Am heutigen Dienstag wird Maik Franz beim Vormittagstraining von Eintracht Frankfurt fehlen. Gut 400 Meter Luftlinie vom Übungsplatz entfernt wird der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in der Otto-Fleck-Schneise den am Samstagabend im Bundesligaspiel gegen den FSV Mainz 05 auffällig gewordenen Verteidiger zur Sache hören. Es geht um den Vorwurf der rassistischen Beleidigung. Franz ist als Beschuldigter geladen. Auch Aristide Bancé, der Stürmer von Mainz 05, der diese Vorwürfe am Sonntagmorgen in der am Abend dann ausgestrahlten SWR-Sendung "Flutlicht" erhoben hat, ist zu dieser Anhörung geladen. Gegen den Afrikaner wird ebenfalls ermittelt, weil er nach dem Spiel seinem Gegenspieler Franz den Mittelfinger gezeigt hatte.
Eintracht Frankfurt hat in diesem Fall den renommierten Rechtsanwalt Christoph Schickhardt engagiert, Maik Franz hat sich ebenfalls einen Anwalt genommen. Auch am Montag bestritt der 28-Jährige aufs heftigste die gegen ihn erhobenen Vorwürfe, wonach er Bancé als "dreckigen Neger" oder "Hurensohn" bezeichnet haben soll. Selbst auf Französisch soll Franz den 25-Jährigen Bancé, der in Elfenbeinküste geboren und wegen des Bürgerkriegs mit seinen Eltern nach Burkina Faso geflohen war, noch beleidigt haben. Bancé spricht nur gebrochen deutsch.
"Ich habe ihn nicht rassistisch beleidigt. Rassismus ist für mich ein No-Go, da hört der Spaß auf." Zu sehr viel mehr wollte und konnte sich Franz am Montag nicht äußern, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Auf seiner Homepage ließ der gebürtige Merseburger aber verlauten, die Unterstellung Rassismus "weise ich entschieden von mir. Ich bin zwar verbal kein Kind von Traurigkeit, aber ich verabscheue Rassismus und Fremdenhass aufs Tiefste. Ich finde es unterste Schublade, dass der Spieler Bancé so etwas behauptet. Das ist frei erfunden."
Auch Eintracht Frankfurt steht hinter seinem Spieler. "Ich halte die Vorwürfe für völlig haltlos", sagte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen am Montag der FR. "Wir glauben ihm, wenn er sagt, er habe dies so nicht geäußert." Er, Bruchhagen, finde wahrlich nicht alles gut, wie sich Maik Franz bisweilen auf dem Spielfeld aufführe, "das hab ich ihm auch immer gesagt." Aber "er ist kein Rassist", sagte der Klubchef. Darüber hinaus habe sich die Eintracht das in französischer Sprache geführte Interview des SWR besorgt und übersetzen lassen. Darin, so Bruchhagen, werde viel im Konjunktiv geredet. "Es heißt dort etwa: Wenn jemand meinen Vater und meine Mutter als dreckigen Neger beleidigt, dann wehre ich mich. " Von Maik Franz sei explizit nicht die Rede gewesen. Auch Trainer Michael Skibbe stellte sich vor Franz: "Er hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Er geht mit all seinen Gegenspielern gleich um. Ich habe keinen Grund, an ihm zu zweifeln." Dass womöglich doch etwas dran sein könnte an den Vorwürfe, kann er sich nicht vorstellen.
Die Frage ist auch, warum hat Aristide Bancé nicht sofort nach Spielschluss von den angeblichen Ausfällen des Maik Franz berichtet. Auch der Mainzer Manager Christian Heidel hat erst am Sonntagmorgen von den Vorwürfen erfahren. Am Samstagabend habe er in der Kabine seinem Spieler "noch die Meinung gegeigt" wegen dessen obszöner Geste beim Abgang. "Inzwischen weiß ich, dass es von Aristide keine Aktion, sondern eine Reaktion war", sagte der Manager. Eine vereinsinterne Strafe werde es wohl nicht geben, auch "wenn er sich im Griff haben muss". TV-Bilder belegen, dass Franz während der 90 Minuten mehrmals lautstark auf Bancé einredete, ihm teilweise sogar aus kürzester Entfernung ins Ohr brüllte. Doch der Inhalt wird sich wohl nicht klären lassen, Aussage steht gegen Aussage. Oder werden noch so genannte Lippenableser ins Spiel kommen? "Bei uns", sagt Heidel, "haben sich schon welche gemeldet."
Ansonsten will sich der Manager zu dem Fall nicht weiter äußern. "Das ist eine Sache zwischen Aristide und Maik Franz. Vor dem Kontrollausschuss müssen beide die Wahrheit sagen." Ob es Zeugen gebe, wollte Heidel gestern nicht sagen.
Bancé sieht sich laut dpa in der Sache unschuldig und fordert Konsequenzen für Franz. " Ich habe keine Angst vor einer Strafe, weil ich nichts gemacht habe. Er war es, der etwas Schlimmes getan hat. Was er tut, hat mit Fairplay überhaupt nichts zu tun."
Maik Franz berät sich derweil mit seinem Anwalt, ob er gegen die Vorwürfe von Bancé vorgehen möchte. Eines ist jedenfalls klar: Die Hoffnung, dass die Angelegenheit nach dem Schlusspfiff vergessen sein sollte, wie Eintracht-Trainer Skibbe sagte, ist nicht in Erfüllung gegangen.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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