Am Tag nach seiner Inthronisierung war erst einmal Kärrnerarbeit angesagt: Bruno Hübner ließ einen wahren Interview-Marathon über sich ergehen. Die Journalisten gaben sich am Freitag auf der Geschäftsstelle von Eintracht Frankfurt die Klinke in die Hand. Die zentrale Frage: Wer wird neuer Trainer des Bundesliga-Absteigers?
Der neue Sportdirektor hat natürlich längst ein Anforderungsprofil erarbeitet. „Jeder sagt, wir brauchen einen Klopp-Tuchel-Typ, aber die wachsen nicht auf den Bäumen“, sagt Hübner. Er klingt wenig begeistert von der Idee, das Mainzer Experiment zu kopieren. „In Mainz ist das Umfeld aber so harmonisch, da kannst du solche Entscheidungen treffen.“ In Frankfurt hingegen sei der Druck ungleich höher.
Der Erfolg und somit der direkte Wiederaufstieg steht im Pflichtenheft des neuen Eintracht-Cheftrainers. „Du brauchst einen Trainer, der die Ruhe und Erfahrung besitzt, mit dem Druck in Frankfurt umzugehen. Der Ausstrahlung besitzt, die Mannschaft führen und trotzdem noch mit ihr wachsen kann“, sagt der neue starke Mann der Eintracht. „In erster Linie muss er der Mannschaft eine Handschrift geben, das ist das Wichtigste. Du brauchst in der zweiten Liga einen langen Atem. Die zweite Liga ist ein Kampf bis zum Schluss.“
In den nächsten Tagen wird die Entscheidung fallen
Klingt, als würde Friedhelm Funkel bald wieder zurückkehren, um die Eintracht ein zweites Mal ins Bundesliga-Oberhaus zu führen. „Wenn er auf dem Markt wäre, wäre Friedhelm Funkel prädestiniert“, sagt der 50 Jahre alte Ex-Manager des MSV Duisburg, der den Markt in zwei Trainertypen unterteilt: „Die einen sind unter Vertrag, die anderen kannst du nicht bezahlen.“ Dennoch würde sich Hübner nicht scheuen, den Bochumer Coach dem kritischen Frankfurter Publikum schmackhaft zu machen: „Das ist ein Neustart, wenn du einen Trainer hast, dessen Handschrift klar zu lesen ist und der die Mannschaft zu 99,9 Prozent wieder sicher nach oben führen kann, dann musst du über deinen Schatten springen.“
Ganz oben auf seiner Liste würde neben Funkel auch Milan Sasic stehen, mit dem der 50 Jahre alte Sportdirektor aus Taunusstein zuletzt in Duisburg erfolgreich zusammenarbeitete. „Milan Sasic ist für mich der beste Trainer in der zweiten Liga“, so Hübner und beschreibt ihn als einen „akribischen Arbeiter“. Dem Meidericher Sportverein müsse aber nicht bange sein. „Den Trainer auch noch wegzuholen, wäre für einen Verein wie den MSV der K.o.“, sagt Hübner.
In den nächsten Tagen wird eine Entscheidung fallen – müssen. Die Zeit drängt, Trainingsbeginn ist bereits am 8. Juni, „und der neue Trainer sollte ja auch noch ein Mitspracherecht hinsichtlich der Neuzugänge haben“. Vieles spricht nun dafür, dass Franco Foda erste Wahl ist, der gerade mit Sturm Graz die österreichische Meisterschaft gewonnen hat, aber keine Zweitligaerfahrung besitzt. Die, so Hübner, sei auch nicht zwingend erforderlich: „Ich kenne die zweite Liga ja.“
Raus aus dem Rennen ist wohl Claus-Dieter Wollitz. Eigentlich ein guter Kumpel des neuen Frankfurter Sportdirektors, der aber wenig Positives über den Trainer von Energie Cottbus zu erzählen hat. „Von Wollitz bin ich persönlich enttäuscht“, sagt Hübner. Er habe Äußerungen getätigt, die in Frankfurt tödlich wären.
Der frühere Spieler, Trainer und Manager des SV Wehen nennt ein Beispiel: Nach einem Spiel gegen den VfL Bochum habe Wollitz öffentlich über einen seiner Spieler hergezogen und gesagt: „,Was der rechte Verteidiger heute für Fehler gemacht hat, habe ich das letzte Mal beim gesehen beim Wettskandal in Osnabrück.“In Cottbus hört nur die Hälfte hin, aber hier geht das nicht“, krittelt Hübner und fügt an: „Ich schätze ihn als Trainer, aber es gehört mehr dazu.“ Vor allem, um Trainer bei Eintracht Frankfurt zu werden.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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