Am Mittwoch, kurz nach 20 Uhr, musste Friedhelm Funkel so ernsthaft wie nie zuvor um seinen Job in Frankfurt fürchten - gerade war das 0:1 gefallen. Das Schlüsselspiel drohte mit einer weiteren Schlappe zu enden. Die Atmosphäre im Stadion kippte, sie war feindselig. Funkel war als Sündenbock ausgedeutet. Er wäre bei einer weiteren Niederlage wohl nur unter größten Mühen zu halten gewesen. Unmittelbar vor dem KSC-Spiel hatte sich Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen schon mit einigen einflussreichen Aufsichtsräten in einer Loge des Stadions zu einem Krisengipfel zurückgezogen. Dann folgte das, was rational nicht zu erklären ist: Die Elf drehte dieses Spiel gegen den KSC und auch jenes in Cottbus. Die Aufgeregtheit in Frankfurt ist verflogen. Funkel hat, mit dem Rücken zur Wand, die Wende geschafft. Respekt.
Die Frankfurter Achterbahnfahrt zeigt aber auch, wie nah Wohl und Wehe beieinander liegen, wie überhitzt das Geschäft ist, wie schnelllebig und ergebnisorientiert die Branche tickt. Beharrlichkeit und langfristige Aufbauarbeit sind kaum mehr möglich. Man mag das bedauern, aber im Grunde hat sich ein jeder im Metier diesen Gesetzen unterworfen.
Eintracht-Boss Bruchhagen wirkt mit seiner auf Weitsicht, Vertrauen und Loyalität angelegten Unternehmensphilosophie schon fast wie ein Anachronismus. Bruchhagen ließ sich auch in dieser, für die Eintracht schwersten Krise seit vier Jahren nicht von Volkes Stimme treiben und hielt an Funkel fest. Eine mutige, eine richtige Entscheidung. Funkel ist kein Zampano, aber eine Fachkraft mit großer Fußballkompetenz. Dabei ist Bruchhagen über die Entwicklung der Mannschaft nicht sehr erfreut, sie hat sich zurückentwickelt. Abstiegskampf sollte der Vergangenheit angehören. Im Winter wird für gewöhnlich der Vertrag mit Trainer Funkel per Handschlag verlängert. Das galt stets als Formsache. Dieses Mal nicht.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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