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Eintracht-Trainer in Dortmund: Michael Skibbe zu Gast bei Freunden

Vor zwölf Jahren startete der heutige Eintracht-Trainer in Dortmund seine Karriere als Bundesliga-Trainer. Und sagt heute: "Natürlich bin ich Mitglied bei Borussia". Von Jörg Hanau

Schnauzbart und Mittelscheitel: Skibbe anno 1998.
Schnauzbart und Mittelscheitel: Skibbe anno 1998.
Foto: Getty

Wenn Michael Skibbe am späten Sonntagnachmittag den Dortmunder Rasen betritt, fühlt er sich zu Gast bei Freunden. "Ich freue mich schon darauf, viele alte Bekannte zu treffen", erzählt der Trainer von Eintracht Frankfurt vor dem Gastspiel beim BVB.

Knapp zwölf Jahre ist es nun schon her, da Skibbe, damals 33 Jahre jung, als Trainer von Borussia Dortmund in der Bundesliga debütierte. "Natürlich bin ich Mitglied bei Borussia", erzählt Skibbe. Ehrensache. "Ich bin in allen Vereinen Mitglied, für die ich einmal gearbeitet habe." Dazu zählen Schalke 04 und Bayer Leverkusen. In Frankfurt ist er es nicht - noch nicht. "Erst wenn ich nicht mehr Angestellter der Eintracht bin. Vorher darf ich gar nicht."

Die Rückkehr an seine erste Bundesliga-Wirkungsstätte "ist längst Alltag" für Skibbe. Keine Gänsehaut, kein Kribbeln. Professionelle Geschäftigkeit begleitet Skibbe auf seiner Reise in die Heimat. Mit Leverkusen habe er auch schon einige Mal in Dortmund gewonnen. Dieses Ziel verfolgt er am Sonntag auch mit der Eintracht. "Wir müssen versuchen, in Dortmund mitzuspielen - genauso wie in Hoffenheim, Berlin und Bremen", sagt Skibbe: "Wir müssen uns vom Dortmunder Druck spielerisch befreien."

Vermutlich wird dieselbe Elf auflaufen, die zuletzt zu Hause dem 1. FC Köln 1:2 unterlag. "Wir hatten Köln ja schließlich über weite Strecken im Griff", sagt Skibbe. Wiedergutmachung ist angesagt. Große Veränderungen kann es nicht geben. Dafür ist die Personaldecke angesichts der vielen Verletzten einfach zu dünn. "Die eine oder andere Umstellung vielleicht", meint Skibbe und lobt ausdrücklich Sebastian Jung und Caio: "Die machen ihre Sache im Training richtig gut." Der Brasilianer legt sogar Extraschichten im Kraftraum ein, um körperliche Defizite wettzumachen. "Er hält sein Gewicht und ist willens, sich ständig zu verbessern." Gegen Köln empfahl er sich als Joker. In Dortmund dürfte Caio wiederum nur Ersatz sein.

Die angeschlagenen Chris und Selim Teber stehen seit gestern wieder im Training - zwei wichtige Eckpfeiler im Konzept von Skibbe. "Gerade bei Chris muss man aufpassen, der hat Probleme mit einer Sehne im Knie. Das wird eigentlich nur durch Pause wirklich besser. Aber die bekommt er erst im Sommer", sagt der Trainer des aktuellen Tabellen-Siebten.

Dass die Eintracht in der nächsten Saison dank einer neuen Uefa-Regel möglicherweise in der Europa League spielen könnte, hat Skibbe zwar mitbekommen, "damit beschäftigen wir uns aber nicht. Das ist kein Thema für uns." Fakt aber ist: Sollten die beiden Finalisten im DFB-Pokal bereits für die Champions League oder Europa League qualifiziert sein, käme der Tabellen-Sechste in den Genuss, in die dritte Runde der Europa League-Qualifikation einziehen zu dürfen. Momentan ist Werder Bremen Sechster, punktgleich mit der Eintracht. Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen: "Allein schon die Bedeutung des Rankings bei der Verteilung der Fernsehgelder macht es erstrebenswert, sich gut zu platzieren."

Autor:  Jörg Hanau
Datum:  5 | 2 | 2010
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