Zur Mittagszeit genehmigte sich der Frankfurter Trainer Armin Veh ein Schlückchen Tee. Neben ihm grinste der Teeverkäufer im schneeweißen knöchellangem Gewand, die Füße in Sandalen. Das sah alles sehr pittoresk, sehr folkloristisch und nett aus. Armin Veh schien bester Laune. Doch der Eindruck täuschte. Er täuschte gewaltig.
Just zuvor hatte sich der Coach der nach Katar ins Trainingslager geflogenen Frankfurter Eintracht zu einem ersten Krisengespräch in die weichen Sessel der pompösen Hotel-Lobby gesetzt − mit Rainer Falkenhain, der guten Seele der Eintracht, und Oliver König, einem im arabischen Raum sehr gut vernetzten Agenten, der den Klub vor Ort betreut.
Es war ein wenig laut geworden, der Trainer war sauer, ziemlich sauer, und drohte unverhohlen gar mit einer Abreise in den nächsten Tagen, falls sich an dem aktuellen Zustand nichts ändere.
Zigarettenkippen auf dem Rasen
Der aktuelle Zustand ist ein holpriger, unebener, kaum gepflegter Rasenplatz des ortsansässigen Spitzenklubs Al-Sadd, auf dem Zigarettenkippen und Wasserflaschenverschlüsse liegen, die Bälle fliegen auf die direkt am Platz vorbeiführende Straße. „Auf dem Platz kann man nicht trainieren. Da würde ich keine Hobbymannschaft drauflassen. So sieht das nicht mal in der Bezirksliga aus“, schimpfte Veh noch auf dem Feld. Derweil versprangen der Mannschaft selbst bei einfachsten Passübungen die Bälle. „Versucht trotzdem, direkt zu spielen“, rief Co-Trainer Reiner Geyer den Profis zu.
Dem Vernehmen nach soll sich Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen am Dienstag mit Wolfsburgs Trainer-Manager Felix Magath getroffen haben, um den angedachten Wechsel von Patrick Helmes an den Main zu verhandeln. „Wir wissen ja gar nicht, zu welchen Bedingungen der Felix den Spieler abgeben würde“, sagte Bruchhagen der FR nach der Aufsichtsratssitzung am Montag.
Dabei schien schon alles eingetütet. Bereits während des Hessen-Cups in der Ballsporthalle am 6. Januar sprach Sportmanager Bruno Hübner mit seinem Wolfsburger Kollegen über den Helmes-Transfer. Sollte Bruchhagen mit seinem alten Kumpel Magath den Deal perfekt machen, er den vom Aufsichtsrat festgelegten finanziellen Korridor nicht verlassen, könnte alles ganz schnell gehen. Danach sieht es aber nicht aus. Das Gefeilsche hat gerade erst begonnen. Das Transferfenster schließt am 31. Januar. (hu)
Zahnschmerzen an sich sind ja schon blöd, im Urlaub noch mehr und auf der arabischen Halbinsel erst recht. Doch genau das war Erwin Hoffer passiert. Schon zu Hause hatte er leichte Probleme mit den Beißerchen gehabt, in Doha wurden die Schmerzen plötzlich so stark, dass er zum Zahnarzt musste. Prompt musste er sich einen vereiterten Weisheitszahn ziehen lassen. „Ich hoffe, er hat damit nicht seinen Biss verloren“, sagte Lizenzspielerbetreuer Rainer Falkenhain.
Beim Treppenlaufen am Morgen hat sich Pirmin Schwegler den großen Zeh angeschlagen. Die Kapsel des großen Onkels links war in Mitleidenschaft gezogen, nichts wirklich Schlimmes, aber beim Nachmittagstraining im großen Stadion musste der Kapitän kürzertreten.
Am Montag, auf der Aufsichtsratssitzung in Frankfurt, fällt womöglich die Entscheidung darüber, ob Stürmer Patrick Helmes vom VfL Wolfsburg zur Eintracht wechselt. Manager Bruno Hübner ist von den Räten eingeladen worden. Ihm schwebt ein Leihgeschäft bis zum Ende der Saison vor. Ein finanzieller Drahtseilakt ist die Personalie allemal, es sei denn Hübner kriegt andere Spieler von der Gehaltsliste.
Immerhin ist jetzt endlich klar, dass die Eintracht in der Wüste trainingshalber auch Spiele bestreitet. Zumindest ein Testspiel ist fix, am Mittwoch, 18. Januar, treffen die Frankfurter gegen auf die Olympia-Auswahl Katars. Anstoß ist um 18.30 Uhr. Sofern die Verantwortlichen, wer immer das auch sein mag in Katar, einen geeigneten Rasenplatz zur Verfügung stellen. Und womöglich finden die Hessen in den Weiten der arabischen Halbinsel noch einen Gegner von Format. Sicher ist das nicht.
24 Spieler hat Trainer Armin Veh zwar mit nach Doha genommen, doch beim ersten Üben am Sonntag standen ihm nur 19 zur Verfügung. Bamba Anderson und Mohamadou Idrissou können ohnehin wegen ihrer überstandenen Operationen nur eingeschränkt Reha machen. Idrissou klagte zudem über Kopfschmerzen. Dazu blieben Oka Nikolov, Ümit Korkmaz (beide Wadenblessur) und Stefan Bell (Innenbandanriss) gleich im Hotel. Verpasst haben die fünf nicht viel.
Am Flughafen Frankfurt, am Samstagnachmittag: Die Mannschaft von Eintracht Frankfurt ist zum Einsteigen bereit, da nähert sich ein grün uniformierter Mann vom Zoll, am Gürtel die Dienstpistole. Hatte da jemand was nicht verzollt? Entwarnung. Der Mann sammelte nur fleißig Autogramme. (kil)
Veh forderte später Oliver König auf, nicht nur unverzüglich Abhilfe zu schaffen, sondern auch einen Rasenplatz aufzutreiben, auf dem man trainieren könne. Die abendliche Einheit auf dem Platz wurde gestrichen, eine Laufeinheit stattdessen angesetzt. „Jetzt muss ich improvisieren.“
Peinliche Groteske als Hintergrund
Dabei hatte der Eintracht-Coach doch so vehement für ein Trainingslager in Katar geworben, eben weil er um die hervorragenden Rasenplätze in unmittelbarer Nähe zur Unterkunft wusste. Tatsächlich liegen hinter dem Luxushotel, in dem die Mannschaft abgestiegen ist, sieben wunderschön gepflegte Fußballplätze, das Gras scheinbar mit der Nagelschere geschnitten, sattgrün. Jedem Fußballer geht da das Herz auf. Nur leider darf Eintracht Frankfurt darauf nicht spielen.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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