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Eintracht Frankfurt: Bruno Hübner wird Sportmanager

Die Entscheidung ist gefallen: Bruno Hübner soll die Eintracht als Sportmanager wieder in die 1. Liga führen und beginnt noch am Donnerstag mit der Arbeit.

Der neue -Eintracht Sportdirektor Bruno Hübner hatte eine zeitnahe Entscheidung angekündigt...
Der neue -Eintracht Sportdirektor Bruno Hübner hatte eine zeitnahe Entscheidung angekündigt...
Foto: dpa

Die Entscheidung ist gefallen, die tagelange Geheimniskrämerei hat ein Ende: Eintracht Frankfurt hat erstmals seit Tony Woodcock wieder einen reinen Sportmanager. Es ist Bruno Hübner, bisher in Lohn und Brot beim MSV Duisburg. Der 50-Jährige beginnt mit sofortiger Wirkung seinen Dienst bei Eintracht Frankfurt, er erhält einen Dreijahresvertrag, der für beide Ligen Gültigkeit besitzt. Seinen Vertrag als Sportdirektor des diesjährigen DFB-Pokalfinalisten Duisburg hat der ehemalige Stürmer aufgelöst. Die Eintracht zahlt keinerlei Ablösesumme an den MSV.

„Er hat uns mit seinem Konzept überzeugt. Und in der Analyse − unserer Mannschaft und auch der zweiten Liga“, sagt Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Hübner hat das Rennen aus drei Kandidaten gemacht, die in der engeren Auswahl waren. Die endgültige Entscheidung ist wohl am am vergangenen Wochenende in Berlin gefallen, wo Bruchhagen oft und auffallend lange mit Hübner gesprochen hatte. Da war spekuliert worden, dass da mehr sein könnte als nur lapidarer Plausch am Rande des Pokalfinales.

Hübner kennt sich in der Region bestens aus, er stammt aus Mainz-Kastel, trägt seine Ausführungen in breitem Mainzer Idiom vor. Er war fast 20 Jahre lang beim SV Wehen-Wiesbaden beschäftigt, als Spieler, Trainer, Vizepräsident und Manager. Er arbeitete parallel dazu fast genauso lange in der Wasserfilter-Firma Brita von Heinz Hankammer, der als sein Ziehvater galt.

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Viele werfen ihm vor, nur im Schatten eines Patriarchen arbeiten zu können, weil er von Wehen nach Duisburg wechselte, wo er unter Bauunternehmer Walter Hellmich (der die Wehener Arena in Wiesbaden baute, woher der Kontakt stammte) installiert wurde. Auf die Frage, ob er sich einen schwachen Manager an die Seite geholt habe, reagierte Bruchhagen unwirsch: „Die Unterstellung, ich würde jemanden nehmen, der mir an der Hand läuft, ist unverschämt“, raunzte der 62-Jährige. „Ich habe immer Vertrauen delegiert. Und ich war um einen starken Manager bemüht.“ Diesen Eindruck hat auch der Aufsichtsrat von Hübner. Die Räte haben ihn nicht als Abnicker kennengelernt, sondern als starke Persönlichkeit.

Hübner hat sich in Duisburg tatsächlich emanzipiert von Hellmich, der später beim MSV ausschied. Daraufhin fehlte auch das Geld, um den großen Wurf zu landen. Doch Hübner hat in Duisburg, nach Meinung mehrerer Experten aus dem Ruhrgebiet, gute Arbeit geleistet. „Er hat aus wenig sehr viel gemacht“, sagt MSV-Kenner Roland Leroi, „sein Weggang ist für den MSV ein herber Rückschlag.“ Hübner habe eine gute Transferbilanz, dem Verein eine Menge Geld gebracht und kaum Ablösesummen bezahlt. Und er habe ein Auge für gute Spieler. „80 Prozent seiner Verpflichtungen schlugen ein“, sagt Leroi.

Und Hübner hat Spieler wie Olivier Veigneau und Olcay Sahan (jetzt nach Kaiserslautern) oder auch Sandro Wagner für den MSV entdeckt. Hübner, der in Duisburg − wie in Frankfurt Klaus Gerster − ob seiner schwarzen Kleidung „schwarzer Abt“ genannt wurde, ist ein Freund von Leihgeschäften, von denen Bruchhagen ja wenig bis gar nichts hält. Aufgrund der engen finanziellen Lage bei den Zebras hat Hübner regelmäßig einen Neuaufbau durchführen müssen, zehn bis zwölf neue Spieler kamen vor jeder Runde neu hinzu. Und er hat die Mannschaft stark verjüngt. Das ist im Sinne der Eintracht, die eine hungrige Mannschaft aufbauen will.

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Auch in Wehen hat Hübner etwas erreicht, den Dorfklub führte er aus der Kreisklasse A in die zweite Liga, aber eben mit reichlich finanzieller Unterstützung von Mäzen Heinz Hankammer. Hübner, einst Profi beim 1. FC Kaiserslautern, ist Oberhaupt einer fußballbegeisterten Familie. Seine drei Söhne Benjamin (15 Zweitligaspiele), Florian und Christopher spielen allesamt sehr gut Fußball, Benjamin in der ersten und Christopher in der zweiten Mannschaft des SV Wehen am Ball. U-20-Nationalspieler Florian Hübner wechselt jetzt sogar zu Borussia Dortmund.

Der Vater kann den Eintracht-Kader mit viel Geld modellieren, der Spieleretat liegt bei saftigen 19 Millionen Euro, im besten Fall sogar bei 20. Damit geht die Eintracht mit dem höchsten Spielerbudget in der Geschichte der zweiten Liga das Projekt Wiederaufstieg an (in der Saison 2007/08 schüttete die TSG Hoffenheim mal 18 Millionen für ihre Fußballer aus). Doch eine Menge Geld ist in alte Beine gebunden. Die Eintracht wäre froh, ein paar Hochkaräter abgeben zu können, allen voran Ioannis Amanatidis, der in der zweiten Liga bei einem Jahresverdienst von knapp zwei Millionen Euro liegen soll. Zum Vergleich: Der Spieleretat des FSV Frankfurt in der abgelaufenen Saison lag bei 4,5 Millionen Euro.

Video zum Thema
Autor:  Ingo Durstewitz und Jan Christian Müller
Datum:  25 | 5 | 2011
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
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