Alexander Meier (Eintracht) setzt sich durch, Björn Schlicke (FSV) verliert den Zweikampf.
Foto: S. Krieger
Alexander Meier (Eintracht) setzt sich durch, Björn Schlicke (FSV) verliert den Zweikampf.
Foto: S. Krieger
Spätestens nach dem dritten Spiel des Jahres 2012 hat Eintracht Frankfurt eine neue Welle der Begeisterung ausgelöst. Für den FSV Frankfurt ist das Derby dagegen ein Schlag ins Kontor.
Die nackten Zahlen sprechen für sich: 0:4 + 1:6 = 1:10. Gleich zweimal ist der David vom Goliath böse vermöbelt worden, hat sich zwei dunkelblaue Augen geholt.
Für die beiden schmachvollen Auftritte des FSV gab es glücklicherweise null Zähler und keine Minuspunkte. Denn die hätten die Bornheimer in den beiden Nachbarschaftsduellen mit der Eintracht verdient gehabt.
Für den kleinen Stadtteilverein waren die Vergleiche mit der übermächtigen Eintracht nicht nur kontraproduktiv, sie waren imageschädigend und ein Schlag ins Kontor.
Eintracht nimmt den FSV auseinander
Bildergalerie ( 75 Bilder )
Eintracht nimmt den FSV auseinander
Die Trainer im Gespräch: Armin Veh (li.) und Benno Möhlmann.
Foto: dpa
Das 1:0: Karim Matmour (re.) kickt den Ball an Torwart Patric Klandt vorbei ins Netz.
Foto: dpa
Karim Matmour (l.) im Zweikampf mit FSV-Torwart Patric Klandt.
Foto: dapd
Karim Matmour (li.) jubelt nach seinem Tor zum 1:0.
Foto: dpa
Armin Veh freut sich über das 2:0.
Foto: dpa
Eintracht Frankfurts Fans mit ihrem Banner: "Boris Rhein will keine Sau!"
Foto: dapd
Alexander Meier freut sich über sein Tor zum 3:0.
Foto: dapd
Auch Erwin Hoffer darf beim Jubeln mitmachen.
Foto: dapd
Karim Matmour (re.) und Nils Teixeira im Kopfballduell.
Foto: dpa
Der dreifache Torschütze Karim Matmour durfte besonders oft jubeln.
Foto: dapd
Es folgen weitere Bilder vom Spiel ...
Foto: Stefan Krieger
"Wir müssen damit rechnen, dass wir eventuell über zwei Relegationsspiele die Klasse halten" - FSV-Trainer Benno Möhlmann.
Foto: S. Krieger
Alexander Meier (Eintracht) setzt sich durch, Björn Schlicke (FSV) verliert den Zweikampf.
Foto: S. Krieger
Am Boden: Der FSV unterliegt im Derby gegen die Eintracht.
Foto: S. Krieger
Hört gar nicht mehr auf zu grinsen Karim Matmour (2. v.li.)
Foto: S. Krieger
Kollektiver Jubel der Eintracht.
Foto:
dpa
Sport
Sport
Sport
Fotostrecken Sport
Fotostrecken Sport
Fußball
Natürlich spielt die Eintracht zwar in derselben Spielklasse, aber in einer anderen Liga, sie ist nicht der Maßstab des um die Klassenzugehörigkeit bangenden FSV, man kann gegen die in die Beletage strebende Eintracht fraglos verlieren, aber so desaströs und mutlos wie die Bornheimer darf man sich in solchen Prestigeduellen nicht verkaufen.
Zumal dann nicht, wenn man von der Eintracht ohnehin an den Rand der Bedeutungslosigkeit gedrängt wird und verzweifelt um die Gunst der Zuschauer buhlt wie der FSV.
Und doch: Die beiden Resultate spiegeln die Kräfteverhältnisse in der Stadt korrekt wider.
Sollte dieses halbe Dutzend dem FSV einen Knacks versetzen, wird die Mission Klassenerhalt nur schwer zu einem guten Ende zu bringen sein. Am Sonntag wartet ein Abstiegsendspiel gegen den erstarkten KSC. Das ist eine Partie auf Augenhöhe. Immerhin.
