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Sportdirektor Hübner: "Im Grunde können wir nur an uns selbst scheitern"

        

„Unruhe werden wir auf keinen Fall aufkommen lassen.“ Bruno Hübner, Sportdirektor von Eintracht Frankfurt.
„Unruhe werden wir auf keinen Fall aufkommen lassen.“ Bruno Hübner, Sportdirektor von Eintracht Frankfurt.
Foto: Andreas Arnold

Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner zieht im FR-Interview eine erste vorsichtige Bilanz, spricht über Stinkstiefel in der Mannschaft und reagiert auf die Kritik von Präsident Fischer.

Der Frankfurter Sportdirektor Bruno Hübner empfängt die FR-Redakteure entspannt in seinem eher spartanischen Büro im Stadion. Am Abend zuvor war der 50-Jährige erst aus Dubai zurückgekommen, seine Hausaufgaben hat er gemacht. Es gebe zwei Möglichkeiten, Spieler preisgünstig zu verpflichten, hat er sein Prinzip umrissen: „Frühzeitig da sein oder später fleißig sein.“

Herr Hübner, Sie können sehr zufrieden sein mit dem Auftreten der Mannschaft, oder?

Zufrieden darf man nie sein. Doch für das, was möglich war, haben wir gut gearbeitet.

Vor allem haben Sie viele neue Spieler geholt. Zu viel Masse?

Wir wussten wegen des frühen Starts der zweiten Liga anfangs ja nicht, wer den Klub noch verlassen wird. Außerdem standen manche Spieler seinerzeit noch gar nicht zur Verfügung. Im Sommer hätten wir elf gesunde Feldspieler gehabt, ein Trainingsbetrieb wäre gar nicht möglich gewesen. Wir haben vielleicht den einen oder anderen Spieler geholt, den wir jetzt nicht mehr geholt hätten.

Die besten Schnäppchen macht man also kurz vor Transferschluss?

Stimmt, da kriegt man unheimlich gute Qualität zu einem günstigen Preis. Aber bis man die dann in den laufenden Spielbetrieb integriert hat, dauert ja auch seine Zeit. Einfacher ist immer, wenn du ein Grundkorsett hast, das gezielt verstärkt wird.

Ist bei Ihnen jetzt die größte Spannung abgefallen? Sie sehen ja auch, dass es gut läuft.

Auf keinen Fall. Man darf in der zweiten Liga nie ruhen und keinen Gegner unterschätzen. Entscheidend sind nicht die Punkte gegen die Spitzenteams, sondern wer lässt gegen die kleineren Vereine am wenigsten Punkte liegen. Woche für Woche musst du aufpassen, die Gegner sind gegen uns doppelt und dreifach motiviert. Im Grunde aber können wir nur an uns selbst scheitern. Gut ist aber, dass wir jetzt schon da sind, wo wir am Ende hinwollen.

Haben Sie die zweite Liga überschätzt? Es sieht so aus, als gäbe es fünf Klubs, die den Aufstieg unter sich ausmachen, der Rest ist, frech gesagt, Staffage.

Ich habe die zweite Liga nicht überschätzt. Ich habe immer gesagt: Du musst die zweite Liga mental annehmen. Wenn du anfangs nicht die Tore machst und dein Spiel nicht findest, wird es schwer. Es werden Spiele kommen im Winter, da probieren die Klubs auch mit Tricks jenseits der Spielerqualität, uns zu ärgern, und zwar, indem sie die Plätze bewusst nicht in einen Optimalzustand versetzen.

Aber ist nicht die spielerische Qualität der Eintracht so viel besser, dass sie sich irgendwann einfach durchsetzen muss?

Das ist mein Credo: Wir müssen gut Fußball spielen. Wenn du das Spiel des Gegners annimmst, bist du vergleichbar. Unsere Stärke ist die spielerische Qualität, die müssen wir immer abrufen.

Damit hatten Sie anfangs aber nicht rechnen können?

Nicht so schnell. Auch nicht, dass unser System so schnell funktioniert. Wir brauchten und haben jetzt auch die Qualität in der Breite. Jetzt können wir nachlegen, wenn einer ausfallen sollte. Das ist toll. Deshalb haben wir nochmals in den Kader investiert. Denn sicher ist: Wenn wir nicht aufsteigen, kostet es viel mehr Geld. Schauen Sie sich Hertha BSC an. Die haben ihren Erstliga-Kader behalten, sich zusätzlich verstärkt und sind aufgestiegen.

Herr Hübner, warum hat Sie die Kritik von Präsident Peter Fischer („Wir brauchen mehr Eintracht“) so tief getroffen?

Vorweg: Ich halte Peter Fischer für einen fähigen Mann. Ich schätze ihn, er ist einer, der vorangeht. Er hat seine Verdienst, vielleicht ist er manchmal ein bisschen zu spontan. (lacht) Ich habe aber im Sinne der sportlichen Leitung, im Sinne der Mannschaft reagiert. Ich hatte das Gefühl, durch das Interview könne Unruhe entstehen, deshalb habe ich einige Dinge klargestellt.

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Datum:  10 | 10 | 2011
Seiten:  1 2 3
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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