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Idrissou im Interview: „Dann kann uns keiner stoppen“

Er kam erst spät in der Bundesliga an. Nun ist Mohamadou Idrissou einer der wichtigsten Spieler für die Eintracht geworden. Im Interview spricht der 31-Jährige über Ansprüche, Aufstiege und eine verschobene Wohnungssuche.

„Wir haben keine andere Wahl, als aufzusteigen“, sagt ein selbstbewusster  Eintracht-Stürmer  Mohamadou Idrissou.
„Wir haben keine andere Wahl, als aufzusteigen“, sagt ein selbstbewusster Eintracht-Stürmer Mohamadou Idrissou.
Foto: Jan Huebner
Frankfurt –  

Mohamadou Idrissou kam auf den letzten Drücker von Borussia Mönchengladbach zu Eintracht Frankfurt, kurz vor Transferschluss. Der Stürmer aus Kamerun schlug voll ein: fünf Tore in fünf Spielen. Noch wichtiger sind aber sein Auftreten und seine Spielweise für die Mannschaft: „So einer hat uns gefehlt“, lobt Trainer Armin Veh.

Herr Idrissou, was ja viele vielleicht gar nicht wissen: Sie waren auch mal in Duisburg ...

... natürlich. Ich war in Duisburg total beliebt, die Fans haben mich geliebt. Und ich bin mit Duisburg aufgestiegen in die Bundesliga. Das klappte danach noch mal mit Freiburg, das dritte Mal ist jetzt mit der Eintracht geplant.

Haben Sie noch Kontakt zum MSV?
Nur zu Tobias Willi, dem Teammanager. Ich habe ihm jetzt auch gesagt, ihr werdet es schwer haben bei uns. Ich habe nämlich vor, eine neue Serie zu starten.

Eine neue Serie?
Ja, ich habe in den ersten drei Spielen für die Eintracht fünf Tore gemacht, jetzt zweimal nicht getroffen. Es wird Zeit, mal wieder loszulegen und Tore zu machen.

Es sieht so aus, als seien die Spitzenteams in dieser Saison sehr stabil. Bereitet Ihnen das Sorge?
Ach was. Ist doch egal. Wir brauchen nicht auf die anderen zu gucken. Wir müssen uns nur auf uns selbst konzentrieren, denn wir haben eine sehr hohe individuelle Qualität. Wir müssen uns selbst sagen: "Wir sind die Besten". Denn so ist es ja auch. Das müssen wir verinnerlichen. Wir haben keine andere Wahl, als aufzusteigen. Diesem Ziel muss man alles unterordnen. Sehen Sie, ich wohne noch immer im Hotel. Ich habe jetzt keinen Kopf, um mir eine Wohnung zu suchen. Ich habe nur den Aufstieg im Kopf. Sonst nichts. Im Winter werde ich mir dann eine Wohnung suchen.

Trainer Armin Veh sprach warnende Worte, die Mannschaft dürfe sich nicht zu sicher sein.
Stimmt ja. Wir müssen an unsere Grenzen gehen, dürfen uns aber nicht verrückt machen lassen. Wir müssen unser Spiel so durchziehen wie bisher, dann kann uns keiner stoppen. Und wir müssen unsere fußballerische Qualität einbringen. Ich habe mir die Eintracht schon angeguckt, als ich noch gar nicht hier war. Wenn ich Freizeit habe, schaue ich Fußball im Fernsehen. Ich habe das Spiel in Fürth und gegen Paderborn auf Sky gesehen. Da lief nicht alles rund, aber es war zu erkennen, dass sie Fußball spielen wollen. Wir sind die einzige Mannschaft, die alle Situationen spielerisch lösen will. Wir haben ja Benny Köhler, Pirmin Schwegler, Alex Meier, die können alle mit dem Ball umgehen. Wir wollen keine langen Bälle spielen. Das ist gut so. Ich denke, wir könnten mit dieser Mannschaft auch in der Bundesliga mithalten.

Und jetzt kommen die Gegner aus dem Tabellenkeller, da kann ja gar nichts mehr schiefgehen.
Moment. Das sind die gefährlichsten Gegner, weil sie nichts zu verlieren haben. Wenn sie gegen uns verlieren, ist es normal. Wenn sie aber was holen, sind sie die Größten. Ich habe das mal mit Freiburg erlebt, da waren wir Erster und haben in Ingolstadt gespielt, die waren Letzter. Und dann haben wir da vier Dinger bekommen, 0:4 verloren. Das kann man danach kaum glauben.

Herr Idrissou, Trainer Veh spricht davon, dass Sie sich auf dem Feld so richtig austoben. Werden Sie nie müde?
Nein. Laufen macht mir nichts aus, ich werde nicht müde. Ich könnte länger als 90 Minuten spielen − mir egal. Das ist naturgegeben, das kann man nicht trainieren. In der Kabine machen sie schon Witze, dass ich sogar einem Löwen davonlaufen könnte.

Sie sind der einzige Stürmer, der einen Stammplatz hat ...
... was heißt das schon? Wir haben super Stürmer, Rob Friend, Gekas, Jimmy Hoffer, auch Alex Meier oder Karim Matmour. Wenn einer mal nicht so drauf ist, kommt der nächste rein. So muss es sein. Wenn du keinen Konkurrenzkampf hast, ist das schlecht. Aber hier passt alles wunderbar zusammen. Es ist so, als würden wir uns alle schon ewig kennen. Das macht einfach Spaß.

Autor:  Ingo Durstewitz
Datum:  21 | 10 | 2011
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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