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Harmlose Eintracht: Überall und nirgends

Die Frankfurter Harmlosigkeit im Angriff rührt auch daher, dass der einzige Stürmer Halil Altintop viel zu oft auf die Flügel ausweicht.

Schoss am Ende einen Freistoß drüber: Liberopoulos.
Schoss am Ende einen Freistoß drüber: Liberopoulos.
Foto: rhode

Gegen Ende der ersten Hälfte lag Halil Altintop dann direkt auf (!) der Eckfahne und hielt sich den in knallgelben Schuhen steckenden schmerzenden Fuß. Gerade war er in den Infight gegangen mit zwei Stuttgarter Verteidigern und hatte Saueres gekriegt da links draußen; es war kein Einzelfall. Altintop rackerte und malochte mit wehender Mähne, er rochierte und wich auf die Flügel aus, meistens nach links, mit Folgen: Wer links und auch rechts ist, kann nicht in der Mitte sein. Dort, im Zentrum, wird der Türke aber gebraucht, dort ist es gefährlich, dort fallen die Tore. Altintop war selten da, wo es brannte. Er schoss einmal aufs Tor. Harmlos.

Die Spielweise des 27-Jährigen gab denn auch Anlass zur Kritik, schließlich macht es wenig Sinn, wenn die einzige Spitze auf dem Flügel ausweicht. Patrick Ochs, auf der rechten Flanke zu Hause, hielt seinen Mitspieler dezent, aber klar zu mehr Positionstreue an: "Er rochiert intuitiv auf die Flügel, er will halt immer anspielbar sein. Aber es wäre besser, wenn er mehr in der Mitte bleiben würde. Dann hätten wir eine Anspielstation ganz vorne, und wenn wir über die Außen kommen, kann er die Dinger rein machen." Eine nachvollziehbare Analyse - der Trainer Michael Skibbe nicht zustimmen will.

Altintops Spiel sei "interaktiv", er sei halt immer in Bewegung, brauche viele Ballkontakte, um sein Spiel zu entfalten. "Und es stoßen ja immer wieder andere Spieler in die Mitte, Benjamin Köhler beim 1:0 etwa." Und Altintop könne auch von außen zum Abschluss kommen. Nun ja. Fakt ist: Altintop hatte in seinen ersten Spielen im Eintracht-Dress, als er seine Position in der Mitte hielt, viel mehr, viel bessere Gelegenheiten, deutlich mehr vielversprechende Aktionen.

Das Offensivspiel der Eintracht lahmte auch, weil Alexander Meier so gut wie unsichtbar war, Caio recht früh untertauchte, der ballsichere Benjamin Köhler wenig Zug zum Tor mitbrachte, Patrick Ochs erst spät auf Touren kam und der eingewechselte Ümit Korkmaz so gut wie kein Abspiel zum eigenen Mann brachte. Da bleibt dann nicht mehr viel. Skibbe weiß um das Problem, bis zum Strafraum sieht das Spiel der Eintracht hübsch gefällig aus, doch dann, in der entscheidenden Zone, fehlt ihr der Punch, die Durchschlagskraft, ja auch die Klasse. Das ist nicht verwunderlich, wenn Altintop, der über das Saisonende hinaus in Frankfurt gehalten werden soll, schwächelt, ist kein Stürmer von Format mehr da.

Eintracht unterliegt in Stuttgart

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Der beste Angreifer, Ioannis Amanatidis, kuriert bereits seinen zweiten Knorpelschaden aus. "Ein gesunder Amanatidis wäre immer für 20 Tore gut", sagt Skibbe. Ob der Grieche allerdings je zu alter Schaffenskraft zurückfindet, steht in den Sternen. Auch Martin Fenin blickt auf ein verlorenes Jahr zurück, Skibbe hofft aber, dass der an den Leisten operierte Tscheche in dieser Saison noch mal eingreifen kann. Fenin ist den Nachweis seiner Klasse ohnehin noch schuldig. Bleibt Nikos Liberopoulos, der Oldie, der im Moment ganz andere Sachen im Kopf hat. Er hat in dieser Woche Sonderurlaub bekommen, weil seine Frau in Griechenland das dritte gemeinsame Kind auf die Welt brachte. Liberopoulos´ Zeit in Frankfurt läuft ab. In diesem Jahr. Spätestens im nächsten. (dur/kil)

Datum:  1 | 3 | 2010
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