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Friedhelm Funkel: "Frankfurt war eine geile Zeit"

Ex-Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel spricht im FR-Interview über den schweren Job bei seinem neuen Arbeitgeber Hertha BSC und weshalb sich bei seinem alten Klub nicht viel geändert hat.

Friedhelm Funkel, Trainer von Hertha BSC.
Friedhelm Funkel, Trainer von Hertha BSC.
Foto: ddp

Herr Funkel, jetzt, nachdem die Eintracht wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet ist: Wie riesengroß ist Ihre Genugtuung?

Ich spüre keine Genugtuung.

Herr Funkel, mit Verlaub, das glaubt Ihnen doch kein Mensch.

Es ist so. Ich fühle mich aber sehr wohl bestätigt. Die Eintracht steht dort, wo man sie erwarten konnte. Das zeigt, dass meine Einschätzung nicht so schlecht war. Jetzt fallen ja wieder ein paar Spieler aus, aber wir hatten damals noch viel größeres Verletzungspech. Und da ging der Spielbetrieb auch weiter. Wir mussten noch viel schwierigere Situationen meistern.

Aber Ihre Arbeit ist in Frankfurt nicht mehr wertgeschätzt worden.

Vielleicht war ich zu lange da. Ich habe mir auch meine Gedanken gemacht im Urlaub, da habe ich einiges Revue passieren lassen. Vielleicht hätte ich das eine oder andere offensiver angehen müssen, vielleicht war ich zu realistisch, vielleicht hätte ich mehr versprechen müssen. Aber das bin ich dann nicht mehr. Weil ich ja wusste, dass ich es nicht halten kann. Ich habe daraus jedenfalls gelernt, das glaube ich schon.

Sie waren der Sündenbock, der Blitzableiter. Sind Sie rückblickend frustriert über Ihren unschönen Abgang?

Nein, ich habe es nie als so schlimm empfunden. Ich bin auch nie in der Öffentlichkeit angefeindet worden, wenn ich mal in einem Restaurant war oder so. Und alles andere ist an mir abgeprallt. Außerdem hatte ich intern immer Rückendeckung, von Heribert Bruchhagen, Thomas Pröckl, Bernd Hölzenbein. Und von der Mannschaft. Wir standen wie eine Eins zusammen, gerade in der schwierigen Zeit, als wir diese enorm vielen Verletzten hatten. Das hat mich jeden Tag mit Spaß und Freude zur Arbeit gehen lassen. Frankfurt war eine geile Zeit, es war meine schönste Zeit - trotz vieler Nörgler, trotz vieler Unzufriedener.

Aber es gab unerbittliche Kritiker, Aufsichtsratschef Herbert Becker an der Spitze, da wurde über Monate, ja fast Jahre Stimmung gegen Sie gemacht. Haben Sie das damals gespürt?

Ja klar, aber es interessierte mich nicht. Ich kenne auch die Gründe, weshalb, aber ich werde sie nicht verraten. Das waren Leute, die wenig Ahnung haben vom Fußball. Jetzt relativiert sich doch einiges, jetzt sieht man, dass wir als Trainerteam nicht so viel falsch gemacht haben.

Aber am Ende waren Sie dennoch nicht mehr zu halten, Heribert Bruchhagen musste Sie quasi opfern.

Moment. Wir hätten es ja noch mal versuchen können. Es war nicht so, dass es hieß: "Friedhelm, du musst gehen." Wir waren ständig im Dialog, wir hätten es so machen können wie Hannover. Dort war ja auch eine ähnliche Anti-Stimmung gegen Dieter Hecking. Aber wir wussten: Wenn es schiefgeht, dann hast du das ganze Theater sofort wieder. Dann hätte man nach zwei, drei, vier Spieltagen sagen müssen: "So, das war´s." So wie Hannover. Das wollten wir nicht, da haben wir uns entschieden, einen sauberen Schnitt zu machen. Die Eintracht konnte die Vorbereitung mit einem neuen Trainer bestreiten, ich konnte den Akku wieder aufladen. Letztlich war es die richtige Entscheidung.

Ihr Nachfolger Michael Skibbe kann sich - im Gegensatz zu Ihnen - mit Mittelmaß nicht anfreunden. Ist das realitätsfremd?

Das weiß ich nicht. Fakt ist: Die Eintracht kann nicht Sechster werden. Sie wird zwischen neun und 13 einlaufen. Und es hat sich nicht viel geändert: Wir haben in der Vergangenheit tolle Spiele gemacht, wir haben aber auch Scheiß-Spiele gemacht. Wir haben aber nicht, wie ich in einem Fernsehinterview (von Michael Skibbe; Anm. d. Red.) mal hören musste, nur hoch verloren in der Vergangenheit. Wir haben in Leverkusen, da wo die Eintracht neulich untergegangen ist, sogar meistens gut ausgesehen. Ich kann mich noch gut erinnern, dass wir da mal locker 2:0 gewonnen haben, wer da Trainer in Leverkusen war, fällt mir jetzt aber gerade nicht ein (es war Michael Skibbe; Anm. d. Red.). Wir haben auch gegen Bremen gewonnen und in Bremen, wir haben Leverkusen geschlagen, den HSV, Stuttgart, Schalke, wir haben auch die Bayern geschlagen. Wir haben nicht nur hoch verloren.

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Datum:  27 | 11 | 2009
Seiten:  1 2
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
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