Am Tag danach geht es für Michael Skibbe nicht mehr um das regional gefärbte Fußballspiel gegen Mainz 05, sondern um das große Ganze. Erwartungen, Perspektiven und Ambitionen dieses Traditionsvereins Eintracht Frankfurt. Das große Ganze fängt an diesem Sonntag bei Lincoln an, jenen umstrittenen Spielmacher, den der Eintracht-Trainer schon im Sommer so liebend gerne geholt hätte. Es hört auf bei Theofanis Gekas, den Leverkusener Stürmer. Beide hätte Michael Skibbe gerne in Frankfurt. Oder zumindest Spieler dieser Kragenweite. "Lincoln und Gekas würden uns gut tun", sagte Skibbe im DSF. "Sie garantieren mehr als einen guten Mittelfeldplatz. Diese Qualität muss es sein."
Skibbes Ziel ist, die Eintracht voranzubringen, er braucht dafür neue Spieler, das weiß er. "Die ein, zwei Schüsse, die wir haben, müssen sitzen." Ob die Frankfurter im Winter aber überhaupt noch mal zuschlagen werden auf dem Transfermarkt, ist nicht mehr so sicher. Denn seit Samstagabend ist die Notwendigkeit nicht mehr so ganz riesengroß.
Da schlug die Eintracht in einem rassigen Duell den Nachbarn vom Rhein mit 2:0 (1:0), es war ein durchaus glücklicher Erfolg, aber wen interessiert das in ein paar Wochen noch? Die Hessen haben nun 22 Zähler beisammen, sie wollen, wie Pirmin Schwegler sagte, mindestens 24 bis zur Winterpause holen, "dann hätten wir Geschichte geschrieben." Das ist vielleicht ein bisschen sehr weit her geholt, aber die Eintracht hätte dann "eine Riesen-Hinrunde" gespielt (Schwegler), mehr Punkte als vor zwei Jahren eingefahren (23) und so viele geholt wie seit der Saison 93/94 nicht mehr. Damals überwinterte die Eintracht als Herbstmeister. Lang, lang ist´s her. Ob diese Saison mehr drin ist als Mittelmaß, ein Europapokalplatz vielleicht? Das ist Maik Franz allen Ernstes gefragt worden. "Wir sind nicht übermütig", hat er nur geantwortet. In der Tat: Nach der Niederlage gegen Gladbach deutete nichts auf Frankfurter Tiefenentspannung zum Jahreswechsel hin. Das ist erst gut zwei Wochen her.
Das hitzige Derby gegen den FSV Mainz 05, dessen Fans in der ersten Hälfte sinnloserweise Bengalische Feuer im Block zündeten, gewannen die Frankfurter vor allem dank Torschütze Maik Franz (siehe weiteren Bericht), aber auch, weil die Mainzer ihre teils hochkarätigen Chancen nicht verwerteten und sich, wie Trainer Thomas Tuchel sagte, ein bisschen "blauäugig" anstellten. Die kämpferisch hervorragende Eintracht war keinesfalls die bessere, wenn überhaupt, dann die cleverere Mannschaft. Gerade im zweiten Abschnitt tat sie zu wenig, "da sind wir nicht mehr nach vorne gekommen", analysierte Alexander Meier, der in der 90. Minute das 2:0 machte.
Immerhin steht die Eintracht durch Chris in der Innenverteidigung sicherer, Zlatan Bajramovic hat sich im Mittelfeld berappelt, und durch ihre neue Flügelzange hat sie Tempo im Spiel. Patrick Ochs machte seine Sache erneut ausgesprochen ansehnlich, Ümit Korkmaz legte auf links los wie die Feuerwehr - baute allerdings ebenso rasant ab. "Er hat nicht die Spielerfahrung wie Ochs", sagt Skibbe. "Im Abschluss fehlt es noch, das letzte Ding fehlt." Ob in Hoffenheim womöglich sogar mal Sebastian Jung, ebenfalls ein veritabler Flitzer, für den gesperrten Franz ran darf? Das wäre nicht die schlechteste Idee. Und der Druck ist für die Eintracht nun ja nicht mehr ganz so groß.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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