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Eintracht Frankfurt: Irritation auf oberster Ebene

Das neuerliche Scharmützel zwischen Trainer Skibbe und Klubchef Bruchhagen hat Narben hinterlassen. Auch am Tag danach war der Eintracht-Boss noch merklich angefasst. Von Ingo Durstewitz

Was plant der große Vorsitzende? Der Frankfurter Klubchef Heribert Bruchhagen.
Was plant der große Vorsitzende? Der Frankfurter Klubchef Heribert Bruchhagen.
Foto: dpa

Am Tag nach dem kleinen Donnerwetter im Stadtwald mummelte sich Michael Skibbe dick ein. Trainingsanzug, Winterjacke, den Kragen schlug er hoch, die Hände vergrub er in den Taschen. "Ist doch gar nicht so kalt", rief er tapfer den Kiebitzen zu, die sich ein paar Schnäpschen zum Aufwärmen mitgebracht hatten.

Nach knapp 90 Minuten war der frostige Spaß bei leichtem Schneefall vorüber, Feierabend für die Fußballprofis der Frankfurter Eintracht, Feierabend für deren Trainer. Der 44-Jährige war zwar durchgefroren, aber noch nicht abgekühlt. Der geplatzte Wechsel von Theofanis Gekas nagt weiterhin an ihm. "Die Enttäuschung ist nach wie vor groß, die Enttäuschung wird bleiben."

Am Vortag hatte Skibbe seinen Unmut darüber zum Ausdruck gebracht, dass es die Eintracht nicht geschafft hat, den Leverkusener Stürmer an den Main zu lotsen. Der 29-Jährige wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Hertha BSC anschließen. Das Angebot des Tabellenletzten soll dem Vernehmen nach deutlich höher sein als das der Eintracht. Skibbe prangerte das am Dienstag an ("Schade, dass sich Eintracht Frankfurt nicht verbessern kann") - und sorgte für erhebliche Irritationen im Führungszirkel. Schließlich war es nicht das erste Mal, dass der ehrgeizige und meinungsfreudige Tainer seine Vorgesetzten in der Öffentlichkeit attackierte.

Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen war nicht amüsiert und auch am Tag danach war der Eintracht-Boss noch merklich angefasst: "Der Trainer ist eine autarke Person, er hat das Recht, sich so zu äußern. Ob es klug ist, liegt im Auge des Betrachters."

Skibbe, der aus der ersten großen Enttäuschung heraus am Dienstag die Stürmersuche für beendet erklärt hatte, kann sich nun aber immerhin wieder vorstellen, auch einen Angreifer zu akzeptieren, der nicht auf den Namen Gekas hört. Die Chancen "erachte ich aber als gleichermaßen gering", schränkte er ein. Einen Stürmer zu finden, der der Eintracht sowohl kurz- als auch mittelfristig helfe, sei ungemein schwer. "Es sind ganz wenige auf dem Markt. Ein Verein muss so einen Mann entbehren und wir müssen ihn finanzieren können. Das sehe ich momentan nicht." Gleichwohl werden "wir Augen und Ohren offenhalten, wir werden das Feld weiter bearbeiten."

Bruchhagen ist der Meinung, dass "wir eine Lösung finden werden". Die Eintracht werde versuchen, eine adäquate Verstärkung in vorderster Linie aufzutreiben. Denn eines weiß auch der Vorstandschef nur zu genau: "Da vorne sind wir sehr dünn besetzt."

Der Eintracht steht nur noch ein wirklicher Stürmer zur Verfügung, Nikos Liberopoulos, 34, und zuletzt auch nicht wirklich in blendender Verfassung. Alexander Meier, die Notlösung im Sturm, ist längst unersetzlich, er ist der vielleicht wichtigste Spieler im Frankfurter Ensemble. Nicht auszudenken, wenn sich der Lange auch noch verletzen würde. Im Übrigen läuft Meiers Vertrag im Sommer aus. Zurzeit stocken die Verhandlungen über ein neues Arbeitspapier. Auch andere Vereine, Hannover 96 etwa, sollen sich um den torgefährlichen Offensivmann bemühen.

Es darf keinesfalls als sicher gelten, dass Meier auch weiterhin in Frankfurt aufspielt. Andere Alternativen hat die Eintracht zurzeit in der Offensive nicht. Ümit Korkmaz fällt mit einem Zehenbruch aus. "Das kann eine Woche dauern oder sechs", sagt Skibbe. Ioannis Amanatidis wird nach seinem zweiten Knorpelschaden eher kein Spiel mehr machen in dieser Runde, und auch bei Martin Fenin, dem zweimal an der Leiste operierten Tschechen, "ist die Rückkehr offen", wie Skibbe bekundet. Was bleibt? Ein neuer Mann. Oder die junge Garde. "Dann sollen halt Alvarez oder Tsoumou spielen", sagt Bruchhagen. "Andere Vereine setzen ja auch junge Spieler ein."

Autor:  Ingo Durstewitz
Datum:  16 | 12 | 2009
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
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