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Fan-Kommentare zur Eintracht: Funkel war der Beste

Unmut über Bruchhagen: Im Mittelpunkt der Kritik von Fans steht der Eintracht-Boss. Wir fassen Reaktionen auf das Debakel bei der Frankfurter Eintracht zusammen.

Eintracht-Boss Bruchhagen - vor dem Spiel der Frankfurter gegen Köln.
Eintracht-Boss Bruchhagen - vor dem Spiel der Frankfurter gegen Köln.
Foto: Bongarts/Getty Images

Die neuen Verantwortlichen, so es sie geben wird bei der Eintracht, sollten schnellstmöglich mit Friedhelm Funkel Kontakt aufnehmen, denn er hat Erfahrung wie kein Zweiter darin, wie man Absteiger wieder nach oben bringt. Funkel war eh der beste Trainer den die Frankfurter in den Letzten 15 Jahren hatten.

Wolfgang Haas, Biebesheim am Rhein

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Der Fisch stinkt immer vom Kopf, lautet ein Sprichwort. Und wenn ein Niedergang so dramatisch ist, wie der von Eintracht Frankfurt in der Rückrunde, dann muss zwangsläufig auch über die Zukunft von Heribert Bruchhagen gesprochen werden. Denn seine Fehler sind vielfältig und offensichtlich.

Fehler Nr. 1: Bruchhagens Mantra, dass Eintracht Frankfurt bestenfalls ins untere Mittelfeld der Bundesliga gehört, war falsch und gefährlich. Es gab den Spielern immer ein Alibi, sich nach einigen guten Partien auf den Lorbeeren auszuruhen. Denn sie hatten ja mehr erreicht, als der große Chef erwartet. Dass die "Bruchhagen-Dioktrin" auch in der Sache Unsinn ist, zeigt ein Blick auf die aktuelle Tabelle: Hannover 96, laut Bruchhagen früher ein Klub auf Augenhöhe, löst das Ticket nach Europa. Ebenso der früher belächelte Lokalrivale Mainz 05. Mit Blick auf Hannover 96 muss man auch Transferbilanz von Bruchhagen und seinem Scout Hölzenbein hinterfragen. Hannover konnte zu geringem Geld Volltreffer wie Ya Konan, Abdelloue und Pogatetz verpflichten. Bei Eintracht gab es neben Licht (Franz, Schwegler, Rode), für Geld sehr viel Schatten (Caio, Bellaid, Petkovic, Mantzios, Bajramovic, Steinhöfer). Und aus der eigenen Jugend kam wenig. Gute Leute wie Tosun und Alvarez wurden sogar weggeschickt.

Auch bei den Trainern hatte Bruchhagen keine glückliche Hand: Bei Funkel war die Luft schon längst raus, als Bruchhagen endlich vom treuen Friedhelm Abstand nahm. Mit Skibbe gab es lange Kompetenzgerangel. Doch als dem Coach die Mannschaft immer mehr entglitt, zögerte Bruchhagen viel zu lange, bevor er die notwendige Trennung vornahm.

Dann kam Daum, dessen Methoden bekannt waren - und der eben ist wie er ist. "Take it or leave it", würde man in den USA sagen. Daum als Sündenbock hinzustellen wäre zu billig. Er hat wenigstens geackert und versucht eine Aufbruchstimmung zu erzeugen. Das er der falsche Mann am falschen Ort war, ist nur insofern seine Schuld, als er Bruchhagen hätte Nein sagen müssen. Die Hauptverantwortung für die unglückliche Verbindung von Trainer und Verein sehe ich auch hier beim Alleinherrscher Bruchhagen.

Die Litanei der Bruchhagen-Fehler ließe sich sicher noch beliebig ergänzen. Deswegen das Fazit: In kaum einem Verein ist ein einzelner "Boss" so mächtig wie Bruchhagen in Frankfurt. Deswegen ist er klar der Hauptverantwortliche für einen nie gekannten Niedergang. Verein und Aufsichtsrat müssen deswegen schnell und zügig handeln und eine Alternative zu "Herri Allmächtig" suchen. Ein Neuanfang muss her - und das geht nur ohne Bruchhagen!