Klassenbuch: FSV wird vorgeführt
Bildergalerie ( 14 Bilder )
Klassenbuch: FSV wird vorgeführt
So lala - Alexander Huber: Sorgte auf seiner rechten Seite wenigstens ein paar Mal für etwas Entlastung nach vorne. Der etwas weniger Schwächelnde in einer schwachen Viererkette.
Foto: Stefan Krieger
Schwächelnd Chadli Amri: Überraschte gleich zu Beginn durch zwei sinnfreie Zuspiele. Kein Vergleich zu seinen ersten beiden Spielen für die Bornheimer. Ein Schatten seiner selbst − trotz Torvorlage.
Foto: Stefan Krieger
Schwächelnd Samil Cinaz: Der Kapitän holte sich eine blutige Lippe ab. Wirkte zentral vor der Abwehr überraschend orientierungslos.
Foto: Stefan Krieger
Schwächelnd Ilian Micanski: Vom Knipser zum Chancentod. Schon gegen Ingolstadt ein Ausfall vor dem Kasten. Trifft nur, wenn er den Fuß hinhält und nicht denken muss.
Foto: Stefan Krieger
Schwächelnd Marcel Gaus: Nach den guten Kritiken zum Restrundenauftakt diesmal schwach. Sitzt nächsten Sonntag definitiv auf der Tribüne − fünfte Gelbe Karte.
Foto: Stefan Krieger
Schwächelnd Björn Schlicke: Wusste sich gegen Hoffer meist nur mit Fouls zu helfen. Ist eben nicht der Schnellste. Weiß er aber selbst.
Foto: Stefan Krieger
Schwächelnd.Ju-Tae Yun: Der Gewinner des Trainingslagers auf Mallorca war am Samstag einer der großen Verlierer. Versiebte kurz vor der Pause die Chance zum Anschlusstreffer. Bolzte den Ball völlig frei „fast bis nach Bornheim“ (Stöver).
Foto: Stefan Krieger
Schwächelnd Zafer Yelen: Kam nach einer Stunde für Yun, machte es aber nicht besser. Keine Bindung zum Spiel, allerdings war das zu diesem Zeitpunkt auch längst gelaufen.
Foto: Stefan Krieger
Schwächelnd Marc Heitmeier: Was war das denn? Holperte im defensiven Mittelfeld umher. Das hat er schon besser hingekriegt. Trainer Möhlmann zog nach einer halben Stunde die Reißleine und wechselte ihn aus.
Foto: S. Krieger
Schwächelnd Yannick Stark: Nutzte seine Chance nicht. Sollte es besser machen als Heitmeier. Doch er machte dort weiter, wo sein Kollege vor ihm aufgehört hatte. Wirkte viel zu ehrfürchtig, vielleicht auch übermotiviert. Seine zwei Pässe ins Seitenaus sprechen Bände.
Foto: Stefan Krieger
Schwächelnd Nils Teixeira: Tja, und dann ist da noch der linke Außenverteidiger. Erinnerte mit seinem Spiel an seine missratene Hinrunde. Möhlmann wird sich etwas einfallen lassen müssen. Neuzugang Denis Cagara stand bislang aber noch nicht einmal im Kader, fehlte am Samstag krankheitsbedingt. Aber ist er wirklich eine Alternative?
Foto: Stefan Krieger
Schwächelnd Gledson: Der Innenverteidiger erwischte einen rabenschwarzen Tag. In der Luft mag der Brasilianer eine Wucht sein, am Boden ist er limitiert. Ließ sich vor dem 0:3 von Lehmann auf engstem Raum mit einer simplen Körpertäuschung austricksen. Nicht viel mehr Mühe hatte Hoffer auf seinem Weg zum 5:1. Eine durchweg schaurige Vorstellung.
Foto: Stefan Krieger
Zu spät gekommen Michael Görlitz (hu.)
Foto: Stefan Krieger
So lala - Patric Klandt: Bemitleidenswert, weil ziemlich alleingelassen von seinen Vorderleuten. Hielt, was zu halten war. Das war nicht viel. Legte Matmour nach guter Parade das 0:2 auf − patschte ihm den Ball vor die Füße. Das war Pech.
