Eintracht Frankfurt hat einen neuen Kapitän: Am Mittwochvormittag erklärte Trainer Michael Skibbe, dass ab sofort Christoph Spycher, der Schweizer Nationalspieler, Spielführer des hessischen Bundesligisten ist. Ioannis Amanatidis, der dieses Amt seit zwei Jahren bekleidet hat, und der derzeit am Rücken lädierte Brasilianer Chris sind seine Stellvertreter. Die Entscheidung darüber, wer die Elf als Erster aufs Feld führt, war am Dienstagabend gefallen, noch vor dem letzten Testspiel gegen den FC Oberstedten (19:0). Schon da trug der Linksverteidiger die Binde.
Skibbe begründete seine ein wenig überraschende Wahl so: "Ich habe lieber defensive Spieler als Kapitäne, weil die Wahrscheinlichkeit geringer ist, das sich defensive Spieler öfter verletzen." Stürmer würden zudem häufiger ausgewechselt, mitunter spiele man gar nur mit einer Spitze. "Die Gefahr, dass ein Stürmer nicht spielt, ist groß", sagte Skibbe. Der 43 Jahre alte Fußball-Lehrer möchte zudem mit der Wahl eines Verteidigers zum Kapitän den "Konflikt" erst gar nicht entstehen lassen, der auftauchen könnte, wenn Medien danach fragten, wann der Kapitän endlich wieder zum Einsatz komme.
Zwischen den Zeilen heißt das auch: Für Michael Skibbe ist Amanatidis, der nach seinem Knorpelschaden noch nach der alten Form sucht, derzeit nicht erste Wahl. Amanatidis, der zwei Jahre ein "sehr guter" Kapitän gewesen sei, habe die Entscheidung "akzeptiert", sagte Skibbe. Etwas anderes bleibt ihm auch nicht übrig. Dass der griechische Nationalspieler "ein Stück weit enttäuscht" sei, könne er, Skibbe, nachvollziehen. "Ich gehe aber davon aus, dass da keine Vorbehalte entstehen".
Das bleibt abzuwarten. Es ist aber bekannt, dass die Kapitänsbinde für Amanatidis etwas ganz besonderes war. Er hat sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich mehr für die Mannschaft verantwortlich gefühlt als zu der Zeit, als er nur einfacher Spieler war. Da hat er bisweilen sein eigenes Ding gemacht und schon einmal sein Unverständnis darüber lautstark artikuliert, als er auf die Ersatzbank musste. Vor zwei Jahren bestimmte Friedhelm Funkel den 27-Jährigen zum Kapitän und nahm ihn so mit ins Boot. Amanatidis, der Botschafter des Hessischen Präventionsrates gegen Gewalt bei Jugendlichen ist, war seither stolz darauf, Kapitän zu sein. Schon in den Sommerferien, als Skibbe erste Andeutungen gemacht hatte, möglicherweise Amanatidis die Binde abzunehmen, hat der Stürmer verwundert reagiert. "Das werden wir sehen. Ich habe meinen Job als Kapitän ordentlich erledigt."
Christoph Spycher ist nun auch formell der Kopf der Mannschaft. Das war er auch schon als Stellvertreter. Der 31-Jährige, der in der vergangenen Runde ebenfalls wegen eins Knorpelschadens lange fehlte, ist der Intellektuelle im Team, der fünf Sprachen spricht und dessen Wort Gewicht hat. Er hält die Mannschaft zusammen und er wird auch jetzt versuchen, den frustrierten Amanatidis mit in die Mannschaftsführung mit einzubeziehen.
Darüber hinaus spricht vieles dafür, dass Aleksandar Vasoski am Sonntag im Pokal-Derby gegen die Offenbacher Kickers in die Viererabwehrkette zurückkehrt. Der Mazedonier, der fast zwei Jahre wegen diverser schwerer Verletzungen (Muskelbündelriss, Zyste in der Lunge, Knorpelschaden) nicht mehr gespielt hat, dürfte den Zweikampf mit Neuzugang Maik Franz gewonnen haben. Im Training ließ Skibbe zuletzt nur das Pärchen Marco Russ/Vasoski üben. "Die beiden haben das gut gemacht", sagte Skibbe, der den Innenverteidiger auffallend oft lobte. "Er macht seine Sache so gut, dass ich keinen Grund sehe, warum ich ihn heraus nehmen müsste."
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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