Heribert Bruchhagen wirkte nur anfangs etwas nervös, als er sein vorgefertigtes Statement zur Trennung von Friedhelm Funkel vortrug. Aber bald hatte der Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Eintracht dann wieder wie gewohnt die Emotionen zurückgefahren. Er braucht jetzt einen klaren Kopf, denn er wird sich in den kommenden Tagen sehr intensiv um einen neuen Trainer zu kümmern haben. Das ist Chefsache, Bruchhagen lässt daran keinen Zweifel, und er lässt keine Zweifel, dass er aufs Tempo drücken wird. "Nichts gegen den Hamburger SV, aber wir werden sicher keine Findungskommission gründen, die dann noch ein externes Institut bemüht und dafür drei Monate benötigt." So viel Zeit hat Bruchhagen ja ohnehin nicht. Ergo: "Wir werden sehr kurzfristig ein Anforderungsprofil erstellen."
Klinsmann ist kein Thema
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Die ersten Namen werden bereits heiß gehandelt - allen voran die derzeit beschäftigungslosen Michael Skibbe, Mirko Slomka, Armin Veh und Thomas von Heesen - und Bruchhagen konnte sich eine gehörige Portion Sarkasmus nicht verkneifen: "Wir werden uns sogar diejenigen genau anschauen, die sich um die Ecke über die Medien oder ihre Berater bei uns anbieten." Auf die Frage, ob der just bei den Bayern geschasste Jürgen Klinsmann ein Kandidat für die Eintracht sein könnte, antwortete Bruchhagen lieber non-verbal: Er zog die Augenbrauen hoch und schaute den Fragesteller an, als frage dieser, ob es vorstellbar sei, dass alsbald Marsmenschen auf der Erde landen. Klinsmann, dessen Denkweise nicht mit jener des struktur-konservativen Bruchhagen korrespondiert, wird es also nicht, das steht fest.
Vorstandschef will lange bleiben
Fest steht auch, dass Bruchhagen nicht plant, aus der derzeitigen Stimmung heraus den Bettel hinzuwerfen. Der Vertrag des 60-Jährigen in Frankfurt läuft noch bis 2012, dennoch war er zuletzt mehrfach hartnäckig mit Schalke 04 und dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht worden. Bruchhagen fand am Donnerstag sehr klare Worte: "Es gibt bei mir überhaupt kein Ansinnen, meine Tätigkeit hier zu beenden, noch nicht einmal im Ansatz. Ich bin gerne bei Eintracht Frankfurt und ich werde noch lange bei Eintracht Frankfurt sein." Es gäbe "nicht einmal den Ansatz von Resignation".
Aber auch keinen Ansatz zur Aufbruchstimmung. Bruchhagen stellte klar, dass er vom neuen Trainer nicht erwarten wird, die von ihm seit Jahren beschriebene Spreizung zwischen Reich und Arm in der Liga zu überwinden.
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