Auch drei Tage nach dem Nackenschlag am Niederrhein nagt der Frust am Frankfurter Fußballtrainer Michael Skibbe. Am herbstlichen Montag, dem ersten Trainingstag der neuen Woche, ließ er beim obligatorischen Pressegespräch ordentlich Dampf ab. Da wollte einer, das war offenkundig, noch etwas loswerden. Skibbe nahm seine Eintracht-Spieler ins Visier, attackierte sie in selten gehörter Deutlichkeit.
In erster Linie störte er sich an der klaffenden Lücke zwischen den vernehmlich artikulierten Ansprüchen seiner Profis vor der Partie in Mönchengladbach und dem folgenden schmalbrüstigen Auftritt auf dem Rasen. "Davor haben die Spieler so viel von Europa gesprochen, aber dann muss ich auch auf dem Platz zeigen, was Europa für eine Bedeutung hat", meckerte der Trainer.
Skibbe, einmal in Fahrt, legte nach: "Wer in den Zeitungen große Reden schwingt, muss sich auch an den Interviews messen lassen." In Gladbach seien indessen gleich "sieben, acht Spieler" der Musik hinterhergelaufen und deutlich abgefallen, "da verlieren wir dann gegen jeden Gegner". Skibbe, eigentlich selbst ein Freund der offensiven Vermarktung, rät seinen Fußballern, "in Interviews etwas vorsichtiger" zu sein, "denn wenn du dann auf dem Platz deinen Hintern nicht hochkriegst, kann ich nur sagen: einfach zu viel erzählt." So in etwa hörte sich das auch an, als der Fußballlehrer in der Aufarbeitung der fast schon desolaten Darbietung von Gladbach vor die Mannschaft trat. "Ich habe klar angesprochen, was mich gestört hat." Das war eine ganze Menge.
Gleichzeitig warnte Skibbe all jene, die seine Mannschaft auf das Gladbach-Spiel und dessen Auswirkungen reduzieren wollen. Als der Coach am Montag gefragt wurde, ob die Luft jetzt raus sei, atmete er tief durch, ehe er antwortete: "Ich finde es schade, dass jetzt solche Fragen kommen." Man dürfe schließlich nicht vergessen, wo die Eintracht hergekommen sei. In der vergangenen Saison seien solche Auftritte wie jener am Freitag im Borussia-Park keine Seltenheit gewesen, "man muss einfach erkennen, dass wir uns verbessert und entwickelt haben", befand Skibbe. "Das ist eine sehr erfolgreiche Saison." Das alles hat allerdings nie jemand ernsthaft in Abrede gestellt.
"Positives soll haften bleiben"
Der 44-Jährige erinnerte dennoch an die Punktausbeute der abgelaufenen Spielzeit, damals habe die Eintracht mit Ach und Krach 33 Punkte gesammelt, und überhaupt habe sie in den zurückliegenden Jahren fast immer gegen den Abstieg gekämpft. "Da kann man doch jetzt nicht erwarten, dass man ganz locker an Wolfsburg, Stuttgart oder Hamburg vorbeizieht und mal eben Sechster wird." So schnell gehe das nicht, "aber man kann sich näher heranarbeiten", um dann "mit strategischen Entscheidungen" den Abstand weiter zu verkürzen: "Da müssen die Transfers dann sitzen."
Skibbe weiß natürlich auch, dass für die Eintracht, bei der Benjamin Köhler (Adduktorenprobleme) und Ricardo Anthony Clark (Beschwerden an der Achillessehne) am Montag vorsichtshalber mit dem Training aussetzten, in den vier verbleibenden Partien sehr wohl noch einiges auf dem Spiel steht. Denn der letzte Eindruck ist der entscheidende, die Frankfurter wollen auf den letzten Metern nicht das gute Gesamtbild verwischen. "Es soll viel Positives haften bleiben", betonte der Trainer.
Deshalb stellt er vor der Begegnung am Sonntag gegen Hertha BSC Berlin auch nur eine Forderung: "Ich erwarte eine gute Reaktion auf das schlechte Spiel in Gladbach."
Es klang fast wie eine kleine Drohung.
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58% | Genau richtig. Der Schiri wird genau hinschauen. |
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23% | Veh ja Recht. Aber er motiviert die Fortuna. |
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9% | Veh übertreibt maßlos. |
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7% | Beide Seiten sollten sich beruhigen. |
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3% | Mir ist das egal. |
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