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Ioannis Amanatidis: Joggen ohne Druck

Ein paar Minuten nur, die ersten Schritte auf seinem langen Weg zurück: Ioannis Amanatidis trabt über den Rasen der Wintersporthalle. "Ich bin schon froh, die Nähe zur Mannschaft zu spüren", sagt er. Von Jörg Hanau

Ioannis Amanatidis (Archivbild vom 25.5.2009).
Ioannis Amanatidis (Archivbild vom 25.5.2009).
Foto: Krieger/blog-g.de

Ein paar Minuten nur, die ersten Schritte auf seinem langen Weg zurück: Ioannis Amanatidis trabt gemächlich über den tiefgefrorenen Rasen der Wintersporthalle. Es ist noch früh am Morgen. Die Kollegen trudeln gerade erst ein, bereiten sich auf die erste Trainingseinheit an diesem sonnigen Dienstag vor, als der malade Stürmerstar von Eintracht Frankfurt längst seine Arbeit aufgenommen hat.

Zweimal zehn Minuten leichtes Joggen, danach Krafttraining unter Anleitung von Reha-Trainer Michael Fabacher. "Es läuft schon ganz gut", sagt der 28 Jahre alte griechische Nationalspieler nach seiner ersten Laufeinheit. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht, das sein üppig sprießender Vollbart großflächig bedeckt. Nach vier Monaten Aufbautraining in Donaustauf bei Klaus Eder, dem ehemaligen Physiotherapeuten der deutschen Nationalmannschaft, ist Amanatidis zurück in Frankfurt. "Das ist gut für die Moral."

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Am 9. November 2009 war Amanatidis Knorpelschaden rechtes Knie operiert worden. Bereits zum zweiten Mal. Das lädierte Gelenk hatte den Belastungen doch nicht standgehalten. Am. 17. Oktober kickte er gegen Hannover 96 letztmals in der Bundesliga. Wann er zurückkommt, weiß niemand so genau. "Es gibt keinen Zeitplan, ich schaue von Tag zu Tag", sagt Amanatidis, die schwarze wollene Mütze tief ins Gesicht gezogen und verschwindet im Kraftraum. "Vielleicht kann er, wenn alles optimal läuft, in drei, vier Wochen wieder mit der Mannschaft trainieren", sagt Eintracht-Trainer Michael Skibbe. Bis Amanatidis für die Eintracht Tore wieder schießen wird, gehen aber sicher noch Monate ins Land. "Das wird ganz knapp", sagt Skibbe, "vielleicht schafft er es gerade so bis zum Ende der Saison".

Ein erstrebenswertes Ziel für Amanatidis, der natürlich nur allzu gerne bei der WM in Südafrika dabei sein würde. Er macht sich darüber aber nicht wirklich einen Kopf. "Wenn es klappt, gut, wenn nicht, auch gut."

Liberopoulos und Ochs passen

Nur nicht zu früh zu viel wollen. Amanatidis macht sich bewusst keinen Druck. Er weiß, nach zwei Knorpelschäden hängt seine Karriere an einem seidenen Faden. "Für alle Langzeitverletzten ist es wichtig, dass sie wieder topfit und gesund werden. Nur dann hat man die Gewissheit , in der nächsten Saison wieder voll dabei sein zu können. ", sagt Skibbe und erinnert an die Leidensgeschichte von Christoph Preuß, der nach zwei Knorpelschäden und einem vielbeachteten Comeback vor gut einem Monat aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere beenden musste.

Amanatidis ist nicht der einzige Eintracht-Profi, der aller Voraussicht nach erst in der kommenden Saison wieder mitspielen kann. Auch Zlatan Bajramovic (Knorpelschaden) und Alexander Vasoski (Fersen-OP) "sind noch weit weg", sagt Skibbe: "Für beide wird es bis zum Saisonende nicht mehr reichen."

Die medizinische Abteilung des hessischen Bundesligisten hat dieser Tage ohnehin alle Hände voll zu tun: Nikos Liberopoulos hat sich am Sonntag im Training am Knie verletzt, "muss ein paar Tage aussetzen" (Skibbe). Patrick Ochs schmerzen die Adduktoren, er fährt momentan nur Rad. Und dann wäre da ja auch noch Maik Franz. Der gegen Schalke und Stuttgart so schmerzlich vermisste Verteidiger trainierte auch am Dienstag weiterhin abseits der Mannschaft.

Autor:  Jörg Hanau
Datum:  9 | 3 | 2010
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