Foto:
Stefan Krieger
Sport
Sport
Sport
Fotostrecken Sport
Fotostrecken Sport
Fußball
Für die Eintracht sieht die Welt nach drei Partien und sieben Punkten im neuen Jahr zwar nicht rosarot aus, aber sie ist nach dem höchsten Zweitligasieg ihrer Geschichte doch sehr freundlich eingefärbt. Die Hessen haben in 270 Minuten den Stimmungsumschwung geschafft, auch im Umfeld eine neue Welle der Begeisterung ausgelöst. Die Zweifler, die nach den schlappen Auftritten vor der Winterpause unkten, der Eintracht ginge die Puste aus, sind widerlegt.
Die Frankfurter trumpfen derzeit auf, sie glauben an sich und ihre eigene Stärke, haben Selbstvertrauen gleich kiloweise im Gepäck.
Klassenbuch: Eintracht führt FSV vor
Bildergalerie ( 15 Bilder )
Klassenbuch: Eintracht führt FSV vor
Gut dabei - Sebastian Rode: Imposante Leistung, unglaubliches Laufpensum, klaute den FSV-Profis die Bälle mit spielerischer Leichtigkeit, kurbelte das Angriffsspiel an. Mit den meisten Ballkontakten (92) aller Spieler.
Gut dabei - Erwin Hoffer: Zu schnell für die hüftsteife Bornheimer Abwehr, immer einen Schritt flinker und auch cleverer. Bereitete zwei Treffer vor, führte bei seinem eigenen Tor zum 5:1 FSV-Stopper Gledson vor. Hat nun sechs Saisontreffer auf seinem Konto.
Gut dabei - Alexander Meier: Sehr präsent, sprühte vor Spielfreude, versuchte die riskanten, entscheidenden Bälle, auch wenn dieses Mal nicht alle Pässe ankamen. Stand einmal richtig, machte das 3:0. Seinen elfter Treffer.
Gut dabei - Matthias Lehmann: Das vielleicht beste Spiel im Eintracht-Dress. Machte das Spiel schnell, mit zwei, drei sehr guten Pässen. Bereitete das dritte Tor mustergültig vor, da ließ er Gledson locker stehen.
Gut dabei - Oka Nikolov: Kaum gefordert, selten geprüft, aber einmal, nach 22 Minuten, da war er hellwach, als er den frei stehenden Micanski abkochte und die größte FSV-Chance gekonnt zunichte machte.
Ganz okay - Sebastian Jung: Hielt Gaus locker in Schach und dem groß aufspielenden Matmour den Rücken frei. Offensiv nicht so spektakulär, aber mit den meisten Flanken (fünf).
Ganz okay - Benjamin Köhler: Leitete das 2:0 mit einem klugen Pass ein, zog gekonnt die Fäden, ohne das Spiel wirklich zu dominieren. Im Zweikampf mit Huber klarer Sieger.
Ganz okay - Heiko Butscher: Machte seine Seite dicht, ließ nichts anbrennen. Nach vorne dieses Mal nicht so effektiv und schwungvoll. Aber das ist nicht seine Hauptaufgabe.
Ganz okay - Bamba Anderson: Der bessere der beiden Innenverteidiger, lief einige Bälle ab. Warum aber spielt er so viele Rückpässe zum Torwart?
So lala - Gordon Schildenfeld: Nach seinen zwei starken Partien gegen Braunschweig und in Düsseldorf mit einem Rückfall in überwunden geglaubte Zeiten. Unkonzentriert, ungeordnet, mit Stellungsfehlern. Hüpfte einmal völlig unmotiviert unter dem Ball hindurch. Fing sich im Laufe des Spiels gegen harmlose FSV-Angreifer. Und doch: Das geht deutlich besser.
Schwächelnd - Kein Eintrag.
Sonderlob - Sonny Kittel: Klasse Einstand beim zweiten Saisoneinsatz: Stand gerade mal zwei Minuten auf dem Feld, da erzielte er mit rechts sein erstes Tor als Profi. Das hat er cool gemacht.
