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Spieler-Wechsel: Der Rohdiamant

Kickers-Überläufer Sebastian Rode soll bei Eintracht Frankfurt den letzten Schliff bekommen. Der Trainer ist voll des Lobes.

Freude schöner Götterfunken....: Sebastian Rode  lässt seinen Gefühlen freien Raum.
Freude schöner Götterfunken....: Sebastian Rode lässt seinen Gefühlen freien Raum.
Foto: pressehaus

Eigentlich wollte Sebastian Rode zu Saisonbeginn mal am Bieberer Berg vorbeischauen, die alten Offenbacher Weggefährten anfeuern, ihnen die Daumen drücken, auch ein bisschen mit ihnen mitfiebern. Doch Sebastian Rode, 19 Jahre alt, hat sich dann doch nicht getraut in den Fußballtempel der Kickers nach Bieber, „mir wurde abgeraten“, sagt er.

Er zuckt die Achseln, er lacht schräg. „Na ja, so ist das halt.“ So ist das halt, wenn man die Mainseiten wechselt, wenn man erst für Kickers Offenbach und jetzt für Eintracht Frankfurt spielt. Da kann es sein, dass die Sympathiewerte im Sturzflug in den Keller rasseln.

Rode, in Seeheim-Jugenheim geboren, lässt das nicht kalt, aber er kann es nicht ändern. Schon häufiger betonte er, dem OFC dankbar zu sein, weil er ihm die Chance gab, Fuß zu fassen im höherklassigen Fußball. Und doch war dem Mittelfeldspieler und allen anderen in Offenbach klar: Die Kickers werden nur eine Durchgangsstation sein. Denn Rode ist zu gut für die dritte Liga.

„Den musst du holen“

Die Frankfurter bemühten sich sehr intensiv um den Hochtalentierten, „das gab den Ausschlag“, sagt der Südhesse, den im Frühjahr dieses Jahres die halbe Bundesliga jagte. Die Eintracht hatte den regionalen Vorteil und einen Wissensvorsprung, wie Vorstandschef Heribert Bruchhagen verriet: „Egal, mit welchem Fußballexperten ich mich aus dem Rhein-Main-Gebiet unterhalten habe, jeder hat mir glaubhaft versichert: ,Den Jungen musst du einfach holen.“

Rode, bis 2014 gebunden, gilt als größtes hessisches Talent, als Rohdiamant, der noch geschliffen werden muss. Ex-DFB-Auswahltrainer Heiko Herrlich verglich den U20-Nationalspieler mit dem jungen Matthias Sammer. Vorschusslorbeeren, die dem intelligenten Jungprofi, der demnächst ein Fernstudium beginnt, aber nicht den Kopf verdrehen. „Darauf kann man doch nichts geben“, sagt der Senkrechtstarter, dessen Aufstieg im September 2009 zunächst einmal gestoppt wurde, da zog er sich einen Kreuzbandriss zu. Das Knie, versichert er, bereite heute aber keine Probleme mehr.

Rode hat in seinen ersten Wochen in Frankfurt gleich Duftmarken, ja schon jetzt Spuren hinterlassen. Er ist auf der Position im defensiven Mittelfeld sehr präsent, „mutig im Zweikampf“, wie Michael Skibbe lobt. Dem Trainer imponiert vor allen Dingen „die Leichtfüßigkeit und das gute taktische Verständnis“.

Rode habe – wie Sebastian Jung oder auch Sonny Kittel – die Gabe, „in hohem Tempo gut Fußball spielen zu können“, deshalb „wird er auch im zentralen Bereich zu einer Alternative werden“. Vielleicht nicht sofort, aber doch in absehbarer Zeit. Rode, der seit 2005 in Offenbach und davor bei Darmstadt 98 spielte, freut sich über die wohlwollenden Worte des Trainers: „Das ist für mich ein Signal, auf dem richtigen Weg zu sein.“

Rode ist mit seinem Einstand zufrieden, auch wenn er sich erst einmal an das höhere Tempo und die Trainingsintensität habe gewöhnen müssen. Auch „das mediale Interesse und das der Zuschauer ist riesengroß, das ist eine andere Welt“. Das könne man mit den Begebenheiten in Offenbach nicht vergleichen: „Das hier sind andere Dimensionen.“

Rode schaut genau hin, wie abgezockt etwa Pirmin Schwegler als Sechser auftritt. „Diese Ruhe am Ball, diese Sicherheit, wie er seinen Körper im Zweikampf einsetzt - da kann man sich einiges abschauen.“ Kopieren will Rode jedoch niemanden, auch die größeren Dimensionen in der neuen Welt schrecken ihn nicht wirklich. „Letztlich ist es doch nur Fußball.“ Den spielt er ziemlich gut.

Autor:  Ingo Durstewitz
Datum:  6 | 8 | 2010
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1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
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