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Eintracht ohne Spycher: Der Kapitän geht wohl von Bord

Christoph Spycher ist mit dem Angebot von Eintracht Frankfurt nicht zufrieden. Die Zukunft von Ricardo Clark ist noch ungewiss. Von Ingo Durstewitz

Der Unmut muss raus: Christoph Spycher.
Der Unmut muss raus: Christoph Spycher.
Foto: Getty

Für Eintracht Frankfurt und alle anderen 17 Bundesligisten neigt sich die Spielzeit dem Ende entgegen, während es andernorts um die Wurst geht und das Adrenalin steigt, gehören die Hessen zu den Vereinen, für die es um rein gar nichts mehr geht. Weder nach oben noch nach unten. Die Eintracht, auf Platz neun parkend, hat ihr Saisonziel mit 46 Punkten erreicht, nun treibt sie noch an, die beste Saison seit 15 Jahren zu beschließen.

Dazu fehlt noch ein einziges Pünktchen in zwei Versuchen gegen Hoffenheim im letzten Heimspiel am Samstag und eine Woche später in Wolfsburg. Die 50-Punkte-Marke ist zudem ein Anreiz, genauso wie der siebte Platz, dazu müssten die Frankfurter noch Wolfsburg und den Hamburger SV überholen. Ausgeschlossen ist das nicht.

Und schließlich geht es ja auch noch, nicht zu unterschätzen, um Prämien. Trainer Michael Skibbe hat noch etwas anderes im Sinn: "Wir wollen noch mal ein tolles Heimspiel liefern, das würde die Saison abrunden. Wir möchten uns mit einem schönen Spiel von unseren Fans verabschieden."

Hinter den Kulissen werden natürlich schon die Weichen gestellt für die neue Runde, die Eintracht hat schon einige Spieler ins Visier genommen und kontaktiert, Klubboss Heribert Bruchhagen spielt allerdings ein wenig auf Zeit, denn am 15. Mai wird es für den angeschlagenen Abonnementsender Sky ernst. Dann ist die Bürgschaft der Royal Bank of Scotland fällig, Bruchhagen ist sich nicht so ganz sicher, ob das Kreditinstitut tatsächlich einspringt.

Denn TV-Partner Sky, der mit rund 225 Millionen Euro den Löwenanteil der 390 Millionen Euro TV-Einnahmen finanziert, ist stark defizitär, hat 600 Millionen Euro Verlust gemacht. Bruchhagen will daher die konkreten Vertragsabschlüsse "so weit wie möglich nach hinten schieben", um zu sehen, ob das garantierte Geld für die Klubs auch tatsächlich ausgeschüttet wird.

Und so weist Bruchhagen Meldungen zurück, wonach die Eintracht schon sicher beschlossen habe, den US-Nationalspieler Ricardo Anthony Clark über diese Saison hinaus zu binden. "Er soll sich jetzt noch mal in den nächsten 14 Tagen beweisen", sagt der Eintracht-Boss über Clark, der in Mainz erstmals zum Einsatz kam und eine unauffällige, solide Leistung zeigte. Ob der Mittelfeldmann gehalten wird, hänge auch von einigen anderen Faktoren ab: "Bekommen wir vielleicht einen jungen Mann aus dem Umfeld?", fragt Bruchhagen selbst, es "gibt einiges abzuwägen".

Anders verhält es sich bei Christoph Spycher, den Kapitän, der mit dem vorgelegten Angebot der Hessen nicht zufrieden ist. Die Eintracht schlug einen Einjahreskontrakt vor, der sich bei einer hohen Anzahl von Einsätzen automatisch um ein Jahr verlängert. Spycher drängt auf einen Zweijahresvertrag.

Der Nationalspieler, zurzeit am Knie verletzt, hat ein reizvolles Angebot aus der Heimat vorliegen, Spitzenklub Young Boys Bern hat dem Linksverteidiger einen Vierjahresvertrag unterbreitet und will ihm nach dem Karriereende den Einstieg ins Management oder ins Trainergeschäft ermöglichen.

Vieles spricht für einen Abschied aus Frankfurt. Die Eintracht, bekräftigte Bruchhagen, werde ihr Angebot nicht mehr nachbessern. "Es gibt ja noch Positionen, auf denen wir uns verbessern können - diese gehört dazu", bekundet der Eintracht-Boss.

Ob die Eintracht also womöglich die Fühler ausgestreckt habe nach Linksverteidiger Christian Eichner, der in Hoffenheim zwar bis 2011 gebunden, aber dennoch unzufrieden ist? "Den kennen wir, der ist nicht schlecht", sagte Bruchhagen nur.

Autor:  Ingo Durstewitz
Datum:  27 | 4 | 2010
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1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
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14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
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