Andreas Kern, Magdeburg

Klassenbuch Eintracht - Köln

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Randale beim Spiel gegen Köln

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„Ich denke, ich habe die sportliche Kompetenz“ antwortet Heribert Bruchhagen heute auf die Frage eines Journalisten, ob er sich denn mit dem Gedanken anfreunden könnte, neben sich einen Sportmanager zu dulden. Ohne Frage ist Heribert Bruchhagen ein Vorstandsvorsitzender wie er im Buche steht. Solide, kantig und kompetent. Kompetent was Finanzen und Eigenarten des Geschäfts angeht. Immerhin war er es, der einen Verein, den niemand mehr für ernst nehmen konnte, grundlegend saniert hat und wieder zurück in die so lang ersehnte Seriosität geführt hatte.

Doch wie sieht es mit dem Können des Sportmanagers Heribert Bruchhagen aus?

Dem geht aber zunächst die Frage voraus, was ein Sportmanager eigentlich so macht? Eine berechtigte Frage, wenn man bedenkt, dass Heribert Bruchhagen das Amt des Sportmanagers und des Vorstandvorsitzenden schon seit fast einem Jahrzehnt in Personalunion ausführt und eine Differenzierung durchaus schwer fällt. Auf diese Frage wusste auch der ehemalige Sportmanager des OFC, Andreas Möller, auf Nachfrage eines HR-Journalisten keine inhaltlich ausreichende Antwort. Zum Glück half der werte Herr vom HR dem leicht überforderten Möller auf die Sprünge und warf ihm ein paar Wortfetzen hin. Transfers, Spielerverträge, Jugendarbeit, Scouting, Trainersuche usw. Eben Dinge, die einen Fußballverein so auszeichnen.

Auf diesem Gebiet kann HB aber nicht wirklich Großes vorweisen. Klar, ein Pokalfinale mit anschließendem kurzen Intermezzo auf der europäischen Bühne, sowie ein Aufstieg stehen auf der Proseite. Auf der Contraseite stehen aber auch ein und bald auch zwei Abstiege, viele verschlafene Entwicklungen, eine miserable Transferbilanz, gescheiterte Trainer und eine verfehlte Personalpolitik. Dass die Eintracht jetzt zum vierten Mal den Gang in die Zweitklassigkeit gehen muss, ist auch zu großen Teilen dem sportlichen Versagen eines HB anzukreiden.

Nicht nur, dass er den lustlosen und überfordert wirkende Skibbe viel zu spät entließ und auch noch im Anschluss den falschen Retter verpflichtete. Nein, die Fehlentscheidungen die zu diesem so fatalen und sinnlosen Abstieg führten, sind nicht nur die im letzten halben Jahr getätigten Maßnahmen, sondern das Resultat einer langjährigen Fehlerkette die ihren Anfang schon in den vorherigen Jahren und Saisons nahm.

Beispiel gefällig? Dazu muss man sich nur einmal die Transferpolitik des HB zu Gemüte führen. In den letzten Jahren bezahlte die Eintracht allein über 12 Millionen Euro an Ablösesummen für Spieler, die es bis heute nicht zu Stammkräften gebracht haben. Sie sind, und das muss man klipp und klar so sagen, eine Reihe fataler kostspieliger Fehleinkäufe. Sie konnten sie Eintracht weder sportlich noch finanziell entscheidend weiter bringen. Vielmehr schafft es HB nur mit allergrößten Mitteln für diese einst so hoch gepriesenen Übertalente neue Vereine zu finden. Ein Bellaid, der einst für 2,5 Millionen kam, befindet sich gerade auf Leihbasis im Abstiegskampf der zweiten Französischen Liga.

