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Neuer Eintracht-Manager: Bruno Hübner will feilen statt hobeln

Der neue Sportdirektor der Eintracht, Bruno Hübner, hat klare Vorstellungen, wie er den Verein gestalten will - auch hinsichtlich des Trainerpostens. Als heißer Kandidat gilt mittlerweile Franco Foda, der mit Sturm Graz just österreichischer Meister geworden ist.

Hat gut lachen. Er hat seinen Traumjob: Bruno Hübner.
Hat gut lachen. Er hat seinen Traumjob: Bruno Hübner.
Foto: dpa

Der neue Manager der Frankfurter Eintracht, zugleich so etwas wie der erste von zwei Hoffnungsträgern, möchte den Bundesliga-Absteiger gern unter der Bezeichnung Sportdirektor vertreten. Diesen Wunsch hatte Bruno Hübner bei seiner Vertragsunterzeichnung geäußert. Und als der elegant gewandete Sportdirektor am Donnerstag erstmals vor die versammelte Presse trat, gab der in Mainz-Kastel geborene Hesse gleich im ersten Satz ein Liebesbekenntnis ab: „Eintracht Frankfurt ist für mich eine Herzensangelegenheit, ich habe keine Sekunde überlegen müssen.“

Dann erzählte der 50-Jährige noch von Grabowski und Hölzenbein, die er vergöttert habe, von dem jüngsten Eintracht-Abstieg, der ihm sehr wehgetan habe, und von seinen drei fußballverrückten Söhnen, die sich tierisch mit ihm gefreut hätten, dass er nun endlich bei seinem Lieblingsverein untergekommen sein. Da menschelte es ein bisschen bei der nur noch zweitklassigen Eintracht, die zur Vorstellung des neuen starken Mannes auf der Kommandobrücke in die Turnhalle des Landessportbundes eingeladen hatte. Sie war mäßig besetzt.

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Als Eintracht Frankfurt zuletzt einen neuen Verantwortlichen präsentiert hatte, war der Presseraum im Stadion aus allen Nähten geplatzt. Es gab Vorträge über das dritte Bein − und bald darauf den Abstieg. Christoph Daum ist freilich Vergangenheit in Frankfurt, mit Bruno Hübner und dem noch zu findenden neuen Trainer, dem zweiten Hoffnungsträger, läutet die Eintracht die Zukunft ein. Und die soll in genau einem Jahr wieder in der Bundesliga spielen.

Hübner, der in Frankfurt alle sportlichen Entscheidungen treffen und auch die Verhandlungen mit Spielern von Vorstandschef Heribert Bruchhagen übernehmen wird, machte bei seiner ersten Präsentation eine gute Figur. Da stellte sich einer vor, der anpacken, der sich mit Volldampf an die Arbeit machen will. Hübner sieht sich dabei nah am Team. „Ich bin zu 80, 90 Prozent bei der Mannschaft“, sagte er, auch im Training. Natürlich drängt die Trainerfrage, die logischerweise vorrangig behandeln wird. „Es gibt ganz feste Überlegungen“, sagte der neue Sportdirektor.

Namen wollte er keine nennen. Es ist kein Geheimnis, dass er Claus-Dieter Wollitz schätzt. Und Friedhelm Funkel, über dessen Rückkehr die Eintracht zumindest nachdenkt. Gehandelt werden zudem Jörn Andersen und Franco Foda, mit Sturm Graz just österreichischer Meister geworden. Foda dementiert Gespräche. Doch der Grazer Sportdirektor Oliver Kreuzer erwartet nach FR-Informationen, dass sich die Eintracht bald meldet. Der Ex-Bayern-Profi glaubt zu wissen, dass sein Trainer beim deutschen Zweitligisten der Topkandidat ist.

„Zweite Liga muss man leben“

Der Neue hat klare Vorstellungen, wie er die Eintracht gestalten will. Er möchte lieber feilen als hobeln, will sagen: Den radikalen Umbau, von vielen gefordert, soll es nicht geben. „Ich sehe keinen kompletten Umbruch“, sagte der frühere Manager des SV Wehen. „Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie sogar erstklassig sein kann.“ Und doch unterschätzt er die psychologischen Folgen des Abstiegs nach desaströser Halbserie nicht. „Diese Rückrunde muss raus aus den Köpfen. Und ich warne eindringlich: Die zweite Liga ist eine andere Liga, die muss man leben, die muss in die Köpfe rein, die muss man annehmen.“

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Hübner kündigte nur „punktuelle Veränderungen“ des Kaders an. Gern würde er einige Haudegen verpflichten, die die rauen Sitten im Unterhaus kennen: „Es ist wichtig, überdurchschnittliche Zweitligaspieler zu haben, die prädestiniert sind für diese Liga und die anderen darauf vorbereiten können, was auf sie zukommt.“ Den Profis mit gültigem Vertrag stellte Hübner keinen Freifahrtschein aus. Der eine oder andere wird den Klub verlassen müssen. Auch Ümit Korkmaz? Der vom VfL Bochum ausgeliehene Flügelstürmer wird zum Trainingsauftakt am 8. Juni in Frankfurt erwartet. So wie Theofanis Gekas, der Stürmer, der für eine Million Euro den Verein verlassen könnte. Hübner hat eine klare Meinung zum Griechen, der in der Rückrunde so viele Fehlschüsse verzeichnete. „Wenn wir es nicht schaffen, dass zwei bis drei Stürmer 30 Tore schießen, kannst du nicht aufsteigen. Und wenn du einen wie Gekas hast, der diese Tore machen kann, musst du an ihm festhalten. Alles andere wäre fahrlässig.“

Bei Ioannis Amanatidis hörte sich das anders an. Auf den Hinweis, dass der 29-Jährige ja auch mal viele Tore geschossen habe, entgegnet der Sportdirektor: „Das ist schon lange her, zuletzt hat er sich mehr mit Worten gewehrt.“ Ein klares Signal. Auch in der Torwartfrage hat er sich positioniert: „Ein Torwart muss uns zwischen vier und sieben Punkten bringen.“ Hört sich nicht nach einer Jobgarantie für Oka Nikolov an.

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Autor:  Ingo Durstewitz
Datum:  26 | 5 | 2011
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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