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Mohamadou Idrissou: Ein Frankfurter Schnellstarter

        

Finger ans Ohr, Ball ins Tor: Stürmer Idrissou freut sich.
Finger ans Ohr, Ball ins Tor: Stürmer Idrissou freut sich.
Foto: dpa

Lange hat er nun wirklich nicht gebraucht, um bei der Frankfurter Eintracht Fuß zu fassen. Innerhalb kürzester Zeit hat Mohamadou Idrissou bei seinem neuen Klub Betriebstemperatur erreicht.

Frankfurt –  

Mohamadou Idrissou, der baumlange Stürmer der Eintracht, lässt keine Gelegenheit verstreichen, seine Frankfurter Vergangenheit zu erwähnen. Er sei nicht neu hier, Frankfurt sei seine Stadt, er kenne jede Ecke. „Das hilft mir, deshalb fühle ich mich hier heimisch“, erzählte der 31-Jährige nach dem 4:1 gegen Hansa Rostock.

Vor gut zehn Jahren kam er aus Kamerun nach Frankfurt, der FSV, der in der Oberliga um den Aufstieg kämpfte, hatte ihn in der Winterpause von Contonsport Garoua, geholt. Idrissou, erstmals im Ausland, sprach kein Wort Deutsch, er wirkte scheu und zurückhaltend (ganz anders als heute). Aber auf dem Platz, das war schnell zu erkennen, würde er seinen Weg gehen. Idrissou war einfach zu schnell, zu gut für die viertklassigen Gegner, 15 Tore in 18 Partien erzielte der 1,91-Meter-Mann für die Bornheimer, zum Aufstieg in die damals drittklassige Regionalliga reichte es dennoch nicht. Für den FSV begann der nächste Neuanfang – und für Idrissou ein Leben als Wandervogel: SV Wehen, Hannover 96, SM Caen, MSV Duisburg, SC Freiburg, Borussia Mönchengladbach, jetzt, nach fast elf Jahren wieder Frankfurt, Eintracht Frankfurt. Vielleicht fühlt er sich ja deshalb wirklich so, als schließe sich ein Kreis.

Toresammler ohne Not

Für die Eintracht hat sich die Verpflichtung des Angreifers bislang allemal bezahlt gemacht. Zwei Spiele, drei Tore, dazu einen Treffer direkt vorbereitet, einen weiteren eingeleitet und einen Strafstoß herausgeholt, den Benjamin Köhler allerdings verschoss. Von den sieben Toren aus den zurückliegenden beiden Spielen war Idrissou nur an zwei Treffern nicht direkt beteiligt. Das sind beeindruckende Zahlen. „Ich bin Stürmer, ich muss Tore schießen“, lautete sein lapidarer Kommentar.

Die Hinrunde: Eintracht siegt 4:1 gegen Rostock

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Idrissous Spiel wirkt etwas gewöhnungsbedürftig, es sieht immer etwas ungelenk aus, unkonventionell. Idrissou stakst übers Feld, vielleicht liegt das auch nur an seinen langen Beinen. Idrissou ist sicher kein Kombinationsspieler, kurzes, direktes, schnelles Spiel geht mit ihm nicht so gut. Selbst gegen Rostock sprangen ihm einige Bälle zu weit vom Fuß, da verfing sich so manches Abspiel in einem Hansa-Bein. Idrissou, früher auch außerhalb des Platzes kein Kind von Traurigkeit, hat andere Qualitäten: Kopfballstärke, einen ausgeprägten Torriecher und Kaltschnäuzigkeit.

Das zeigte sich gegen Rostock schon früh, als er den Ball aus dem Gewühl heraus mit rechts gegen den Innenpfosten und dann ins Netz beförderte. Für ihn war es fast schon ein Tor mit Symbolcharakter: „Der Eintracht hat nur ein Tick gefehlt“, sagte er. „Für so ein Tor brauchst du auch viel Glück, vielleicht ist das Glück zurück.“ Sein zweiter Treffer an diesem Abend, das 3:0, war sicherlich der spektakulärere, es war ein klasse Tor, technisch auf höchstem Niveau. Trainer Armin Veh hat die Treffsicherheit des neuen Mannes natürlich mit Wohlwollen registriert, er zollte dem Toresammler aber auch deshalb ein Kompliment, weil er sich auch für die Drecksarbeit nicht zu schade sei. „Er arbeitet ohne Ende nach hinten“, lobte Veh, der zudem zufrieden feststellte: „Wir sind jetzt bei Standards gefährlich.“

Klassenbuch: Eintracht siegt gegen Rostock

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Dabei hatte Veh unter der Woche mit dem Gedanken gespielt, Idrissou, wie in Cottbus in Halbzeit zwei, als linken Verteidiger zu probieren. Nach nur einer Trainingseinheit winkte der Fußballlehrer lachend ab. „Er ist ja überall, nur nicht da, wo er als Verteidiger sein sollte.“ Idrissou hätte sich, wenn es hätte sein sollen, ein weiteres Mal in den Dienst der guten Sache gestellt, „im Notfall bin ich überall“, sagte er. Aber so war es ihm lieber, schließlich sei er ja als Angreifer gekommen, „und wenn ich schon als linker Verteidiger meine Tore schieße, dann mache ich sie als Stürmer erst recht“.

Autor:  Ingo Durstewitz
Datum:  19 | 9 | 2011
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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