Die Szene, die zum umstrittenen Strafstoß führte.
Foto: Jan Hübner
Die Szene, die zum umstrittenen Strafstoß führte.
Foto: Jan Hübner
Nach dem turbulenten Spitzenspiel lässt Frankfurts Trainer seinem Ärger über Fortuna Düsseldorf und "Rotzlöffel" Sascha Rösler freien Lauf.
Am Tag nach den Turbulenzen am Rhein war der Ärger am Main noch lange nicht verraucht.
Als Eintracht-Trainer Armin Veh am frühen Dienstagnachmittag im Frankfurter Stadion zur improvisierten Pressekonferenz vor einer imposanten Reporterschar und sechs Fernsehkameras erschien, stand ihm die Anspannung noch ins Gesicht geschrieben.
Normalerweise pflegt der 51-Jährige zu scherzen, hat einen lockeren Spruch auf Lager.
Doch dieses Mal huschte nicht mal ein Lächeln über sein Gesicht, es bebte und brodelte noch im Fußballlehrer. Das war weithin zu spüren.
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Veh entschuldigte sich in ruhigem Ton zunächst dafür, auf der obligatorischen Pressekonferenz nach dem denkwürdigen Spiel nicht auf der Pressekonferenz erschienen zu sein (wozu er im Übrigen nicht verpflichtet ist und weswegen er jetzt auch nicht bestraft wird), aber „ich war emotional zu angeschlagen, wenn ich da was gesagt hätte, wäre es für mich nicht dienlich gewesen.“
Am Dienstag wirkte Veh kontrolliert, aber aufgewühlt, knallhart in seiner Aufarbeitung des Erlebten. Der Trainer holte tief Luft und hob dann an zu einer gnadenlosen Generalabrechnung mit Fortuna Düsseldorf und Sascha Rösler.
„Wenn ich sehe, dass so einer als Leader hingestellt wird, als Supertyp, dann wird jeder anständige Sportler mit Füßen getreten“, wetterte Veh und legte nach. „Das ist kein Leader, das ist ein Schauspieler. Es ist eine Schande für den deutschen Fußball, dass man für die Dinger, die er jedes Spiel abzieht, nicht bestraft wird.“
Elfmeter und Provokationen - Eintracht gegen Fortuna
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Elfmeter und Provokationen - Eintracht gegen Fortuna
Eintracht-Trainer Veh stürmt danach wütend auf den Rasen. Ein Fortuna-Spieler hält ihn zurück.
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Das Spiel wird kurzzeitig unterbrochen.
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Fortuna-Manager Wolf Werner macht eine abfällige Handbewegung in Richtung Frankfurter Bank.
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Schiedsrichter Brych zeigt Rösler die Gelb-Rote Karte.
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Eintracht-Trainer Veh sieht Rot und marschiert wütend in die Katakomben.
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Eintracht-Sportdirektor Hübner schickt den aufgebrachten Bamba Anderson nach Spielende in die Kabine.
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Szene des Anstoßes: Der Düsseldorfer Timo Furuholm fällt nach Attacke von Bamba Anderson.
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Fortuna-Spieler Jens Langeneke läuft zum Elfmeter an - Ausgleich für Düsseldorf in der Nachspielzeit.
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Nach Spielende diskutieren Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner und Fortuna-Manager Wolf Werner mit Schiedsrichter Brych.
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Nach der Elfmeterentscheidung: Fortuna-Stürmer Sascha Rösler rennt zur Frankfurter Bank und sagt etwas zur Eintracht-Trainer Veh.
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Schon vor dem teils langatmigen, später dramatischen Topspiel hatte Veh den 34-Jährigen der Schauspielerei und Aufhetzung bezichtigt. Nach dem Ausgleichstor der Fortuna in der Nachspielzeit durch einen unberechtigten Strafstoß hatte sich Rösler erst von hinten an Veh herangepirscht, ihm ein paar Nettigkeiten ins Ohr gebrüllt, war dann noch mal auf ihn zugerannt, um ihn im Adrenalinrausch ganz plump zu einem Duell Mann gegen Mann auf dem Rasen aufzufordern.
Stinkstiefel im Fußball
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Sascha Rösler: Spätestens nach seinem Verhalten samt Attacke gegen Trainer Veh im Spiel gegen die Eintracht (Februar 2012) in Frankfurt alles andere als beliebt. Hat auch außerhalb von Frankfurt nicht unbedingt den besten Ruf. Vielleicht der derzeit umstrittenste Spieler der Zweiten Liga.
