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Eintracht Frankfurt: Abgang eines schlauen Spielers

Nach 50 Spielen und zehn Toren wird Stürmer Nikos Liberopoulos die Eintracht am Saisonende verlassen. Es geht ein schlauer Spieler - ohne ihn wären die Hessen im vergangenen Jahr abgestiegen. Von Thomas Kilchenstein

Hat eine große Karriere hinter sich: Liberopolous
Hat eine große Karriere hinter sich: Liberopolous
Foto: dpa

Von Friedhelm Funkel stammt die wohl trefflichste Umschreibung des griechischen Nationalspielers: Er sei ein "schlauer Spieler", hatte der frühere Trainer der Frankfurter Eintracht einst über Nikos Liberopoulos gesagt.

Tatsächlich war der Grieche, der zum Saisonende die Eintracht verlassen wird, ein außergewöhnlicher Spieler, einer, der viel mit Auge spielte, der in jeder Phase des Spiels ganz genau wusste, war zu tun war oder auch nicht.

"Am Samstag verlässt nicht ein Spieler die Eintracht, der durchgefallen wäre. Am Samstag verlässt die Eintracht ein Spieler, der eine große Karriere hinter sich hat", sagte er Frankfurter Trainer Michael Skibbe am Donnerstag.

Liberopoulos kam für kleines Geld aus Athen

Liberopoulos absolvierte 50 Bundesligaspiele für die Eintracht und schoss dabei zehn Tore, allein neun in der vergangenen Saison. Zuvor spielte der auf dem Peloponnes geborene hagere Stürmer für AEK Athen und Panathinaikos. Er wurde 67-mal in die griechische Nationalelf berufen.

Die Eintracht hat dem dreifachen Familienvater eine Menge zu verdanken. Ohne ihn, ohne seine Tore, wären die Hessen in der vergangenen, so gründlich missratenen Saison sicherlich abgestiegen. Neun Tore erzielte Liberopolous seinerzeit, mehr als jeder andere Frankfurter Spieler - und das oft genug ganz allein auf sich gestellt.

Denn in Ümit Korkmaz, Ioannis Amanatidis und Alexander Meier fehlte über eine sehr lange Zeit fast die komplette Offensiv-Abteilung. Dabei war die Verpflichtung von Nikos Liberpolous im Sommer 2008 der blanke Zufall. Weil sich Korkmaz im Trainingslager in Österreich das Bein gebrochen hatte, musste Ersatz her, schnell und günstig. Liberopoulos kam für kleines Geld aus Athen. Ohne die Verletzung des Österreichers hätte die Eintracht den Griechen nie geholt.

Nikos Liberopoulos kniete sich sofort rein, praktisch aus dem Stand packte er den Sprung in die Bundesliga. Der mehrmalige griechische Torschützenkönig und Fußballer des Jahres in Griechenland, bestach mit einer feinen Technik. Er verlor kaum einen Ball, setzte die Mitspieler klug ein, spielte fast eine Art Mittelfeldstürmer und war dank seiner Erfahrung gleich ein respektables Mitglied im Spielerkreis. In dieser Saison tat sich Liberopoulos deutlich schwerer, auch weil die Konkurrenz größer war.

Der Zahn der Zeit nagte an ihm, im August wird er 35 Jahre alt, und gerade in den letzten (Kurz-)Einsätzen war zu sehen, dass Liberopoulos, ohnehin nie der Schnellste, dem Tempo in der Bundesliga nicht mehr recht folgen kann. "Er hat sich immer tadellos verhalten. Alle Aufgaben, die ich ihm gestellt habe, hat er erfüllt", lobte Skibbe. In dieser Saison kam er lediglich auf 21 Einsätzen, kaum einer über die volle Distanz. Gegen Hannover in der Hinrunde erzielte er ein Tor, es wird wohl sein letztes für die Eintracht gewesen sein.

"Ich möchte in Frankfurt Spuren hinterlassen"

Liberopoulos, der sich in den beiden Jahren in Frankfurt auch der deutschen Sprache bemächtigt hat, war keiner, der sich je beschwert hätte oder ein Quertreiber war. Er war eine Art Musterprofi, immer bereit, das Optimum für den Klub zu geben. Doch als im Winter Halil Altintop kam, hatte er keine Chance mehr.

Er wusste das auch, er wusste, dass seine Zeit in Frankfurt im Sommer abgelaufen sein würde. Seit dem Winter lebt seine Frau und die Kinder schon wieder in Griechenland. "Für ihn ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen", sagte Skibbe. Ein, zwei Jahre will er in der Heimat noch Fußball spielen.

In einem ersten Interview mit der Frankfurter Rundschau im Herbst des vergangenen Jahres formulierte Nikos Liberopoulos, zu seinen Erwartungen an den ersten Auslandsaufenthalt befragt, einen schönen Satz. "Ich möchte in Frankfurt Spuren hinterlassen." Das, so viel ist sicher, ist ihm eindrucksvoll gelungen.

Autor:  Thomas Kilchenstein
Datum:  29 | 4 | 2010
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2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
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