Am Samstag schlüpfte der Frankfurter Fußballprofi Caio einmal aus seiner Haut. Da hatte der technisch so veranlagte Brasilianer den Ball im Mittelfeld vertändelt, der Cottbuser Kapitän Timo Rost leitete mit großen Schritten den Gegenangriff ein. Caio, der in solchen Situationen gerne mal stehen bleibt, wirbelte herum und nahm die Verfolgung auf. Er holte seinen Widerpart ein und spitzelte ihm den Ball mit rustikalen Körpereinsatz vom Fuß. Es war eine bemerkenswerte Szene. Nicht weil sie spektakulär war, sondern weil sie so untypisch für den Südamerikaner ist.
Caio gibt sich Mühe, er will lernen, er will sich anpassen an dieses europäische, deutsche Spiel, das ihm selbst nach fast einem Jahr in Frankfurt so unendlich fremd erscheint. Am Samstag in Cottbus stand er erst zum zweiten Mal überhaupt in der Anfangsformation. Erstmals war das im Frühjahr im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg der Fall gewesen. Damals hatte der 22-Jährige versagt und war zur Halbzeit ausgetauscht worden. Auch in der Lausitz durfte er nicht durchspielen, nach 61 Minuten war sein Arbeitstag beendet, aber Caio enttäuschte dieses Mal nicht auf ganzer Linie. Das ist ja schon eine Erwähnung wert. Der Spielmacher durfte sich als zweiter Stürmer neben Nikos Liberopoulos versuchen. Er machte das nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. "Er muss wesentlich besser spielen", urteilte Funkel, räumte aber ein, dass es nach der desaströsen Anfangsphase auch nicht leicht gewesen sei, ins Spiel zu kommen.
Caio zeigte ab und an, was er kann, da kreierte er durch seine individuelle Klasse überraschende Spielsituationen. Einmal, nach 47 Minuten, hätte er fast den Ausgleich erzielt, da legte er den Ball vorbei an Energie-Torwart Gerhard Tremmel, doch Mario Cvitanovic kratzte den Ball von der Linie. Künstlerpech. Caios Auftritt war allerdings auch von einer Menge Leerlauf geprägt. Manchmal wirkt er wie ein großes Kind, wie ein Tagträumer, lethargisch und teilnahmslos. Nicht selten steht er dann da und guckt den Kollegen mit großen Auge bei der Drecksarbeit zu.
Es war ohnehin überraschend, dass Funkel sein Sorgenkind aufstellte - tags zuvor hatte er das noch mit ziemlicher Sicherheit ausgeschlossen. Als Stürmer aber sei er von Defensivaufgaben so gut wie befreit, bekundete Funkel. Deshalb habe er sich für Caio entschieden. Ob er wieder eine Chance bekommen wird? "Ja", antwortete Funkel, "aber mal sehen, wann."
Spielplan, Ergebnisse, Tabelle und mehr Statistik
Reden Sie mit! Im Blog-G.
Verfolgen Sie die Spiele im Bundesliga-Live-Ticker
Sehen Sie die FR-Videokolumnen.
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
Verfolgen Sie unsere Nachrichten in Ihrer Lieblingsdarstellung - via RSS-Feed. Für Ihren Windows-PC bieten wir sogar einen kostenlosen Newsreader an. Informationen im Digital-Bereich.