Der Rechtsaußen Karim Matmour, im Sommer zu Eintracht Frankfurt gekommen, hat in der Zweiten Fußball-Bundesliga für seinen neuen Klub bislang acht Spiele absolviert. So steht es in der Statistik. Ein Volltreffer also?
Am vergangenen Freitag gegen Hansa Rostock hat Karim Matmour das erste Mal die kompletten 90 Minuten auf dem Platz gestanden. Er hat sehr ordentlich gespielt, die FR platzierte ihn in ihrem Klassenbuch an drittbester Stelle und attestierte ihm, „frischen Wind auf rechts“ gebracht zu haben. Insgesamt sei er „ein Aktivposten“ gewesen. Auch Eintracht-Trainer Armin Veh hob den Daumen. „Karim kommt immer besser zurecht“ , sagte er.
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Matmour, der algerische Nationalspieler, sagt selbst: „Ich brauchte Zeit, um meine Leistung zu bringen.“ Denn als der 26-Jährige im Sommer von Borussia Mönchengladbach kam, war er nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Ein Nasenbeinbruch behinderte ihn, störte ihn in der Vorbereitung. Er trug eine Maske, weshalb er vom Boulevard „Maskenmann“ getauft wurde. „Meine Vorbereitung war nicht so gut. Beim Fußball muss du immer fit sein. Ich war zum Trainer immer ehrlich, er wusste, dass ich noch nicht 100-prozentig fit bin“, sagte Matmour am Mittwoch nach dem Training. Deshalb war er über die Rolle des Jokers nicht hinausgekommen, stand 315 von 720 möglichen Minuten auf dem Platz. Inzwischen „arbeite ich jedes Training hart“. Jetzt, da er körperlich keine Beschwerden mehr hat.
Kein Wandervogel
Karim Matmour ist ein freundlicher, zurückhaltender Mann mit guten Manieren. Seine Eltern immigrierten von Algerien nach Straßburg, dort kommt Karim als eines von sechs Kindern zur Welt. Seit er sechs Jahre alt ist, spielt er Fußball, in Straßburg, erst beim ASPV, dann bei Racing. 2004, mit 19, wechselt er zum SC Freiburg. Er spricht nach acht Jahren in Deutschland ein hervorragendes Deutsch, er ist mit der Sängerin der deutschen Pop-Gruppe Milk & Honey, Manel („Honey“) Filali verheiratet. Er ist kein Wandervogel, er blieb vier Jahre im Breisgau und drei Jahre in Gladbach. Dort absolvierte er 77 Bundesligaspiele (vier Tore). In Frankfurt, sagt er, „ist die individuelle Qualität ziemlich hoch. Wir haben eine gute Mannschaft.“ Dass noch nicht alles reibungslos laufe, liege daran, dass zwölf neue Spieler gekommen seien. „Die Automatismen sind noch nicht so da“, sagt der schnelle Mann.
Matmour, der in seinem ersten Spiel für die Eintracht gleich den 3:2-Siegtreffer in Fürth erzielte und beim 3:0 in Braunschweig zwei Vorlagen lieferte, spielt nicht Fußball wie ein Algerier. „In Algerien“, sagt er, „ist Fußball viel Show.“ Die algerische Nationalelf und die Bundesliga − das seien zwei völlig verschiedene Welten.
Er kommt in beiden zurecht. Bei der WM 2010 in Südafrika war er in allen drei Partien der Algerier am Ball, 26 Länderspiele hat er absolviert. Hierzulande aber spielt er europäisch: Er arbeitet viel für die Mannschaft, scheut die Defensive nicht, er spielt seinen Ball ab, ist diszipliniert. Sein Spiel ist fast unterkühlt, selbst wenn noch der eine oder andere Schnörkel zu viel drin ist. Bisweilen verliert er im Übereifer die Übersicht. „Die besten Spieler“, sagt der 26-Jährige, „spielen alle nur mit einem Kontakt.“ Das habe er auf den Fußballschulen in Frankreich gelernt.
In Frankfurt hat er im Augenblick auf rechts die Nase vorn. Er macht ordentlich Dampf auf dem Flügel, scheut auch die Eins-zu-eins-Situationen nicht. Und wird, wenn es so weiter geht, wieder 90 Minuten spielen dürfen.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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