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Interview mit Ioannis Amanatidis: "Ich gönne mir noch ein paar Jahre"

Stürmer Ioannis Amanatidis im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau über seinen WM-Verzicht, die lange Leidenszeit nach seiner Knieoperation und sein bevorstehendes Comeback.

Eintracht-Stürmer Ioannis Amanatidis.
Eintracht-Stürmer Ioannis Amanatidis.
Foto: Krieger

Herr Amanatidis, Sie verzichten freiwillig auf die Chance, an der WM in Südafrika teilzunehmen. Mit dem Abstand von einigen Tagen: Wie schwer ist Ihnen diese Entscheidung gefallen?

Gar nicht so schwer. Es mag andere geben, die da sehr viel emotionaler an die Sache rangehen. Aber ich bin da sehr kühl, bei mir siegt die Vernunft. Und es ist vernünftig, nicht die WM zu spielen. Davon bin ich überzeugt.

Aber es ist vielleicht ihre letzte Chance, an so einem Turnier teilzunehmen?

Wer sagt das? Bei der nächsten WM bin ich 32, da hätte ich ja auch noch mal die Chance.

Aber Ihr Knie...

...ja, das stimmt schon. Ob ich mit 32 noch Profifußball spiele, kann im Moment keiner sagen. Das weiß ich selbst nicht. Das hängt damit zusammen, wie das Knie das alles wegsteckt, die vielen Operationen und die Knorpelschäden. Da muss man abwarten.

War die Entscheidung zu verzichten, auch eine für die Eintracht?

Das kann man so sehen. Sehen Sie, wenn ich bei der WM dabei gewesen wäre, hätte ich da ein Trainingslager gehabt, eine Vorbereitung, dann das Turnier, Training, dann nur einen verkürzten Urlaub und schließlich mit der Eintracht wieder eine Vorbereitung. Ich weiß nicht, ob das so klug gewesen wäre. So mache ich Urlaub, baue mein Knie weiter auf, bin ausgeruht und bereite mich so vor, dass ich in der Vorbereitung auf die neue Saison voll da bin. Das erscheint mir sinnvoller.

Wie fühlt sich das Knie an? Bereitet es Probleme?

Nein, es hat bisher nicht einmal reagiert. Alles in Ordnung. Auch muskulär habe ich bisher keine Probleme. Ich bereite mich aber auch auf jedes Training akribisch vor, mache vor jeder Einheit ein gesondertes Programm. Das Einzige, was noch nicht so ist wie vorher: Nach einem Sprint kann ich mit dem rechten Bein noch nicht so abbremsen wie mit dem linken. Aber das ist ganz normal, das kommt im Laufe der Zeit noch.

Trainer Michael Skibbe stellt Ihnen gegen Hoffenheim oder eine Woche später in Wolfsburg einen Kurzeinsatz zumindest in Aussicht. Sind Sie schon so weit?

Einen Kurzeinsatz traue ich mir zu. Es wäre für mich der Lohn für die ganze Schufterei in der Reha. Reha ist langweilig, langwierig, mühsam und anstrengend, man ist alleine und kämpft jeden Tag nur für sich. Wenn man so lange außen vor ist, so weit weg von der Mannschaft, vom Training und den Spielen, dann ist es das Größte, wieder mittendrin zu sein. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl.

Wie groß ist die Angst, dass es bei der nächsten Komplikation vorbei sein könnte mit der Karriere?

Das hat man im Hinterkopf. Ich bin mir bewusst, dass es schnell vorbei sein kann. Das hat man ja bei Christoph Preuß gesehen. Wenn es so sein soll, muss man das akzeptieren. Denn man darf ja nicht vergessen: Es gibt ein Leben nach dem Fußball, dann zählt nicht mehr der Sportler, sondern der Mensch. Und ich will meine Gesundheit nicht ruinieren. Aber daran will ich momentan nicht denken. Ich will mir noch ein paar Jahre in der Bundesliga gönnen.

Glauben Sie, zu alter Leistungsstärke zurückfinden zu können?

Fußballspielen ist wie Fahrradfahren - das verlernt man nicht. Ich bin derselbe Spieler, der ich auch vorher war. Wenn ich zu 100 Prozent fit bin, werde ich wieder ganz der Alte sein. Da mache ich mir keine Gedanken. Fußball muss man nicht nur spielen können, Fußball muss man auch verstehen, und ich verstehe diesen Sport. Ich bin optimistisch, dass alles wieder gut wird.

Interview: Ingo Durstewitz

Datum:  29 | 4 | 2010
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
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17 Alemannia Aachen 30:47 31
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