Auch hinterher hat Oka Nikolov keine großen Worte gemacht, dazu ist er nicht der Typ. Was sollte er auch groß sagen? "Ich rechne immer damit zu spielen", hat er schließlich gesagt. Er hat seinen Job gemacht, mehr nicht, dafür wird er schließlich bezahlt. Oka Nikolov hat das zu Null gehalten in Bielefeld auf der Alm. Das ist ihm nicht besonders schwer gefallen, torwartspezifisch war die Partie nicht besonders anspruchsvoll: Er hatte ein paar Flanken runterzupflücken, dazu zwei Bälle aufs Tor bekommen, einen Fernschuss von Daniel Halfar (16.) und einen Kopfball von Markus Bollmann (71.). Beide Bälle muss ein Bundesligatorwart halten, ansonsten hat er das getan, was er am besten kann: Ruhe ausstrahlen.
Dieser Mann, im Mai wird er 35 Jahre alt, ist ein Phänomen. Wann immer man ihn braucht, ist er zur Stelle. "Bei ihm habe ich nie Bedenken gehabt", sagte nach den eher belanglosen 90 Minuten Klubchef Heribert Bruchhagen. Dass sich Markus Pröll am Samstagmorgen vor der Abfahrt nach Bielefeld wegen einer Magen-Darm-Grippe krank meldete, hat Nikolov nicht besonders nervös gemacht. Warum auch? Dazu hat der alte Haudegen, seit Jahren dienstältester Spieler bei Eintracht Frankfurt (seit 1991 im Klub), einfach schon zu viel erlebt, außerdem ist er einer, der sich von Natur aus nicht aufregt. Nikolov wäre auch kein bisschen hippelig, wenn er vor 100 000 Zuschauern im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro im Tor stehen müsste. Das ist sein Phlegma, Stärke und Schwäche zugleich.
Denn so wenig er die Nerven verliert, wenn es hektisch wird, so sehr fehlt ihm die Dynamik und Aggressivität, die man als Torwart vielleicht auch haben muss, um ein Großer zu werden. Das wird Oka Nikolov, der zweifache Familienvater aus dem Odenwald, sicherlich nicht mehr werden, aber ein solider Schlussmann ist er allemal. In Bielefeld "war er mitverantwortlich für das zu Null", lobte Trainer Friedhelm Funkel den ewigen Oka. Kaum einer hat das bezweifelt, und doch stand ein klitzekleines Fragezeichen hinter dem Oldie: Am 22. November des vergangenen Jahres (im Heimspiel gegen Hannover 96) hatte sich Nikolov in seinem 285 Spiel für Eintracht Frankfurt einen Sehnenanriss unter der Sohle zugezogen.
"Ihm fehlt die Spielpraxis", hat Torwarttrainer Andreas Menger gesagt. Doch eine Rolle spielte Nikolov immer, auch ohne die Erkrankung Prölls. Denn mit Markus Pröll waren die Verantwortlichen zuletzt nicht zufrieden gewesen, Patzer gegen Köln und Schalke hatten die Stammkraft angreifbar gemacht. Ohnehin scheint Pröll in Frankfurt nicht mehr wohl gelitten - die Eintracht hat in Ralf Fährmann vom FC Schalke 04 einen hochtalentierten Keeper verpflichtet. Manches spricht dafür, dass der Klub für die neue Saison nicht mehr mit Pröll plant und stattdessen mit Oka Nikolov (dann als Nummer zwei) für ein weiteres Jahr verlängert. Wer am Samstag gegen Hoffenheim unter der Latte steht, ist Funkel gefragt worden. "Damit beschäftige ich mich jetzt nicht." Oka Nikolov hat keine schlechten Karten.
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58% | Genau richtig. Der Schiri wird genau hinschauen. |
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23% | Veh ja Recht. Aber er motiviert die Fortuna. |
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9% | Veh übertreibt maßlos. |
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7% | Beide Seiten sollten sich beruhigen. |
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3% | Mir ist das egal. |
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