Irgendwann an diesem Donnerstag hatte Armin Veh genug von den ganzen Kaffeesatzlesereien. „Was soll der Krampf?“ fragte der Trainer der Frankfurter Eintracht. Das sagt er oft, wenn ihm was nicht passt, „so ein Krampf“. Und dieses Mal passte ihm nicht, dass minutenlang über mögliche Neuverpflichtungen in der Winterpause gesprochen wurde. Es ist ja weitgehend bekannt, dass der Coach das Team verstärken möchte; es ist weiterhin bekannt, dass der finanzielle Rahmen des Zweitligisten eng umrissen ist und im Grunde eine Aufstockung des Kaders nur dann möglich ist, wenn der Klub Spieler abgibt. Aber nur solche, die nicht zum Stammpersonal zählen, denn „das wäre schizophren. Wir wollen uns ja nicht schwächen.“ Das sagte jetzt der Sportdirektor Bruno Hübner und der gab ganz grundsätzlich zu bedenken: „In der Winterpause Qualität zu bekommen, ist schwierig.“ Er meinte damit: ist teuer. Vermutlich: zu teuer für Eintracht Frankfurt.
Zurück zum alten System?
All dies ermüdete Veh am Donnerstagmittag zusehends, zumal er kurzfristig ganz andere Probleme zu lösen hat. Für das Spiel am Samstag bei 1860 München (13 Uhr) ist die personelle Besetzung des Angriffs offen. Auch am Donnerstag konnte der Kameruner Mohamadou Idrissou nicht trainieren. Noch immer behindert ihn die Blessur im Sprunggelenk. Die Verletzung hat er sich beim Spiel in Ingolstadt zugezogen, erst wurde eine Einblutung diagnostiziert, dann war die Rede von einem Haarriss im Knochen. Seither spielte der 31-Jährige mit zusammengebissenen Zähnen oder, wie zuletzt gegen Aachen, mit schmerzstillenden Spritzen. „Besser wird es durch die Belastung bestimmt nicht“, sagt Veh. Idrissou selbst wäre bereit zu spielen. Ob der Afrikaner zum Einsatz kommt, entscheidet der Trainer.
Aber will Veh das Risiko eingehen? Am Donnerstag machte er noch ein Geheimnis daraus, wollte nicht einmal verraten, ob Idrissou tatsächlich am Freitag um 8.30 Uhr in den Mannschaftsbus steigt. Schon das Training am Donnerstag war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, am Freitag will Veh beim Üben im Münchner Olympiapark auch keine Journalisten sehen. Denn der Frankfurter Fußball-Lehrer, ansonsten ein Freund klarer Worte, will natürlich nicht alles verraten. Im Training in dieser Woche spielte Alexander Meier im Sturm, neben Erwin Hoffer. Das würde insofern Sinn ergeben, da Veh ganz gerne nach dem Prinzip „großer“ und „kleiner“ Stürmer verfährt. Rob Friend, ein „großer“, fällt wegen Kniebeschwerden für diese Partie aus. Aber es ist auch möglich, dass der Coach in der meist nicht einmal halbvollen Arena in München-Fröttmaning sein taktisches Konzept ändert und zum 4-2-3-1-System zurückkehrt. Welche Taktik Veh auch bevorzugt: den frei werdenden Platz im Team wird Matthias Lehmann einnehmen. Das wird ihn freuen, hat er doch zwischen 2003 und 2006 bei den „Löwen“ gespielt (81 Spiele, 12 Tore). Und seine Nominierung hat sich der defensiven Mittelfeldspieler durch gute Trainingsleistungen verdient.
Djakpa auf die Ersatzbank?
Und schließlich könnte es sogar noch eine Änderung geben. Veh überlegt ernsthaft, die linke Abwehrseite neu zu besetzen. „Constant Djakpa hat zuletzt nicht so gespielt, wie ich mir das vorstelle.“ An seiner statt könnte der Grieche Georgios Tzavellas auflaufen, der sich „im Training angeboten“ hat.
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Ansonsten erwartet Armin Veh ein „offenes Spiel“ und einen Gegner, der nicht − wie jüngst Alemannia Aachen − mit einer Achterkette verteidigt. „Die Münchner sind eine offensivstarke Mannschaft, die viel weiter oben in der Tabellen stehen könnten. Vorne sind die richtig gut.“ Vorne spielen Benjamin Lauth, 30 Jahre, (sechs Tore/fünf Vorlagen) und Kevin Volland, 19, (acht Tore/vier Vorlagen), beide stellen für die zweite Liga Extraklasse dar.
Zum Schluss ist Armin Veh noch gefragt worden, ob er denn bei dieser Partie 1860 − Eintracht so etwas wie Erstliga-Feeling verspüre. Veh hat da nur gegrummelt. „Das Feeling ist mir relativ wurscht. Wir wollen da oben bleiben, wo wird sind.“
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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