Und wenn wir gerade dabei sind, so sollte man auch mal die Problematik der Leihgeschäfte näher beleuchten. Während die Eintracht Leihgeschäfte benötigt, da sie ihre Ex- Talente nicht fest bei anderen Vereinen unterbringen kann, stürmen andere Vereine (Nürnberg u. Mainz), eben durch diese Leihpolitik, auf der Überholspur an der Eintracht vorbei. Eine Entwicklung, die HB nicht nur nicht erahnte, sondern auch aus Prinzip kategorisch ablehnte. Man wollte lieber Spieler durch eine Politik der Kontinuität langfristig an den Verein binden und entwickeln. Leider verweilen diese Kicker seit Jahren auf ein und demselben Niveau, nämlich einem sehr durchschnittlichen, und werden sich auch in den kommenden Jahren nicht mehr nennenswert weiter entwickeln. Gerade Alexander Meier und Benni Köhler, die HB auch stets wegen ihrer Charaktergröße schätzte, versagten im Abstiegskampf auf voller Linie und fielen nur durch Versteckspiel und Alibizweikampfverhalten auf.

Ebenso versteht sich HB unter Beihilfe ausgewiesener Experten (Funkel, Skibbe) darauf hoffnungsvolle Talente (Tosun, Marin) quasi für umsonst wegzuschicken. In den letzten sechs Jahren haben es lediglich drei Spieler (Ochs, Jung und Russ) aus der eigenen Jugend zur Stammkraft gebracht. Ein Wert, der in der Bundesliga seinesgleichen sucht und nur von dem zusammengekauften Kader des Vfl Wolfsburg übertroffen wird. Ein Andre Schürrle spielt jahrelang 35 Kilometer entfernt in den Jugendmannschaften eines Vereins, der in der Mainmetropole nur belächelt wurde, und die Frankfurter Scouts waren nicht in der Lage, einen solchen Spieler zur Eintracht zu lotsen? Zu einem Verein, der ein so fester Bestandteil der Bundesliga war?

Der aufkommende leise Ruf nach einem kompetenten Sportdirektor entbehrt also keinesfalls jeglicher Berechtigung. Und bevor sich die Frage stellt, wer nun dieser neue Mann sein sollte, stellt sich zunächst die Frage, wer diesen Mann überhaupt suchen soll. Normalerweise ist dies ja die Aufgabe des Vorstandsvorsitzenden. Doch was ist zu erwarten, wenn HB sich einen neuen Mann bzw. Partner suchen soll? Wird er sich nicht einen suchen, der mit seinen Vorstellungen und seiner Art Fußball zu denken, d’accord gehen wird? Was bleibt ist also nur die Frage, wie der neue Mann nun heißt und nicht was er verändern wird….

Patrick Reith, Frankfurt

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Es muss sich niemand über die anschließenden Krawalle wundern. Seit Jahren ist zu beobachten, wie das Heer der Hooligans und deren abstoßendes Verhalten wieder anwächst. Das einzig Verwunderliche daran ist, dass der Verein und Teile der Medien es schaffen, diese Tatsache zu beschönigen, in dem man das gewaltbereite Gesindel mit Hilfe des Ultra-Begriffs zu besonders inbrünstigen Fans umdeutet. Diese Gruppierung wird systematisch hofiert. Man überläßt ihnen das Stadion als Bühne für ihre größtenteils öden Masseninszenierungen. Das macht sich gut im Event-Fernsehen.

Aber wenig von dem, was auf deren Rängen passiert, hebt die Atmosphäre. Im Gegenteil, das ewig monotone Gegröle unterstützt nicht das Spielgeschehen, es hemmt das Spiel, weil es kein Ausdruck einer situativen Reaktion ist, sondern nur der akustische Spiegel des eigenen Autismus. Man feiert sich selbst und nimmt nur peripher am Spiel auf dem Rasen teil. Die Zuschauer auf St. Pauli sind ein Beispiel für eingefleischte Fussballfans, die zeigen, wie man eine Mannschaft unterstützt. Daran kann man sich orientieren, wenn von Fankultur die Rede ist.

Der Neuanfang der Eintracht sollte sich nicht nur auf die Mannschaft und Teile der Verantwortlichen beziehen. Jetzt wäre auch eine gute Gelegenheit, sich dieses Umfelds zu entledigen. Der Verein muss klar machen, dass er Randale nicht länger durch Gespräche mit den Randalierern adelt, sondern zusammen mit allen Ordnungskräften zu konsequenten Sanktionen übergeht. Schlechten Fussball kann man als Fan noch ertragen, dieser Mob aber ist entschieden zuviel.

Detlef Klöckner, Frankfurt

Datum:  10 | 5 | 2011
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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