Der Frankfurter Trainer Michael Skibbe hat hörbar durchgeatmet, als der rote Renner am Donnerstag das Training wieder aufgenommen hat. Patrick Ochs hat nach der Einheit den Daumen gehoben und signalisiert, dass er am Samstag gegen Hannover 96 spielen kann. Die Adduktoren hatten ihm zuletzt geschmerzt.
Ochs spielt im taktischen Konzept von Skibbe eine besondere Rolle. Dies hat der 25-Jährige in erster Linie einer Qualität zu verdanken, die im modernen Fußball immer wichtiger wird: seiner Geschwindigkeit. Patrick Ochs, im Frankfurter Stadtteil Enkheim groß geworden, ist im Team der Eintracht am schnellsten zu Fuß. Dazu bringt er jene Aggressivität und Dynamik mit, die erforderlich ist, um sich Respekt zu verschaffen.
Manchmal freilich gehen ihm immer noch ein wenig die Gäule durch. Bei der nächsten Gelben Karte muss er aussetzen, zudem ist er in der Hinrunde in Köln nach einem bösen Tritt des Feldes verwiesen worden. Auf dem Rasen gibt Patrick Ochs immer Gas.
Und er ist in dieser Runde besonders wertvoll. Mitte der Hinrunde hat ihn Skibbe befördert, vom rechten Außenverteidiger zum rechten Mittelfeldspieler, und damit hat das an sich eher statische Aufbau-Spiel der Eintracht eine neue Qualität erlangt. Auf einmal kommt auch Gefahr von den Flügeln, vor allem über den rechten, wo Ochs ordentlich marschiert. Ihm selbst liegt es, weiter vorne zu spielen, er benötige dann keine 80 Meter Anlauf, um in eine günstige Schuss- oder Flankenposition zu kommen, sagte Ochs selbst. Ohnehin hat er in der Jugend kurz im defensiven Mittelfeld gespielt. Tatsächlich hat sich Ochs in dieser Saison zum besten Vorbereiter aufgeschwungen, sechsmal hat er den Kollegen aufgelegt, vor allem die Flanken auf den Kopf von Benjamin Köhler sind da noch in bester Erinnerung.
Auch wenn Patrick Ochs noch etwas an seiner Technik feilen sollte, die Offensive verzeiht selbst kleine Schwächen nicht. Dennoch ist die rechte Seite, so viel ist sicher, derzeit die Vorzeigeseite in Frankfurt.
Und so was spricht sich rum: Immer besser stellen sich die Gegner auf den Offensivdrang des Renners ein, selbst der Stuttgarter Trainer Christian Gross, obzwar noch nicht so lange in der Bundesliga, warnte vor dem Gastspiel der Eintracht im Schwabenland ausdrücklich vor den starken rechten Flanken der Frankfurter.
Und der Schalker Trainer Felix Magath wartete gar mit einem ganz anderen Schachzug auf und beorderte seinen etatmäßigen rechten Verteidiger Rafinha auf die linke Seite - nur um die Kreise von Ochs einzuschränken. Das klappte nur zum Teil, immerhin war es wieder Ochs, der den Anschlusstreffer von Alexander Meier auflegte.
Aber dennoch wird es für Ochs immer schwerer, über rechts für Furore zu sorgen. Der Überraschungseffekt ist dahin, in der Hinrunde wusste selbst der alte Trainer Friedhelm Funkel keine Mittel gegen den Hochgeschwindigkeitsflitzer. Inzwischen haben sich die Gegner auf Ochs eingestellt und blocken ihn.
Am heutigen Samstag wird es der Rotschopf mit Christian Schulz zu tun bekommen. Der war mal Nationalspieler. Doch in Hannover gilt die linke Seite traditionellerweise als verbesserungswürdig. Und Schulz ist nicht der Schnellste.
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