Auf dem Schreibtisch von Bruno Hübner liegen noch die Adapter für die Steckdosen in Katar. „Die bleiben jetzt bis nächstes Jahr liegen“, sagt der Sportdirektor der Frankfurter Eintracht lächelnd. Hübner, der am Samstag 51 Jahre alt wird, konnte den Trip in die Wüste nicht antreten. In Frankfurt hatte er alle Hände voll zu tun. Es galt vor allem, den angedachten Transfer von Patrick Helmes auf den Weg zu bringen. Der Wolfsburger Stürmer, der aus dem nahen Siegen stammt, bald Vater wird und auch deshalb gerne nach Frankfurt kommen würde, hat sich klipp und klar für die Eintracht ausgesprochen. Während des einstündigen FR-Interviews mit Hübner blinkt plötzlich das iPhone des Managers − SMS von Helmes.
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"Wir müssen uns auch an die eigene Nase fassen"
Herr Hübner, täuscht der Eindruck oder ist die Grundstimmung rund um die Eintracht in diesem Winter ganz schön negativ?
Ich denke, der Eindruck ist richtig. Ich verstehe es auch nicht. Ich hoffe, dass wir es in dieser und der nächsten Woche schaffen, eine Kehrtwende herbeizuführen. Die Stimmung muss besser werden. Das ist elementar. Das ist für uns ganz, ganz wichtig.
Es lief ja auch einiges schief jetzt in der Wintervorbereitung: Das schlappe Auftreten beim Hallenturnier, der zähe Beginn des Trainingslagers in Katar, die schwere Verletzung von Pirmin Schwegler.
Klar, das alles war der Stimmung nicht zuträglich. Wir müssen uns da auch an die eigene Nase fassen, wir haben vorher nicht pro-aktiv auf Dinge hingewiesen. Wir hätten Ja sagen können: „Natürlich nehmen wir an dem Hallenturnier teil, aber unser oberstes Ziel ist der Wiederaufstieg, wir können keine Verletzten riskieren. Deshalb können wir nur die Spieler aufstellen, die aufgrund ihrer körperlichen Verfassung nicht so gefährdet sind, sich zu verletzen. Daher kann es sein, dass der eine oder andere Stammspieler nicht aufläuft. Bitte habt hierfür Verständnis.“ Entsprechend müssen wir es vermitteln.
Aber Herr Hübner, im Trainingslager ging doch einiges schief.
Ich sage Ihnen etwas: Bei Bayern und Schalke kam das Gepäck in Katar auch später. Aber bei uns wurde das dann gleich dramatisiert.
"Alles war top, perfekt"
Aber Trainer Armin Veh drohte doch selbst mit Abreise.
Armin war aufbrausend, weil seine Philosophie die ist: „Wenn ich was mache, will ich es zu 100 Prozent machen.“ Und dann hat er gesehen, dass es dort Trainingsplätze gibt, die besser sind als der, auf dem wir zuerst trainieren mussten. Da war er stinkig. Aber dann hatten wir einen Platz, der war besser als der, den die Bayern hatten, alles war top, perfekt. Aber das wurde dann nicht mehr geschrieben, weil offenbar nur schlechte Nachrichten interessant sind. Oder die Verletzung von Schwegler. Da hieß es dann: Das war eine improvisierte Trainingseinheit wegen der schlechten Platzverhältnisse, aber das stimmt nicht: Diese Einheit stand ganz normal auf dem Plan. Solche Verletzungen können immer passieren.
Ein Kritikpunkt ist auch: Weshalb muss ein Zweitligist um die halbe Welt fliegen, um ein Trainingslager abzuhalten, das noch dazu ziemlich teuer ist.
Ich finde, dass dieser Trip viel zu negativ gesehen wird. In der Türkei etwa standen die Plätze unter Wasser, und es gab die eine oder andere Unwetterwarnung. Da habe ich nichts drüber gelesen, aber bei uns heißt es: Pleiten, Pech und Pannen. Was keiner sieht: Dieses Trainingslager eröffnet uns große Möglichkeiten. Die Marke Eintracht Frankfurt ist für die da unten total interessant, obwohl wir nur in der zweiten Liga spielen. Wir wollen viele Kontakte in Katar knüpfen, da liegt ja eine Menge Potenzial. Wir wollen Partnerschaften eingehen, neue Wege gehen, es gibt da sehr, sehr viele Möglichkeiten. Wir müssen innovativ sein. Wir müssen die Marke Bundesliga gerade in Asien stärken.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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