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Michael Skibbe: "Es wird verdammt schwer"

Michael Skibbe erklärt im FR-Interview, wie er die Bayern stoppen will. Der Eintracht-Trainer setzt dabei auf einen Neuling und geht gegen die jüngste Schlafmützigkeit in der Mannschaft an.

Michael Skibbe, den Trainer der Frankfurter Eintracht, plagen Sorgen vor dem Bayern-Spiel.
Michael Skibbe, den Trainer der Frankfurter Eintracht, plagen Sorgen vor dem Bayern-Spiel.
Foto: ddp

Herr Skibbe, die drei gestandenen Defensivspieler Ochs, Teber und Franz fallen für das Bayern-Spiel aus. Da muss Ihnen doch Angst und Bange werden?

Die Aufgabe gegen die Bayern ist eh schon wahnsinnig schwer, jetzt wird sie noch schwerer. Dass gleich drei Spieler auf einen Schlag ausfallen, ist schon ein Schlag ins Kontor. Einen können wir immer ersetzen, bei drei wird es eng. Aber es hätte noch schlimmer kommen können.

Wie, noch schlimmer?

Ja, die Verletzung von Marco Russ hat sich glücklicherweise nur als Muskelverhärtung herausgestellt. Da habe ich keine Bedenken. Er wird ein paar Tage kürzertreten, aber spielen können. Dasselbe gilt für Christoph Spycher. Er hatte Schmerzen oberhalb seines operierten Knies (Knorpelschaden; Anm.d. Red.). Die Kernspintomographie hat ergeben, dass nichts am Knie ist. Wenn Christoph ausfiele, müssten wir Benjamin Köhler nach hinten ziehen...

...der dann gegen Arjen Robben, den derzeit gefährlichsten Stürmer Europas spielen müsste. Wie wollen Sie den Holländer denn stoppen?

Wir müssen ihn doppeln und versuchen, ihm den Weg nach innen zu verbauen. Dann ist er gezwungen über außen zu kommen und mit seinem schwächeren rechten Fuß zu flanken. So lange sich keiner mehr verletzt, mache ich mir keine Sorgen.

Keine Sorgen? Wer soll denn diese Bayern stoppen?

Ich glaube, das ist eine gute Möglichkeit, Ricardo Clark mal spielen zu lassen. Ich weiß, es wird verdammt schwer. Aber er ist Nationalspieler der USA (27 Spiele; Anm. d. Red), er hat im Confederations Cup gegen Spanien und Brasilien gespielt, da kann er auch gegen die Bayern spielen.

Mit Verlaub, im Training hinterlässt er eher einen unscheinbaren Eindruck.

Hier erlebt er ein völlig anderes Training. Er muss sich noch an unserer Spielweise gewöhnen. Er hat ja eine lange Pause gehabt, das darf man nicht unterschätzen. Aber er hat gute Phasen im Training, dann wieder schwächere. Ich warte seine Trainingsleistungen in dieser Woche mal ab.

Haben Sie eigentlich Verständnis für die Undiszipliniertheiten der drei Rotsünder?

Im Spiel ist das Emotion pur, da ist so viel Adrenalin drin, das können Sie und ich gar nicht abschätzen. Natürlich lässt sich von außen leicht sagen, da hätte der eine oder andere wegbleiben sollen. Ich habe in der Halbzeit auch zu Selim Teber und Maik Franz gesagt, sie sollten sich zurückhalten und Rangeleien vermeiden. Hat nicht geklappt. Dann wären sie eben beim nächsten Spiel gesperrt worden.

Haben Sie inzwischen eine Erklärung für die jüngste Schlafmützigkeit der Eintracht in den Anfangsminuten?

Zum einen könnte es sein, dass der eine oder andere unbewusst denkt, mit 35 Punkten habe man sein Ziel schon weitgehend erreicht. Andererseits bringt der Gegner, etwa Schalke oder Stuttgart eine extreme Qualität auf den Platz. Und in Hannover waren wir selbst in Unterzahl dem 2:2 näher als 96 dem 3:1. Es gibt immer wieder Phasen, in der die Mannschaft Schwächen nicht verkraften kann. Viele Spiele stehen doch auf des Messers Schneide. Wenn in der Mannschaft nicht alle nahe 100 Prozent bringen, wird es knapp für uns.

Woran liegt das?

In dieser Saison hat es einige derbe Niederlagen gegeben, aber ansonsten war die Mannschaft immer konkurrenzfähig. Trotzdem haben wir nicht die Qualität, so dominant aufzutreten, dass wir unsere Spiele auch mal klar gewinnen. Die anderen gewinnen 4:0, 5:0, wenn sie klar überlegen sind, unsere höchsten Siege waren 3:1 (in Berlin) und 2:0 (in Freiburg). Bei uns muss alles passen und dann brauchen wir noch ein bisschen Glück.

(Interview: Thomas Kilchenstein)

Datum:  16 | 3 | 2010
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