Ganz zum Schluss, als der 1:0-Sieg der Eintracht schon eingetütet schien, überschlugen sich die Ereignisse in Düsseldorf: Die 90. Minute lief, da wurde aus einem „normalen“ Zweitligaspiel ein Krimi erster Güte. Der eingewechselte Düsseldorfer Timo Furuholm ging im Strafraum der Eintracht zu Boden.
Bamba Anderson soll ihn von den Beinen geholt haben, doch Schiedsrichter Felix Brych zeigte klar an: weiterspielen, kein Foul.
Die Düsseldorfer bestürmten den Referee, zeigten auf den Assistenten Jan Hendrik Salver an der Linie, der auf sich aufmerksam gemacht hatte. Das war die Wende: Schiedsrichter Brych hörte auf den Assistenten, entschied sich um und gab Elfmeter für die Fortuna. Eine Fehlentscheidung, wie die TV-Bilder bestätigten, eine bittere Pille für die Eintracht.
Denn Jens Langeneke lief an, zog ab – Oka Nikolov war zwar noch am Ball, konnte das 1:1 aber nicht verhindern. Es war der elfte Strafstoß für die Fortuna im 21. Spiel − bemerkenswert.
Hübner: „eine Katastrophe“
Anschließend brachen alle Dämme, alle Sicherungen brannten durch: Die Frankfurter waren außer sich vor Zorn, Trainer Armin Veh stürmte aufs Feld, geriet heftig mit Sascha Rösler aneinander, dem er schon im Vorspiel zu dieser Partie Schauspielerei unterstellte. „Das färbt wohl auf die anderen Spieler auch ab“, hatte der Frankfurter Coach geschimpft. Veh dürfte sich nach den dramatischen letzten Minuten mehr als bestätigt fühlen.
"Das ist eine Entscheidung, die uns ganz, ganz hart und schwer trifft."
"Anstatt dass Oka Nikolov den Ball hinlegt und den Ball wieder ins Spiel bringt, gucken wir wie Schäfchen, was macht der Schiedsrichter, die Fortunen bestürmen den Linienrichter - und am Ende kommt genau das raus, was Veh immer wieder moniert hat. Genau so ist es gekommen.
Es ist mehr als ärgerlich, was wir hier erleben müssen."
"Diese Entscheidung hat wieder eindrucksvoll das bestätigt, dass Armin Veh schon angedeutet hat. Das hat Methode."
"Ich hab hinter der Trainerbank gesessen: Der Meier ist permanent auf den Linienrichter drauf, permanent ist dort Elfmeter gefordert worden. Auch in anderen Situationen. Am Ende hat diese Methode auch Erfolg. Da kann man den Fortunen nur gratulieren. Wenn es so weiter geht, werden sie in der Tat auf 21 Elfmeter kommen. ...Dieses permanente..., das hält ja keiner aus. Der Schiedsrichter ist doch auch nur ein Mensch."
"Ich will den Linienrichter gar nicht kritisieren. Es ist wirklich Methode und ich beklage das."
"Ich hatte mir erhofft, dass ein Schiedsrichter wie Brych stark genug ist dem zu wiederstehen....Scheinbar nicht."
"Das ist kein Führungsspieler, das gehört sich nicht im Fußball. Solche Spieler wollen wir nicht!"
Heribert Bruchhagen pflichtete ihm nach dem Spiel bei. „Die Methode der Fortuna hat Erfolg“, sagte der Vorstandsboss der Eintracht.
Deutlich schärfer im Tonfall war Bruno Hübner. Der Sportdirektor schrie beinahe, als er in der Mixed Zone zu der fraglichen Szene befragt wurde. „Eine Katastrophe“ sei das, „so ein lächerlicher Elfmeter“. Das sei genau „die ganze Scheiße“, die Trainer Veh vor der Partie angesprochen hatte, so Hübner weiter. Auch Benjamin Köhler hatte zum Thema Rösler noch etwas zu sagen. Provokationen wie nach dem späten Ausgleich „gehören sich nicht“, so der Mittelfeldspieler.
Bengalos im Block
Die Spitzenpartie hatte zuvor so begonnen, wie nach dem Geklapper und Geplapper in der vergangenen Woche zu erwarten war: Mit gellenden Pfiffen der Düsseldorfer Fans für den als Provokateur ausgemachten Frankfurter Trainer und mit nur unwesentlich leiseren Pfiffen der Eintracht-Anhänger für den Düsseldorfer Stürmer Rösler, dem eine starke Neigung zur Schauspielerei nachgesagt wird und der in der Nachspielzeit noch die Gelb-Rote Karte sah.
Dann zündeten noch ein paar Unverbesserliche im Frankfurter Block ein paar Bengalos, und weil sich die Rauchwolke bei geschlossenem Dach nicht schnell genug verziehen konnte, wurde die Begegnung mit fünf Minuten Verspätung angepfiffen. Das war es aber auch schon mit dem Zündstoff. Bis zu den letzten Minuten, als sich die Ereignisse überschlugen.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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