Zu spät gekommen - Mohamadou Idrissou
Zu spät gekommen - Rob Friend.
Primus - Karim Matmour: Was für ein Auftritt: Drei Tore selbst gemacht, dreimal aus kürzester Distanz zur Stelle. Einmal bereitete er noch mustergültig vor. Hut ab. Viel besser geht es nicht. Hat sich unverzichtbar gemacht.
Sport
Sport
Sport
Fotostrecken Sport
Fotostrecken Sport
Fußball
Die Eintracht, und das ist die eigentliche Überraschung, hat die Trendwende ohne den verkauften Theofanis Gekas (immerhin sieben Tore) und die verletzten Mohamadou Idrissou (immerhin sieben Tore) und Kapitän Pirmin Schwegler (immerhin Stratege und Kopf der Mannschaft) geschafft. Das ist bemerkenswert.
Die Frankfurter sind von allen Spitzenteams am besten aus den Startlöchern gekommen. Nun reisen sie zum Topspiel nach Paderborn. Könnte etwas schwerer werden als gegen den FSV.
So lief das Derby in der Hinrunde...
Bildergalerie ( 130 Bilder )
So lief das Derby in der Hinrunde...
Fahnen von der Eintracht und des FSV hängen vor dem Stadion nebeneinander.
Foto: dpa
"Zwei Herzen in einer Brust": Manche Fans mögen beide Klubs.
Foto: dapd
Constant Djakpa (Eintracht, l.) und Sven Müller (FSV) kämpfen um den Ball.
Foto: dpa
Wahre Körpernähe: Pirmin Schwegler (Eintracht, r.) und FSV-Spieler Zafer Yelen.
Foto: dpa
Nach dem ersten Streich: Sebastian Rode (l.) jubelt über das 1:0 für die Eintracht.
Foto: dapd
Noch sind die Fans des FSV guter Laune.
Foto: dapd
Hautnah: Gledson Da Silva Menezes (FSV, l.) und Sebastian Jung.
Foto: dapd
FSV-Schlussmann Patric Klandt will es nicht wahrhaben. Elfmeter gibt es trotzdem.
Foto: rtr
Die Proteste der FSV-Akteure nützen nichts: Schiedsrichter Jochen Drees hat auf Elfmeter entschieden.
Foto: rtr
Da steht's schon 2:0: Theofanis Gekas (l.) jubelt mit Benjamin Koehler (2.v.r.) und Matthias Lehmann (r.), Sven Müller (FSV, 2.v.l.) holt den Ball aus dem Tor.
Foto: dapd
Harter Zweikampf: Alexander Huber (FSV, r.) und Matthias Lehmann.
Foto: dapd
FSV-Torwart Patric Klandt wirft sich nach dem Ball.
Foto: rtr
Benjamin Köhler (r.) erzielt das 3:0. FSV-Torwart Patric Klandt und Gledson (M.) können nicht mehr eingreifen.
Foto: dpa
Benjamin Köhler (3.v.l.) jubelt nach seinem Treffer zum 3:0 mit Theofanis Gekas (2.v.l.).
Foto: dapd
Wieder im Duell: Gledson Da Silva Menezes (FSV, M.) und Sebastian Jung.
Foto: dapd
Zu Boden gegangen: Karim Benyamina (FSV, unten) muss sich Pirmin Schwegler erwehren.
Foto: dapd
Ziemlich ratlos: FSV-Trainer Hans-Jürgen Boysen.
Foto: dapd
Die Eintracht-Spieler lassen sich nach dem klaren 4:0-Sieg von ihren Fans feiern.
Foto: dapd
Es folgen weitere Bilder vom Spiel ...
Foto: E. Krieger
Mehr als 40.000 Zuschauer werden erwartet - Stark freut sich auf die Atmosphäre.
Foto: E. Krieger
Benni Köhler klatscht mit Sebastian Jung ab.
Foto: E.Krieger
Fans beider Mannschaften auf dem Weg zum Stadion.
Foto:
dpa
Sport
Sport
Sport
Fotostrecken Sport
Fotostrecken Sport
Fußball