vom DFB keine Nachricht über eine etwaige Nachverfolgung. Veh kündigte dennoch einen Gespräch mit Djakpa an. „Da soll der Fuß nicht hin“, sagte der Trainer, schränkte aber ein: „Es war auch nicht so dramatisch.“

Nullnummer: Eintracht gegen Fürth

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Anderson und Schildenfeld verfügen überdies nicht über die fußballerische Klasse, um ein Spiel brauchbar zu eröffnen, gerade dann nicht, wenn der Kontrahent früh und bedingungslos attackiert und die eigenen Mitspieler sich nicht schnell genug in die freien Räume bewegen. Die Folge sind viele Quer- und Rückpässe und lange Schläge ins Niemandsland.

Veh ist diese Interpretation des Spiels zuwider: „Es war eine andere Zeit, als die Eintracht lange Bälle gespielt hat“, sagte er in Anspielung an die Abstiegsrückrunde. Der 50-Jährige kann sich nicht erklären, weshalb sich seine Mannen von den stetig attackierenden Fürthern beeindrucken ließen. „Wir sollten die erfahrenere Mannschaft sein“, sagte er. „Da muss man cool bleiben und das Spiel kontrollieren − und nicht die Dinger da rausbolzen. Das geht nicht.“

Überbewerten wollte er die allenfalls mäßige Darbietung nicht: „Es gibt so Tage, an denen man nicht so gut drauf ist. Das kennt jeder, der ins Büro geht.“

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Nächster heißer Tanz gegen St. Pauli

Am Montag wird sich die Eintracht ausgeschlafener präsentieren müssen, wenn es zum FC St. Pauli geht. Der nächste heiße Tanz. Veh hat aus den beiden Spitzenspielen vier Punkte als wünschenswert erachtet: „Da können Sie sich ja ausrechnen, wie viele wir jetzt bei Pauli holen müssen“, sagte er lächelnd.

Veh sieht sein Team nicht durchhängen, obwohl die vergangenen Wochen Anlass zu dieser Vermutung geben. Die Eintracht hat im letzten Drittel des letzten Halbjahres so wenige Punkte geholt wie zu keinem vergleichbaren Zeitpunkt. Die Leistungen sind schwankend, die Leichtigkeit, mit der die Frankfurter durch den Oktober spazierte, ist schon längere Zeit perdu.

Pleiten vor dem Tor: Prib in Frank-Mill-Manier

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Einige Spieler laufen seit Wochen ihrer Form hinterher, Alexander Meier, zu Beginn so eminent torgefährlich, ist außer Tritt. Auch Benjamin Köhler ist nicht mehr so spielprägend. Die Eintracht hangelt sich in die Winterpause, sie geht zwar nicht auf dem Zahnfleisch, aber die Beulen und Schrammen nehmen zu.

Die Eintracht wird in der Pause neue Kräfte sammeln, Verletzungen auskurieren oder operative Eingriffe vornehmen lassen. So wird Sebastian Rode, der sich gegen Fürth eine leichte Zerrung zuzog, in Hamburg aber spielen soll, froh sein, wenn sein immer wieder mal zwickendes Knie etwas Ruhe bekommt. Bamba Anderson und Mohamadou Idrissou werden am Außenmeniskus im Knie beziehungsweise am Knöchel operiert. Beide sollen aber nach Winterpause wieder zur Verfügung stehen. Dann, im Februar, soll das Projekt Wiederaufstieg mit einem Neustart vorangetrieben werden.

Autor:  Ingo Durstewitz
Datum:  14 | 12 | 2011
Kommentare:  1
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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