Matthias Lehmann war fuchsteufelswild. Gestikulierend und laut schimpfend stapfte der defensive Mittelfeldspieler auf Gordon Schildenfeld zu und machte dem Innenverteidiger heftigste Vorwürfe: Er hätte den außen durchgebrochenen Chadli Amri sofort attackieren müssen und nicht die Mitte absichern. Prompt war ein Tor gefallen. „Wir wollten doch zu Null spielen“, sagte Lehmann später.
Das klappte nicht, der Ball lag zum 4:1 im Netz, wirklich gefährlich wurde es im Stadtderby für Eintracht Frankfurt nicht mehr. Und auch der kleine Disput war „nach zwei Minuten wieder vergessen“. Wohl dem, der sich über eine solche Petitesse aufregen mochte.
Eintracht zu souverän
Sehr viel mehr ließ sich aus Sicht des neuen Tabellenführers der zweiten Liga nach einem 6:1 (2:0)-Kantersieg im eigenen Stadion vor 40.700 Zuschauern gegen den FSV auch nicht kritisch anmerken. Allenfalls vielleicht noch eine etwas schläfrige Phase nach dem Führungstor, als der FSV ganz gefällig spielte und durch Ilian Micanski eine prima Gelegenheit zum Ausgleich hatte.
Oka Nikolov entschärfte diese Möglichkeit, „deswegen ist ein Torwart auch da“, sagte Trainer Armin Veh.
Außerdem hätte die Eintracht sicherlich selbst ein 1:1 zu diesem Zeitpunkt nicht aus der Spur gebracht. Dafür war sie an diesem Samstag zu souverän.
Peinlicher Verlauf für den FSV
Es war ein ungleiches Stadt-Duell zweier Rivalen in einer Klasse. Der FSV, stark abstiegsbedroht, war lange Zeit ein besserer Sparringspartner, oftmals wird selbst im Training mehr verlangt von den Eintracht-Profis, am Ende nahm das Derby für den Sportverein einen peinlichen Verlauf. „Wir haben uns in einen Rausch gespielt“, sagte Eintrachts Jüngster, Sonny Kittel, der nach einer Stunde ins Spiel kam und sich zwei Minuten später schon in die Torschützenliste eintrug.
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Es war das 4:0 und sein erster Treffer bei den Profis überhaupt. Zuvor hatten Karim Matmour (14. und 33.) sowie Alexander Meier (61.) getroffen, Erwin Hoffer (70.) und noch einmal Matmour (80.) schraubten das Ergebnis auf Rekordhöhe. Es spiegelte auch den Leistungsstand wider.
Zudem „tun die sechs Tore unserem Torverhältnis definitiv gut, am Ende kann so was entscheiden“, sagte Lehmann. Tatsächlich hat Eintracht Frankfurt (plus 28) nach Greuther Fürth (plus 29) das beste Torverhältnis.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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