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Kevin-Prince Boateng: Fiel schon als Talent bei Hertha BSC (2004-2007) durch Eskapaden abseits des Platzes auf. 2009 soll er nach einer nächtlichen Tour gemeinsam mit Patrick Ebert 13 Fahrzeuge beschädigt haben. Langte auf dem Platz mehrfach zu. Festige seinen Ruf als Bad Boy durch sein Foul gegen Ballack (2010), dass das WM-Aus für den damaligen Kapitän bedeutete.
Foto: dapd
Stefan Effenberg: Streckte den eigenen Fans bei der WM 1994 den "Effe-Finger" entgegen. Setzte auf dem Platz nicht nur mit schönen Pässen Akzente. Leistete sich abseits des Fußballs manche Eskapaden. Legendär: Seine Journalistenansprache "Freunde der Sonne". Mag: Große Sonnenbrillen, peinliche T-Shirts, Claudia.
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Jermaine Jones: Eskapaden in Frankfurt und auf Schalke. Danach schien er auf dem Weg der Rehabilitierung. Spätestens nach seinem Fußtritt gegen Marco Reus (Dezember 2011) hängt dem Mann aus Frankfurt Bonames das Bad-Boy-Image wieder an den Hacken.
Foto: dapd
Harald "Toni" Schumacher: Gehört allein schon wegen seins Fouls gegen Patrikc Battiston im WM-Halbfinale 1982 und des anschließenden Spruches "Ich zahle ihm seine Jacketkronen" in diese Reihe. Sorgte mit seinem Buch Anpfiff für weitere Irritationen. Versuchte sich mal als Trainer bei Fortuna Köln - und wurde mit den Worten „Du hast hier nichts mehr zu sagen, du Wichser!“ von Präsident Löring in der Halbzeitpause (!) entlassen.
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Oliver Kahn: Inbegriff des übertriebenen Ehrgeizes. "Katze Kahn, ich danke dir, dass du mich wach geschüttelt hast. Ja, ich hatte Angst vor dir. Dabei bist du doch nur ein liebenswertes Tier." Mit diesen Zeilen verarbeitete Ex-Nationalstürmer (!) Thomas Brdaric 2003 eine Würgeattacke von Kahn. Unvergessen: Versuchter Halsbiss gegen BVB-Stürmer Herrlich (1999), Kung-Fu-Kahn gegen Chapuisat (1999).
Foto: REUTERS
Maik Franz: Gilt abseits des Platzes als netter Kerl. Auf dem Platz nicht wiederzuerkennen. Attackiert seine Gegenspieler mit allem was er hat. Fetzte sich mit Ioannis Amanatidis (2008), Mario Gomez (2008) und Aristide Bance (2009). Seitdem ist es ruhiger geworden - auch weil "Iron Maike" oft wegen Verletzungen zusehen muss.
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Mark van Bommel: Sammelte in viereinhalb Jahren Bundesliga 40 Gelbe Karten. Der Bayern-Kapitän war wiederholt im Mittelpunkt aufgrund seines aggressiven Auftretens auf dem Platz. Abseits ein gefragter Gesprächspartner.
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Marco Materazzi: Brachte bei der WM 2006 Weltstar Zinedine Zidane mit der Provokation "Deine Schwester, die Nutte.“ um einen gelungenen Abschied von der großen Fußball-Bühne. Langte nicht nur verbal zu. Schlug einem Gegenspieler in der Serie A mal ins Gesicht. Häufig am Rande des Platzverweises.
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Gennaro Gattuso: Raubein vom AC Mailand. Fußballerisch limitiert, provoziert und attackiert dafür umso mehr. Spitzname Pitbull. Ging im Februar 2011 im Champions-League-Spiel gegen Tottenham Hotspurs auf Co-Trainer Joe Jordan los und würgte ihn.
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Ob Rösler ihn tatsächlich, wie viele zu hören glaubten und von den Lippen abgelesen haben, mit dem Wort „Hurensohn“ beleidigt habe, ist Veh anderntags gefragt worden. „Dazu werde ich nichts sagen“, entgegnete Veh. „Was so ein Rotzlöffel sagt, interessiert mich nicht. Der kann alles zu mir sagen, darum geht es mir auch nicht.“