Fünf Tage vor dem offiziellen Start in die neue Saison grüßt bei Eintracht Frankfurt mal wieder das Murmeltier. Am Mittwoch hatte sich Stürmer Martin Fenin in Berlin einer Operation an beiden Leisten unterzogen müssen. Der Eingriff war notwendig geworden, weil Fenin im Urlaub über Beschwerden an der rechten Leiste geklagt hatte.
Der Angreifer konsultierte daraufhin einen tschechischen Arzt, der eine sogenannte "weiche Leiste" feststellte. Da auch die linke Seite Symptome einer Sportlerleiste aufwies, wurde auch diese operiert.
Fenin stand immer auch in engem Kontakt mit dem Eintracht-Mannschaftsarzt Christoph Seeger, der ihm auch den OP-Termin in Berlin vermittelte. Der tschechische Nationalspieler hatte gehofft, die Beschwerden, die er schon zum Ende der letzten Saison verspürte, durch eine längere Phase der Ruhe loszuwerden.
Der 22-Jährige wird dem neuen Eintracht-Coach Michael Skibbe damit wohl die komplette Vorbereitung fehlen. "Das passt uns überhaupt nicht. Wir haben aber die Hoffnung, dass Martin uns in der Frühphase der Saison wieder zur Verfügung stehen wird", sagte Frankfurts Klubchef Heribert Bruchhagen. Fenin absolvierte in der vergangenen Saison 31 Bundesligaspiele, erzielte fünf Tore und legte elfmal auf. Daneben scheiterte er sechs Mal an Pfosten oder Latte.
Mittelfeldspieler haben Priorität
Da auch bei Kapitän Ioannis Amanatidis nach langer Verletzungspause nicht sicher ist, wann er zu alter Leistungsstärke zurückfindet, herrscht im Sturm der Eintracht akuter Handlungsbedarf. Allerdings sind die finanziellen Möglichkeiten des Klubs begrenzt. Dennoch hat Bruchhagen nicht vor, seine Strategie zu ändern.
Die Suche nach Mittelfeldspielern hat Priorität. "Wir warten erst einmal ab, wie es sich entwickelt." Man habe Zeit bis zum Transferschluss am 31. August. "Wir arbeiten hinter den Kulissen so gut wie können", sagte Skibbe gestern der FR.
Die Verletzung von Fenin lässt bei der Eintracht unangenehme Erinnerungen an die letzte Saison wach werden, als die Hessen eine beispiellose Verletztenserie mit bis zu zehn angeschlagenen Stammkräften zu verkraften hatten. Zu Beginn der letzten Saison brach sich Neuzugang Ümit Korkmaz gleich den Mittelfuß, Nikos Liberopoulos wurde nachverpflichtet. In dieser Sommerpause hatte sich schon Benjamin Köhler einer Meniskusoperation unterziehen müssen. Zudem bessert sich der Gesundheitszustand von Zlatan Bajramovic (vier Zehen-Operationen) nur unwesentlich.
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