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Spycher verlässt die Eintracht: Ende einer Dienstreise

Es steht fest: Christoph Spycher bestätigt Klubchef Heribert Bruchhagen, dass er Eintracht Frankfurt am Saisonende verlassen wird. Trainer Skibbe ist "sehr enttäuscht". Von Thomas Kilchenstein

Christoph Spycher (rechts), im Bundesliga-Spiel der Eintracht gegen Bayern-Stürmer Arjen Robben.
Christoph Spycher (rechts), im Bundesliga-Spiel der Eintracht gegen Bayern-Stürmer Arjen Robben.
Foto: ddp

Am Mittwochmorgen, als Eintracht Frankfurt gerade vermeldet hatte, Christoph Spycher würde den Klub zum Saisonende definitiv verlassen, hat der derzeit verletzte Kapitän des Bundesligisten in Bern schon Nägel mit Köpfen gemacht: Der 32 Jahre alte Linksverteidiger und 46-malige Nationalspieler weilte in der Schweizer Kapitale und unterschrieb beim Tabellenführer Young Boys Bern einen Dreijahresvertrag, zudem soll er danach ins Klubmanagement eingebunden werden. Die Eintracht hatte ihrem Kapitän lediglich einen Einjahresvertrag angeboten, der sich nur bei einer hohen Anzahl an Pflichtspielen automatisch um ein weiteres Jahr verlängert hätte. Das war dem Familienvater offenbar zu wenig.

"Schade", sagte gestern der Frankfurter Trainer Michael Skibbe. "Es ist sehr schade, dass uns ein Leistungsträger in der Defensive und einer der führende Köpfe der Mannschaft verlassen wird." Er sei "sehr enttäuscht", andererseits könne er den Schritt des gebürtigen Berners verstehen. Skibbe hatte sich vehement für den Verbleib des intellektuellen Kopfs des Teams stark gemacht, er hält ihn nachgerade für unverzichtbar. "Er hat mit seiner Leistung beigetragen, dass wir so einen großen Aufschwung genommen haben. Auch wegen ihm steht unsere Abwehr so solide." Der Weggang Spychers sei ein herber "Verlust", den zu ersetzen nicht leicht werde. "Wir brauchen jetzt einen richtig guten Mann, um ihn adäquat zu ersetzen", sagt Michael Skibbe. Christian Eichner (TSG Hoffenheim), ins Blickfeld geraten, wird es nicht sein, auch Benjamin Köhler sei keine Lösung auf Dauer.

Spycher spielt seit 2005 bei Eintracht Frankfurt, er absolvierte 129 Spiele, gab drei Vorlagen und schoss nur ein einziges Tor - im DFB-Pokal beim 6:0-Sieg gegen den FC Schalke 04. Spycher ist ein eher unauffälliger, unspektakulärer Spieler, der solide seine Aufgaben erfüllt. Was ihn so wertvoll für die Mannschaft machte, war sein Wirken nach innen. Er war Führungsspieler, sein Wort hat Gewicht, er war es, der die Mannschaft intern zusammenhielt. "Spycher war ein absolut vorbildlicher Spieler, der in den fünf Jahren entscheidend an der Entwicklung von Eintracht Frankfurt mitgewirkt hat", sagte Klubchef Heribert Bruchhagen am Mittwoch. Zuletzt hat er in der Hinrunde vor dem Berlin-Spiel das Team bei einem mannschaftsinternen Essen auf Linie gebracht.

Spycher kam im Sommer 2005 nach dem Aufstieg von den Grashopper Zürich, er gehört damit zu jenen sieben, acht Spielern, die seit Jahren das Korsett dieser Frankfurter Mannschaft bilden. Sein sein letztes Spiel für die Eintracht bestritt er am 9. April in Gladbach, dort zog er sich einen Innenbandanriss zu, der ihn zur Zeit auf Eis legt. Seine WM-Teilnahme scheint nicht in Gefahr.

Am Samstag im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim wird er verabschiedet. Skibbe wird in diesem Spiel (und gegen Wolfsburg) Torwart Ralf Fährmann, bislang die Nummer zwei, eine Bewährungschance geben. Fährmann soll diese Nominierung durchaus als Fingerzeig verstehen. "Das soll der Startschuss dafür sein, Oka Nikolov unter Druck zu setzen", fordert Skibbe.

Autor:  Thomas Kilchenstein
Datum:  28 | 4 | 2010
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
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