"Wir wären doch dumm, so einen Mann gehen zu lassen“, hat der Frankfurter Trainer Armin Veh gesagt. Über Oka Nikolov, den ewigen Oka. Sein Vertrag bei Eintracht Frankfurt wird verlängert bis 2013. Seit 1991 hält er Bälle in Frankfurt, er kam mit 17 vom SV Darmstadt 98, jetzt ist er 37, er hat 221 Bundesligaspiele, 127 Zweitligaspiele, 31 Pokalspiele und ein Uefa-Cup Spiel gegen Celta Vigo (1:1) auf dem Buckel. Er gehört zum Inventar bei der Eintracht. Vielleicht war er nie wertvoller als jetzt.
Herr Nikolov, Sie sind so lange dabei, sie wurden alles schon gefragt. Was würden Sie einem Journalisten gerne mal sagen?
Was ich bei vielen Journalisten nie verstehe, ist: dass sie persönlich werden. Kritik ist okay und legitim, aber ehrabschneidende Ausdrücke sind nicht in Ordnung.
Welche denn?
Das Wort leichtfertig etwa. Oder unnötig oder fahrlässig. Kein Spieler macht einen Fehler mit Absicht, kein Stürmer schießt gerne aus zwei Metern neben das Tor. Was steht in den Zeitungen: Hat fahrlässig eine Chance vergeben. Wieso passieren Unfälle? Die passieren auch nicht fahrlässig. Fehler gehören zum Sport dazu.
Was soll man also schreiben, wenn ein Stürmer eine glasklare Möglichkeit versemmelt?
So was gab es bei uns in der letzten Saison, als Gekas gegen Bayern den Ball nicht über die Linie brachte. Da müsste man schreiben: Hat eine riesengroße Chance verpasst. Fertig Er machte das nicht mit Absicht: Ich war ihm auch böse, kurz böse, aber ich bin nicht persönlich geworden.
Sie fühlten sich auch schon ungerecht kritisiert?
Ja, mit Sicherheit. Und ich sehe und höre das auch bei den Kollegen, bei Übertragungen im Fernsehen, wie schnell geurteilt wird. Wir reden immer über den Fall Enke und dass sich etwas ändern müsse. Aber es wird sich meiner Meinung nach nichts ändern.
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Kritik geht Ihnen also immer noch nahe?
Jetzt nicht mehr so. Aber mit 24, 25 hat mich das sehr geärgert. Mittlerweile weiß ich: Fehler gehören dazu, mir rutscht auch mal ein Ball durch die Hosenträger.
Ist das Torwartspiel in den letzten 20 Jahren schwerer geworden? Neue Bälle, Rückpassregel.
Generell ist alles schneller geworden, athletischer. Der Ball jetzt ist richtig gut, er flattert weniger, er ist schnell, aber sehr berechenbar.
Sie spielen seit 1994 in der Bundesliga. Gibt es ein Geheimnis beim Dauerbrenner im Tor?
Ich habe Glück gehabt mit größeren Verletzungen. Ich fühle mich noch gut. Ich schlafe gern, aber es gibt kein Geheimnis. Ich lebe ganz normal, trink mal was, esse auch mal Pommes.
Ihre große Stärke ist die Ruhe, die Gelassenheit, das Unaufgeregte. Kommt das mit der Erfahrung oder liegt es in den Genen?
Keine Ahnung. Eine gewisse Anspannung ist immer da. Wenn die nicht wäre, würde ich aufhören.
Sie wirken nach außen aber stets sehr, sehr abgeklärt.
Das kann sein. Aber mein Innenleben ist eben anders. Ich bin nicht der Typ, der einen in den Senkel stellt oder schüttelt. Weil: Ich will auch nicht, dass mich einer schüttelt, wenn ich an einer Flanke vorbeisegele. Was mich in den letzten Jahren sehr geerdet hat, ist meine Tochter Elena. Früher habe ich mich über belanglose Sachen aufgeregt, über Kritik, über Fehler. Da hatte ich zeitweise lange dran zu knabbern. Aber wenn man ein Kind hat, für das man Verantwortung trägt, weiß man, was wirklich wichtig ist.
War diese Bodenständigkeit, das Verwurzeln im Odenwald ein Grund, nicht nach New York gewechselt zu sein?
Nein. Das hatte andere Gründe. Der damalige Trainer Michael Skibbe hatte sehr um mich gekämpft. Ich habe ihm etwas versprochen, das ist eingetreten, deshalb bin ich hiergeblieben.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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