Während der turnusgemäßen Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel am Samstag gegen Wolfsburg ist Michael Skibbe dann tatsächlich gefragt worden, ob er in der Rückrunde noch der sportliche Verantwortliche bei Eintracht Frankfurt sein werde. Der 44-Jährige musste schmunzeln. "Da gehe ich ganz fest von aus", sagte er sogleich.
Und doch ist allein eine solche Frage schon bezeichnend für die Situation der Eintracht im Spätherbst 2009. Sportlich läuft es rund, mehr als 23 Punkte waren nicht zu erwarten, im Gegenteil, diese Ausbeute ist aller Ehren wert. Aber dafür knirscht und kracht es auf allen anderen Ebenen. Der hessische Bundesligist gibt, mal wohlwollend formuliert, nun nicht gerade ein homogenes Bild ab, in Wahrheit kracht es zwischen den Verantwortlichen in schöner Regelmäßigkeit.
"Wir sind eher konservativ"
Trainer Skibbe lässt nur wenige Gelegenheiten aus, den Vorstandschef Heribert Bruchhagen zu attackieren. Der ist zunehmend genervt von den sich ständig wiederholenden Unstimmigkeiten. Er versucht händeringend, irgendwie den hüpfenden Deckel auf dem Topf zu halten. Jüngster Streitpunkt war die geplatzte Verpflichtung von Theofanis Gekas, der am Donnerstag erwartungsgemäß in Berlin unterschrieb. Die Hertha leiht den Angreifer bis Saisonende aus, hat sich aber im Falle des Klassenerhalts eine Kaufoption gesichert. Wie es denn sein könne, dass der hoch verschuldete und abgeschlagene Tabellenletzte aus Berlin den Spieler Gekas holen könne und nicht die schuldenfreie und im Mittelfeld stehende Eintracht? "Es gibt Klubs, die ihre Transferpolitik mutiger betreiben. Wir sind da eher konservativ", antwortete Skibbe. Es ist kein Geheimnis, dass er sich etwas mehr Risiko wünschen würde.
Skibbe, das wurde am Donnerstag deutlich, wird auch in Zukunft kein pflegeleichter, abnickender Trainer sein. "Ich muss als Trainer vorangehen, ich muss fordern, ich muss hier die Lokomotive sein", bekundete er. Der 44-Jährige, einmal schön in Fahrt, legte nach. Er findet sogar: "Im sportlichen Bereich ist der Cheftrainer nicht unbedeutender als der Vorstand." Durchaus möglich, dass Bruchhagen das anders sieht.
Die beiden Verantwortlichen wurden denn auch gefragt, ob es nicht besser sei, sich einvernehmlich zu trennen, weil eben die Unterschiede doch immens groß seien und es ohnehin immer wieder zu Reibereien kommt. Beide verneinten. "Ich fühle mich im Verein wohl, bei der Mannschaft, in der Stadt. Ich bin gerne Trainer von Eintracht Frankfurt", sagte Skibbe. Aber er räumte, wie auch im FR-Interview auf Seite acht nachzulesen, ein: "Natürlich sind Unterschiede erkennbar. Wir wollen uns stabilisieren, wir wollen uns weiterentwickeln, das muss klar erkennbar, das muss transparent sein." Wer diesen Prozess mit Macht anzuschieben gedenkt, ist offenkundig: der Trainer selbst.
Auch Bruchhagen wollte von einer sauberen Trennung von Skibbe vor Vertragsende (2011) nichts wissen. "Es gibt keine zwei Meinungen, dass jeder im Verein mit all seiner Kraft daran arbeitet, dass wir uns weiterentwickeln. Niemand will bremsen und niemand will über das Ziel hinausschießen." Bruchhagen ließ sich gar zu der Aussage hinreißen: "Es sind keine Unterschiedlichkeiten zu erkennen." Diese Einschätzung hat er exklusiv.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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