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Kommentar: Keine gute Idee

Trainer Michael Skibbe entscheidet, dass Christoph Spycher Ioannis Amanatidis als Kapitän von Eintracht Frankfurt ablöst. Das ist keine gute Entscheidung, findet Arnd Festerling.

Arnd Festerling leitet das Sportressort der Frankfurter Rundschau.
Arnd Festerling leitet das Sportressort der Frankfurter Rundschau.
Foto: fr

Ioannis Amanatidis ist nicht länger Kapitän von Eintracht Frankfurt. Das hat Trainer Michael Skibbe so entschieden, und es ist keine gute Entscheidung. Christoph Spycher, der bisherige Stellvertreter wird künftig die Binde tragen, und das ist sicher auch keine schlechte Entscheidung. Unterm Strich aber überwiegt das Negative.

Zuerst und vor allem: Amanatidis war Kapitän dieser Mannschaft. Zwei Jahre lang. Und er war ein guter Kapitän. Er hat sich der Verantwortung gestellt, er hat sich meistens vor das Team und sich selbst oft genug hintangestellt und mancher hatte sich das vorher bei dem zuweilen arg selbstverliebt auftretenden Stürmer nicht vorstellen können. Aber Amanatidis hat den Zweiflern gezeigt, dass er sich der Aufgabe stellt und dass er ihr gewachsen ist. Auch um den Preis seiner Gesundheit. Die Fans werden ihrem uneingeschränkten Liebling nicht vergessen, dass er in der vergangenen Saison schon schwer angeschlagen gegen Karlsruhe noch einmal aufs Feld ging, den unmöglichen Siegtreffer erzielte und dabei sein Knie mutmaßlich vollends ruinierte.

Christoph Spycher war, gemeinsam mit Torhüter Oka Niklov, sein Stellvertreter und darüber hinaus der verlängerte Arm des Trainers Friedhelm Funkel auf dem Spielfeld. Das hat sich nicht geändert. Spychers Intelligenz und Persönlichkeit haben ihm auch unter Trainer Skibbe diese Rolle erhalten. Die Spieler hören auf das, was der besonnene Schweizer sagt, auch wenn er in der Öffentlichkeit kein Lautsprecher ist.

Insofern ist Spycher auch keine schlechte, sondern eine wirklich gute Wahl. Aber eben um den Preis, Amanatidis die Binde wegzunehmen. Und dieser Preis ist hoch.

Trainer Skibbe argumentiert, Stürmer seien öfter verletzt als Verteidiger und es sei besser, wenn der Kapitän möglichst oft mitspiele. Nun sind aber beide Spieler in der vergangenen Saison binnen weniger Tage mit Knorpelschäden im Knie ausgefallen fast bis zum Ende der Saison. Oder lässt dieses Argument ahnen, dass der Trainer Amanatidis (wenn er denn gesund ist) nicht von vornherein in der Startelf sieht, dass der Torjäger jedenfalls nicht so sicher gesetzt ist wie Spycher (wenn er denn gesund ist)?

Chris (der in seiner Karriere kaum einmal mehr als zwei Drittel aller Saisonspiele gemacht hat) und Amanatidis sind nun Stellvertreter. Für den einen eine Beförderung, für den anderen ganz das Gegenteil. Eintracht Frankfurt bleibt zu wünschen, dass der stolze Grieche seine Rolle für die Mannschaft weiter spielt, ob er nun die Binde trägt oder nicht. Auch wenn er weiß: Es ist wirklich keine gute Entscheidung.

Autor:  Arnd Festerling
Datum:  29 | 7 | 2009
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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