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Eintracht Frankfurt: Kapitän macht schlapp

Ohne Amanatidis reist die Eintracht nach Pfullendorf. Der griechische Stürmer liegt mit einem Magen-Darm-Virus flach.

Ist in Pfullendorf nicht am Ball: Ioannis Amanatidis.
Ist in Pfullendorf nicht am Ball: Ioannis Amanatidis.
Foto: Rhode

Das Abschlusstraining der Frankfurter Eintracht dauerte gestern nicht einmal 45 Minuten, da ging nichts mehr im Stadtwald. Sintflutartiger Regen peitsche auf den Rasen hinab, Blitze durchzuckten den schwarzen Himmel. Friedhelm Funkel, nass bis auf die Haut, brach die Übungseinheit vorzeitig ab. "Der Regen macht nichts, aber das Gewitter", sagte der Trainer. Einer wurde zuvor schon auf dem Platz vermisst, ein nicht ganz unwichtiger Spieler: Kapitän Ioannis Amanatidis.

Der griechische Stürmer liegt mit einem Magen-Darm-Virus flach. Gestern fühlte er sich zu schlapp, um heute beim DFB-Pokalspiel in Pfullendorf (19.30 Uhr) den Angriff führen zu können. "Wir gehen da kein Risiko ein", sagt Funkel. Acht Tage später zum Bundesligaauftakt gegen Hertha BSC soll der Nationalspieler auf alle Fälle auf dem Damm sein.

Durch Amanatidis' Ausfall rückt Nikos Liberopoulos in den Blickpunkt. Der Stürmer wird heute von Beginn an auflaufen, laut Funkel hätte der Grieche aber auch dann gespielt, wenn sich Amanatidis nicht krank abgemeldet hätte. Funkel hält große Stücke auf den 33-Jährigen. Er komme nach anfänglichen Problemen besser in Schwung. "Er ist ein Klassefußballer, spielt sehr schlau, mit Auge und Instinkt", befindet Funkel. Liberopoulos kann den Ball dank seiner Technik gut abschirmen und verteidigen, vor dem Tor ist der neue Mann von AEK Athen ohnehin eiskalt. Der Trainer ist sich sicher: "Er wird bei uns mehr spielen als viele glauben."

Ein Leidtragender könnte Martin Fenin sein. Der 21-Jährige hat ein bisschen von seinem Status eingebüßt. Er weiß ohnehin, wie schnell es im Fußball-Geschäft gehen kann. Als er Anfang Februar gleich drei Tore gegen Hertha schoss und eines gegen Bielefeld, da galt er als kommender Superstar, als Juwel, das nur noch den Feinschliff benötige. Fenin, für 3,5 Millionen Euro aus Teplice gekommen, genoss die Anerkennung und den schnellen Ruhm. Dann kam die Flaute: 14 Spiele ohne Tor, meist schwache Leistungen. Erst am letzten Spieltag legte er nach, zwei Tore gegen Duisburg. Fenin, der bei der EM nicht eine Minute spielte, stellt klar: "Sechs Tore sind ein bisschen wenig."

Auch Funkel setzt den Tschechen unter Druck. "Er hat eine durchschnittliche Saison mit einigen Höhepunkten gespielt. Er muss zulegen, er muss sich steigern." Fenin sei talentiert und auch durchschlagskräftig, aber er müsse vor allem an Konstanz gewinnen. Das gilt erst recht für Marcel Heller, der eine ziemlich verkorkste Vorbereitung absolvierte, aber dennoch ein Angebot des 1. FC Kaiserslautern ausschlug. "Er hat ein Jahr nicht gespielt, da ist es nicht so einfach, wieder Fuß zu fassen", sagt Funkel milde.

Autor:  INGO DURSTEWITZ
Datum:  9 | 8 | 2008
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